Digistoteles021 – Lernen in der digitalen Welt: Über die Versuchung, eine Abkürzung zu nehmen und die „Amish Hour“ als Konzentrationsübung. Mein Gespräch mit Timo Riedle

Timo Riedle ist einer der Gründer des Startups evalea, das ein ganzheitliches Weiterbildungsmanagement für Unternehmen anbietet. Ein perfekter Gesprächspartner zum Thema „lebenslanges Lernen“. Timo sucht sich selber jedes Jahr ein Themengebiet aus, zu dem er mehr lernen möchte und liest dazu mindestens 10 Sachbücher. Sein aktuelles Thema „positive Psychologie und Schlaf“ ist auch für ihn persönlich relevant, denn durch seine Leidenschaft für amerikanischen Football und Basketball schlägt er sich oft die Nächte um die Ohren, wenn er wieder einmal einer LIveübertragung folgt.

Wir lernen alle viel mehr, als wir glauben

Sobald wir uns einem neuen Thema zuwenden, lernen wir. Seien es nun Fakten oder Fähigkeiten. Gerade letzteres geschieht eher unbewusst.  Dies kann ich bestätigen, seit ich den Podcast betreibe, habe ich meine Fähigkeit des aktiven Zuhörens verbessert. „Wichtig ist, dass wir uns bewusst werden, welche Lernerfolge wir erzielt haben: entweder  durch Selbstreflektion oder durch die Unterstützung Dritter.“

Müssen wir anders lernen in der digitalen Welt?

Die digitale Welt hat die Notwendigkeiten des Lernen schon verändert. Da das Wissen der Menschheit jederzeit vom Smartphone abrufbar ist, brauchen wir weniger Fakten lernen, sondern benötigen vielmehr eine Quellenkompetenz. Wie glaubwürdig ist der Autor dieses Textes? Und wir müssen raus aus unserer Filterblase, andere Standpunkte durchdenken und natürlich müssen wir einen WIssenstransfer schaffen können und verschiedene Quellen miteinander verbinden können zu neuen Einsichten.

Die „Amish Hour“ als Konzentrationsübung und gegen die Versuchung, eine Abkürzung zu nehmen
Die Fähigkeit, zu wirklich neuen Erkenntnissen zu kommen, erwirbt man allerdings nicht nur die Eingabe in das Google Suchfenster, sondern durch echte Konzentration und Beschäftigung mit dem Thema. Müssen wir das nicht alle neu lernen in einer Zeit, in der wir im Sekundentakt durch Meldungen auf unserem Smartphone abgelenkt werden?  „Die digitale Welt verkürzt unsere Aufmerksamkeitsspanne und führt uns in Versuchung, eine Abkürzung zu nehmen. Zum Beispiel über Blinkist. Ich befolge den Rat eines Freundes: die sogenannte „Amish Hour“: Eine Stunde konzentriert mit einem Thema beschäftigen ohne jegliche andere Ablenkung.“ Die Amish Hour – also die Offline Beschäftigung – zeigt den Weg, etwas zu tun, von dem die Online-Welt nichts mitbekommt. Wir machen etwas wirklich nur für uns selbst.

Wir dürfen auch ruhig einmal keine Meinung haben

Die echte Auseinandersetzung mit einem Thema ist laut Timo fast schon ein Luxus geworden: Keine vorgefertigte Meinung haben, keine wohlklingende Meinung aus dem Internet übernehmen – und es auch einmal auszuhalten, etwas nicht zu verstehen, keine Meinung zu haben oder noch unschlüssig zu sein. 

Wichtigstes Lernziel: Anpassungsfähigkeit

Aus Unternehmenssicht ist eine schnelle Adaptionsfähigkeit die größte Aufgabe in der Zeit des stehen Wandels. Lange Planungszyklen sind immer weniger umsetzbar, wir müssen diese Grundsicherheit aufgeben und damit umgehen lernen. Die geringe Planbarkeit wird nie wieder weggehen. Eine Vorlage, die von allen  übernommen werden kann, gibt es nicht. Jedes Unternehmen muss seinen individuellen Weg finden. 

Mehr informelles Lernen

Dass sich so etwas schwer Greifbares wie „Anpassungsfähigkeit“ nicht in einem Seminar mit Frontalunterricht oder gar als E-Learning erlernen lässt, ist fast selbsterklärend. Es wird eher informell gelernt und über Vernetzung – sei es digital oder analog. Ein digitaler Lernkanal ist Twitter, eine analoge Methode ist „Working out Loud“. Damit befähige ich Menschen, sich gegenseitig zu helfen und eigene Ziele zu erreichen. Gerade die soziale Kompetenz wird in Zeiten, in der wiederholende Aufgaben in fast allen Berufen von Maschinen übernommen werden, immer wichtiger. Denn das was an Arbeit für den Menschen übrig bleibt, ist das, was uns als Menschen ausmacht. Eigentlich eine wunderbare Vorstellung, die allerdings von uns eine neue Beschäftigung mit uns selbst erfordert. 

Dies bedeutet, dass richtig eingesetzte Persönlichkeitstest sehr hilfreich sein können. Vorausgesetzt, es gibt keine Wertung: z,B. Extraversion sei wünschenswerter als Intraversion. Wichtig ist, die passende Aufgabe für die eigene Persönlichkeit zu finden. 

Wie immer, ist dies nur ein kurzer Abriss über die Themen dieser Episode. Wenn Sie mehr hören wollen, geben Sie sich die aktuelle Folge auf die Ohren:

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Digitstoteles020 – Warum wir in der Arbeitswelt von morgen mehr Verantwortung für uns selbst übernehmen müssen. Mein Gespräch mit Alexandra Fronius

Meine heutige Gesprächspartnerin Alexandra Fronius (http://www.relaxlife.de/) ist Coach, sie hilft Menschen bei Veränderungsprozessen. Ihr Motto passt zu unserem heutigen Thema „Glück entsteht, wenn Du es zulässt“. Dies bedeutet, Glück passiert nicht „einfach so“, sondern es liegt an mir, ein erfülltes Leben zu führen. Und da schließt sich der Kreis zur Arbeitswelt:

Vom Rädchen im Getriebe zum individuellen Menschen

Wenn mehr und mehr standardisierte Aufgaben von Maschinen übernommen werden, was bleibt dann noch für den Menschen? Das, was uns ausmacht: Kreativität, Empathie, Kommunikationsfähigkeit und unsere individuellen Stärken. Wir sind in Zukunft als immer weniger, das Rädchen im Getriebe, das sich in die Maschinerie „Arbeitswelt“ einfügen muss, sondern wir müssen uns selbst finden. Und darin kann dann auch das Glück liegen.

Nur wer seine Stärken kennt, kann mit seinen Schwächen umgehen

Es fängt schon in der Schule an, meint Alexandra: Wir wollen individuelle Kinder, lassen Individualität aber gar nicht zu. Jeder soll auf das Gymnasium und ein Studium absolvieren. Dies lässt überhaupt keinen Raum für individuelle Entfaltung. Diese ist aber enorm wichtig, denn nur wer seine Stärken kennt, kann mit seinen Schwächen umgehen.

Glück entsteht, wenn man sein Leben selbst in die Hand nimmt

Dabei ist Alexandra davon überzeugt: Glück entsteht, wenn man sein Leben selbst in die Hand nimmt und aus Situationen herausgeht, die einem nicht gut tun. Also selbst die Veränderung auslösen, die man sich wünscht. Leider stehen uns da oft unsere Glaubenssätze im Weg: „Das steht mir nicht zu“ oder „das kann ich nicht“. Leider spiegelt uns dann unsere Umwelt auch genau diese Glaubenssätze, denn etwas anderes erkennen wir gar nicht. Wer kennt es nicht: Jemand macht uns ein Kompliment oder bewundert unsere Leistung und unser erster Reflex ist: „Das ist doch nichts Besonderes“ oder „das war bestimmt nicht ernst gemeint“. Vielleicht auch deshalb, weil wir erzogen worden sind, dass nur harte Arbeit gute Arbeit ist. Wenn etwas leicht gefallen ist, kann es nicht gut sein.

Agile Arbeitsweisen implizieren Eigenverantwortung

Die neue Arbeitswelt entsteht ja schon. Agile Arbeitsweisen finden in selbstorganisierten Teams statt. Es gibt also keine Führungskraft mehr, die etwas anweist und damit auch die Verantwortung hat. In dem Augenblick, in der ich eine Aufgabe übernehme, habe ich auch selber die Verantwortung. Deshalb ist es auch so schwer, in hierarchischen Teams agile Arbeitsweisen zu etablieren. Denn dies erfordert Vertrauen auf allen Seiten: Die Führungskraft muss vertrauen, dass die Menschen die Aufgaben erfüllen können, der Mitarbeiter muss vertrauen können, dass er die Freiheiten auch wirklich hat.

Agiles Arbeiten ist wie eine neue Sprache lernen

Das funktioniert nicht auf Knopfdruck und auch nicht von heute auf morgen. „Das ist wie eine neue Sprache lernen“, sagt Alexandra. Und es sind nicht nur kognitive Fähigkeiten, die auf einmal gefordert sind. Vertrauen zu erlangen ist etwas zutiefst Emotionales.

Zum Schluß sprechen wir noch über die Anforderungen an Schule und Bildung, um uns alle fit für die Zukunft zu machen. Alexandra sagt: „Selbstliebe erlernen müsste ein Schulfach werden“.

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„Tina, was kosten die Kondome?“ – Über Informationssicherheit & Datenschutz. Mein Gespräch mit Hagen Bauer

Hagen Bauer ist Executive IT Spezialist bei IBM, wir kennen uns aus dieser Zeit. Hagen hat das Talent, die trockensten Themen spannend aufzubereiten. Nie werde ich den Vortrag über Docker vergessen, als er seine Zuschauer auch bei diesem Thema in den Bann gezogen hat. Er ist eine seltene Mischung aus Nerd und Entertainment-Talent. Was lag also näher, als Hagen in für das (für mich) eher trockene Thema IT-Sicherheit, Informationssicherheit und Datenschutz einzuladen.

Informationssicherheit bezieht sich nicht nur auf elektronisch gespeicherte Daten

Ich beginne mit der Frage nach der Begriffsdefinition von Datenschutz und Informationssicherheit – Hagen macht sofort deutlich, dass Informationssicherheit weiter betrachtet werden muss, als man gemeinhin denkt: Können Dritte auf meinen Bildschirm schauen, wenn ich vertrauliche Informationen im öffentlichen Raum beabeite? Sind die Informationen in einem (analogen) Ordner in meinem Büro sicher? Gibt es einen abschließbaren Schrank? Und natürlich die Fragen, welche Informationen wir zum Beispiel am Flughafen in unsere Telefone sprechen, mitzuhören von interessierten Nachbarn um uns herum?

Ist die Datenschutzgrundverordnung nicht einfach nur ärgerlich?

Keineswegs, meint Hagen. Sie macht sogar sehr viel Sinn. Er vergleicht die Entwicklung mit dem Automobil. Am Anfang konnte jeder ohne Führerschein und unter Einfluß von Drogen einfach so herumfahren. Bis die Zahl der Autos stieg und die Zahl der Unfälle. Es wurde klar – wir brauchen Regeln. So ist es auch mit dem Datenschutz. Am Anfang hat jeder mit Daten gemacht, was er wollte und jetzt gibt es eben Regeln zu personenbezogenen Daten, an die sich jeder zu halten hat – „das ist erst mal eine coole Sache“.

Datenschutz ist unternehmenskritisch

Ich frage Hagen, ob die DSGVO nicht nur den kleinen Friseur am Wickel hat: Bei dem muss ich ein Formular unterschreiben, das dann in einem sicheren Ordner abgelegt werden muss, damit er mir einen digitalen Kalendereintrag für meinen nächsten Termin geben kann. Nein, es trifft ganz klar zuerst die Großen. Ganz aktuell zum Beispiel die Marriott Hotelkette, die 90 Millionen Pfund Strafe zahlen musste, weil ein kürzlich akquiriertes Unternehmen den Datenschutz nicht eingehalten hat.

Der Unternehmenswert sinkt, wenn die Einhaltung der Datenschutzregelungen nicht eingehalten werden kann

Gerade wenn Unternehmen Geschäftsbereiche verkaufen wollen, sind sie gut beraten, die Einhaltung der Datenschutzregelungen nachweisen zu können. Andernfalls ist der Verkauf gefährdet oder spült deutlich weniger Geld in die Kassen.

Wir brauchen mehr Aufklärung

Nicht nur Unternehmen, sondern wir alle sollten uns viel mehr mit dem Thema auseinandersetzen. Wo macht die Weitergabe von Daten Sinn, weil sie mein Leben verlängern kann (Apple Watch) und wem kann ich überhaupt trauen? Geht Apple mit den Daten sicherer um als meine Krankenkasse?

Hagen bringt es mal wieder auf den Punkt: „WIe damals bei der Aids Kampagne brauchen wir Aufklärung und eine breite Diskussion auf gesellschaftlicher Ebene.“ Wir müssen erkennen, wo Chancen und wo Gefahren sind und uns natürlich auch mit den Zugriffen des Staates auf unsere Daten ausienandersetzen. Und wir alle sollten zusehen, dass wir immer ein USB-Kondom dabei haben.

Na, das Thema ist doch nicht so langweilig oder? Hier geht es zu Episode:

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Inside Fintech Gini: Strukturen und Entscheidungen in einem selbstorganisierten Unternehmen

Gini hilft Buchhaltungen und Bankkunden durch einen intelligenten Assistenten vom Papierkrieg zu befreien. 2011 gegründet, hat es die Startphase mittlerweile hinter sich. Meine Gesprächspartnerin heute ist die Psychologin Nicola Heckler, die bei Gini für  Recruiting und Personal- und Organisationsentwicklung zuständig ist.

 Warum Gini? 

Ich frage Nicola, warum sie sich für Gini als Arbeitgeber entschieden hat. Wie es so oft, spielte am Anfang der Zufall eine Rolle. Als sie von der besonderen Firmenkultur erfuhr und sich diese im Gini Handbuch genauer anschaute, was sie fasziniert. Ein Unternehmen abseits der klassischen Hierarchie mit einer ganz anderen Art von Führung und Entscheidungsfindung, die viel auf Kommunikation und den Unternehmenswerten beruht. 

Unternehmenswert „Love“  

Fangen wir mit „Love“ an – oder „Herzlichkeit“ wie Gini es ins Deutsche übersetzt – als eine der Unternehmenswerte. Konkret heißt das – Wertschätzung und Respekt in jeder menschlichen Begegnung. Dies hat sie schon bei ihrem eigenen Bewerbung berührt. Heute sagt sie, dass es sie immer noch begeistert, dass sie nicht nur von Experten ihres Fachs umgeben ist, sondern auch von Menschen, die emphatisch sind und eine besondere Atmosphäre schaffen. Dies hat für Nicola zu einer persönlichen Weiterentwicklung geführt, die auch ins Private reicht.  

Wie verhandelt man Gehälter in einem transparenten Unternehmen?  

Transparenz ist ein Unterpunkt der Werte „Einsatz und Verantwortung“. Wie funktioniert dies bei Gehaltsverhandlungen? Ziel war es von Anfang an, eher zurückhaltende Mitarbeiter nicht zu benachteiligen, die von sich aus vielleicht gar nicht nach einer Gehaltserhöhung fragen würden. Grundlage der Gehaltsrunden sind Peer to Peer Beurteilungen und das Abschneiden des jeweiligen Teams. Das Ranking der Teams ist transparent für alle. 

Entscheidungsfindung in der Selbstorganisation 

Die große Frage: Wie werden Entscheidungen in einem Unternehmen ohne klassische Führungsrollen getroffen? Grundsätzlich geht es darum: Es muss nicht die eigene Meinung durchgesetzt werden, aber jeder, der von einer Entscheidung betroffen ist, muss Input geben können. Je nach Größe der Entscheidung hat ein Einzelner das Mandat zur Entscheidung, muss aber die Entscheidung begründen können. Bei größeren Themen wird im Konsent und nicht im Konsens (Kompromiss) entschieden. Das heißt, es wird ein konkreter Entscheidungsvorschlag gemacht, wenn niemand einen begründeten (!) Einwand hat, wird die Entscheidung umgesetzt. Heißt umgekehrt aber auch, dass ein einziger Einwand eine Entscheidung drehen kann, wenn derjenige dies so gut begründen kann, dass er die anderen überzeugt.  

Feedback auch in der Entscheidungsfindung 

Und da haben wir wieder die Feedback-Kultur. Die Vorteile heben den Nachteil der höheren Aufwandes auf: Auseinandersetzen mit anderen Sichtweisen und Selbstwirksamkeit. Selbst wenn mir eine Entscheidung vielleicht nicht 100%ig gefällt, habe ich doch einen Beitrag leisten können. Und zwar nicht „einfach so“, weil man gerade auf Krawall gebürstet war, sondern mit einer fundierten Begründung, warum diese Entscheidung die Erreichung der Unternehmensziele verhindern würde oder gegen die Werte verstoßen würde. Wer sich hier genauer informieren möchte, kann sich den Gini Blogeintrag zu dem Thema durchlesen.

Mit Nicola rede ich auch noch über die Gründe für die Selbstorganisation und welche Hürden Gini auf dem Weg dahin nehmen musst. Neugierig geworden? Dann hört rein in die neueste Episode von Digistoteles.

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Neue Prozesse mit agilen Methoden definieren? Von der Protoypen – in die Serienentwicklung. Mein Gespräch mit Marc-André Fiedler

Marc Fiedler ist Maschinenbauingenieur, ist dieses Jahr Vater geworden und liebt beruflich Mathematik und Physik. Er ist schon früh in seiner Karriere zur Führungskraft aufgestiegen und hat sich damit auseinandergesetzt, wie diverse Teams die besten Ergebnisse erzielen. Er hat in klassischen Hierarchien gearbeitet, ist jetzt bei Hofer-pdc in einem Unternehmen, das sich aktiv mit der Weiterentwicklung der Organisation beschäftigt.

Herausforderung: Vom Protoypen in die Serienentwicklung

Über die Jahre hat die Firma Hofer über die Herstellung von Protoypen für Antriebe so viel KnowHow erreicht, dass der nächste Schritt der Übergang in die Serienentwicklung war. Dies war die erste Aufgabe für Marc im neuen Unternehmen. Wie schafft man es, die sehr auf Wissenschaft und Technik fokussierte Herangehensweise stärker in Prozesse zu gießen und was heißt das für die Organisation? Von seiner Chefin hat er dabei die Freiheit bekommen, neue Methoden auszuprobieren und ergebnisoffen vorzugehen.

Ziel: Ein Gefühl der Sicherheit geben in einem komplexen Umfeld

Teil der Aufgabe war es, Menschen aus unterschiedlichen Standorten und Kompetenzen zusammenzubringen und daraus eine einheitlich agierende Zelle zu schaffen. Dazu gehört es auch, die Sicherheit zu vermitteln, dass der Umgang mit Komplexität machbar ist – mit den richtigen Methoden. Ein konkretes Beispiel: Ein Experte zu einem spezifischen Thema hat das Unternehmen verlassen. Wie kann diese Kompetenz ersetzt werden? Indem man Kommunikation in Gang setzt: sichtbar macht, wer welche Fähigkeiten hat und die richtigen Personen zusammenbringt. Das Wissen ist im Unternehmen da – es muss transparent gemacht werden und die Möglichkeit zum Austausch gegeben werden.

Erster Schritt: Sich als Mensch begegnen

Dazu muss man sich persönlich begegnen und sich kennenlernen. Auf die Frage „Was hat das jetzt mit unserer technologischen Aufgabenstellung zu tun?“ antwortete Marc: „Nichts, aber wie wollen wir die nächsten Jahre an solch einer komplexen Aufgabe zusammen arbeiten, wenn wir nichts voneinander wissen?“ Alleine in diesem ersten Schritt fanden sich schon Kollegen mit gemeinsamen Interessen, von denen sie vorher nichts wussten. In dieser offenen Atmosphäre würden Kompetenzen sichtbar, die dann verknüpft wurden – die passenden Austauschwege wurden so gefunden.

Gemeinsame Werte helfen loszulassen

Der nächste Schritt ist dann immer noch nicht die fachliche Arbeit, sondern die Definition gemeinsamer Werte. Marc beschreibt, wie ihm das als Führungskraft geholfen hat, loszulassen. Denn er hat festgestellt, dass sich das Team selber reguliert, in dem es sich immer wieder auf die gemeinsam definierten Werte beruft.

Wie schwer war es, die neuen Ansätze zu etablieren?

Gar nicht schwer, meint Marc. Was eigentlich nicht verwundert, denn Marc ist Überzeugungstäter. Er wendet die Methoden nicht einfach nur an, weil es gerade in ist, sondern weil er zutiefst davon überzeugt ist, dass Zusammenarbeit nur auf Basis eines Miteinander wirklich gut gelingen kann. Und da sind wir bei den Anfängen seiner Karriere als Führungskraft.

Wie führt man ein Team aus vielen unterschiedlichen Experten?

Er war in seiner ersten Führungsaufgabe für ein Team mit ganz unterschiedlichen Kompetenzen verantwortlich. Da lag es schon in der Natur der Aufgabe, dass er fachlich nicht besser sein konnte als seine Teammitglieder. Heißt, er war gar nicht in der Lage, allen strikt vorzugeben, was sie zu tun hatten. Das war der Antrieb, sich mit neuen Führungsthemen  wie selbstorganisierte Teams zu auseinanderzusetzen. 

Einfach mal ausprobieren

Marc hat auch keine Angst, einfach mal etwas auszuprobieren und zu schauen, ob es funktioniert oder nicht. Die Grundvoraussetzung in komplexen Arbeitswelten und stetem Wandel. Und Marc hat noch etwas, das vielleicht noch entscheidender ist für den Erfolg seiner Arbeit: Er hat ein positives Menschenbild. Das strahlt auf die Menschen in seiner Umgebung ab – es ist einfach schön, mit Marc zu arbeiten. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Woher er das hat? Vielleicht von seinem Vater. Denn auf meine Frage nach einem Beispiel für seinen Führungsstil  erzählt er eine Geschichte von seinem Vater, die mich sehr berührt hat.
Wenn Ihr die erfahren wollt, dann hört rein in die neueste Episode von Digistoteles

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