Realitätscheck zur digitalen Transformation – Umfrage

Wie sieht die #Realität bei der digitalen #Transformation in Unternehmen aus? Welchen #Sinn haben agile Arbeitsweisen, wie gefährdet ist mein Unternehmen von #Disruption? Nehmen Sie an unserer #Umfrage teil und erfahren Sie, wie sie im Vergleich zu anderen Unternehmen stehen. Mit den New Work Enthusiasten @Michaela Mellinger und @Marthe Glonner

https://lamapoll.de/Management-Agil-Praxischeck/

Digistoteles022: Meetings ohne Gelaber? Vom Wunschtraum zur Umsetzung. Mein Gespräch mit Michaela Stach

Michaela Stach begleitet Unternehmen seit vielen Jahren in Veränderungsprozessen. Sie leitet gemeinsam mit zwei anderen Frauen die Akademie für systemische Moderation und das Business Netzwerk der genialen Frauen. 2011 wurde ihr bewusst, dass die Kernkompetenzen für den Veränderungsprozess noch viel zu wenig in den Unternehmen selber verankert sind. Zudem gab es hierfür keine fundierte Ausbildung. Eine bessere Expertin zum heutigen Thema kann ich mir kaum wünschen, denn sie hat sogar ein Buch darüber geschrieben: „Agil moderieren, konkrete Ergebnisse statt endloser Diskussionen“.

Warum empfinden wir so viele Meetings eigentlich als öde?

Dies ist meine Startfrage und Michaela antwortet sehr konkret: Zum einen haben wir oft viel zu viele Termine, die direkt aufeinander folgen. Dies lässt keine direkte Vor- und Nachbereitung zu. Zudem ist den Teilnehmern häufig weder das Ziel des Meetings klar, geschweige dann der eigene Beitrag. Webkonferenzen verleiten dazu, sich noch leichter ablenken zu lassen. Egal, ob digital oder analog: dieses Verhalten führt dazu, dass den Teilnehmern nicht bewusst ist, eine Mitverantwortung für eine Lösungsfindung zu haben.

Klare Kommunikation von Anfang an

Heißt in der Konsequenz, klare Kommunikation ist der Schlüssel. Und der Einladende muss entsprechend vorbereiten: Grundvoraussetzungen klären, Informationen teilen, Erwartungshaltung kommunizieren. Apropos Kommunikation: Zuhören und nachfragen sind der Schlüssel für ein gemeinsames Verständnis. Ich frage Michaela, ob die Teilnehmer auch das Recht haben, zu sagen, sie würden nicht kommen, wenn sie keinen Beitrag leisten können?

Eine Frage der Arbeitskultur…

Und da ist sie wieder: die Arbeitskultur. Ob Teilnehmer sich trauen abzusagen, hängt vom gelebten Miteinander ab. Und eben nicht von starren Regeln. „Werden Werte im Umgang miteinander gelebt, brauche ich keine starren Regeln“, mein Michaela. Hierzu gehört auch die Fehlerkultur: Darf ich einfach einmal meine Gedanken frei fließen lassen, ohne dass diese sofort bewertet werden?

… und der Führung

Wer „Arbeitskultur“ sagt, muss auch über Führung sprechen. „In einer komplexen Welt ist die Führungskraft nicht mehr in der Lage, alles vorzugeben. Es kommt vielmehr darauf an, das Expertenwissen zu orchestrieren.“ Das heißt auch, Verantwortung an die Experteneams abzugeben. Jeder kann/soll/darf Meetings ansetzen. Gerade hier lässt sich Kultur erlebbar machen.

Banalitäten, die keine sind

Vieles kommt ihren Klienten banal vor, erzählt Michaela. „Wir sind doch erwachsene Menschen, wir brauchen doch nicht lernen, wie man Meetings abhält.“ Dabei wird oft unterschätzt, wie wichtig es ist, wenn wir uns als Menschen begegnen. Aus dem Buch „New Work needs Inner Work“ von Joana Breidenbach und Bettina Rollow hat sie das Einchecken übernommen: sich ein paar Minuten vor Beginn des Meetings Zeit für Persönliches zu nehmen: Wie geht es den Menschen in der Runde? Wenn alle wissen, dass ich die Nacht wegen meines erkälteten Kindes nicht geschlafen habe, können das alle richtig zuordnen. Damit werden Missverständnisse vermieden und wir alle dürfen wir selbst sein: Authentizität ist eben durch nichts zu ersetzen.

Na, neugierig geworden? Hier geht es zur Episode:

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Digistoteles021 – Lernen in der digitalen Welt: Über die Versuchung, eine Abkürzung zu nehmen und die „Amish Hour“ als Konzentrationsübung. Mein Gespräch mit Timo Riedle

Timo Riedle ist einer der Gründer des Startups evalea, das ein ganzheitliches Weiterbildungsmanagement für Unternehmen anbietet. Ein perfekter Gesprächspartner zum Thema „lebenslanges Lernen“. Timo sucht sich selber jedes Jahr ein Themengebiet aus, zu dem er mehr lernen möchte und liest dazu mindestens 10 Sachbücher. Sein aktuelles Thema „positive Psychologie und Schlaf“ ist auch für ihn persönlich relevant, denn durch seine Leidenschaft für amerikanischen Football und Basketball schlägt er sich oft die Nächte um die Ohren, wenn er wieder einmal einer LIveübertragung folgt.

Wir lernen alle viel mehr, als wir glauben

Sobald wir uns einem neuen Thema zuwenden, lernen wir. Seien es nun Fakten oder Fähigkeiten. Gerade letzteres geschieht eher unbewusst.  Dies kann ich bestätigen, seit ich den Podcast betreibe, habe ich meine Fähigkeit des aktiven Zuhörens verbessert. „Wichtig ist, dass wir uns bewusst werden, welche Lernerfolge wir erzielt haben: entweder  durch Selbstreflektion oder durch die Unterstützung Dritter.“

Müssen wir anders lernen in der digitalen Welt?

Die digitale Welt hat die Notwendigkeiten des Lernen schon verändert. Da das Wissen der Menschheit jederzeit vom Smartphone abrufbar ist, brauchen wir weniger Fakten lernen, sondern benötigen vielmehr eine Quellenkompetenz. Wie glaubwürdig ist der Autor dieses Textes? Und wir müssen raus aus unserer Filterblase, andere Standpunkte durchdenken und natürlich müssen wir einen WIssenstransfer schaffen können und verschiedene Quellen miteinander verbinden können zu neuen Einsichten.

Die „Amish Hour“ als Konzentrationsübung und gegen die Versuchung, eine Abkürzung zu nehmen
Die Fähigkeit, zu wirklich neuen Erkenntnissen zu kommen, erwirbt man allerdings nicht nur die Eingabe in das Google Suchfenster, sondern durch echte Konzentration und Beschäftigung mit dem Thema. Müssen wir das nicht alle neu lernen in einer Zeit, in der wir im Sekundentakt durch Meldungen auf unserem Smartphone abgelenkt werden?  „Die digitale Welt verkürzt unsere Aufmerksamkeitsspanne und führt uns in Versuchung, eine Abkürzung zu nehmen. Zum Beispiel über Blinkist. Ich befolge den Rat eines Freundes: die sogenannte „Amish Hour“: Eine Stunde konzentriert mit einem Thema beschäftigen ohne jegliche andere Ablenkung.“ Die Amish Hour – also die Offline Beschäftigung – zeigt den Weg, etwas zu tun, von dem die Online-Welt nichts mitbekommt. Wir machen etwas wirklich nur für uns selbst.

Wir dürfen auch ruhig einmal keine Meinung haben

Die echte Auseinandersetzung mit einem Thema ist laut Timo fast schon ein Luxus geworden: Keine vorgefertigte Meinung haben, keine wohlklingende Meinung aus dem Internet übernehmen – und es auch einmal auszuhalten, etwas nicht zu verstehen, keine Meinung zu haben oder noch unschlüssig zu sein. 

Wichtigstes Lernziel: Anpassungsfähigkeit

Aus Unternehmenssicht ist eine schnelle Adaptionsfähigkeit die größte Aufgabe in der Zeit des stehen Wandels. Lange Planungszyklen sind immer weniger umsetzbar, wir müssen diese Grundsicherheit aufgeben und damit umgehen lernen. Die geringe Planbarkeit wird nie wieder weggehen. Eine Vorlage, die von allen  übernommen werden kann, gibt es nicht. Jedes Unternehmen muss seinen individuellen Weg finden. 

Mehr informelles Lernen

Dass sich so etwas schwer Greifbares wie „Anpassungsfähigkeit“ nicht in einem Seminar mit Frontalunterricht oder gar als E-Learning erlernen lässt, ist fast selbsterklärend. Es wird eher informell gelernt und über Vernetzung – sei es digital oder analog. Ein digitaler Lernkanal ist Twitter, eine analoge Methode ist „Working out Loud“. Damit befähige ich Menschen, sich gegenseitig zu helfen und eigene Ziele zu erreichen. Gerade die soziale Kompetenz wird in Zeiten, in der wiederholende Aufgaben in fast allen Berufen von Maschinen übernommen werden, immer wichtiger. Denn das was an Arbeit für den Menschen übrig bleibt, ist das, was uns als Menschen ausmacht. Eigentlich eine wunderbare Vorstellung, die allerdings von uns eine neue Beschäftigung mit uns selbst erfordert. 

Dies bedeutet, dass richtig eingesetzte Persönlichkeitstest sehr hilfreich sein können. Vorausgesetzt, es gibt keine Wertung: z,B. Extraversion sei wünschenswerter als Intraversion. Wichtig ist, die passende Aufgabe für die eigene Persönlichkeit zu finden. 

Wie immer, ist dies nur ein kurzer Abriss über die Themen dieser Episode. Wenn Sie mehr hören wollen, geben Sie sich die aktuelle Folge auf die Ohren:

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Digitstoteles020 – Warum wir in der Arbeitswelt von morgen mehr Verantwortung für uns selbst übernehmen müssen. Mein Gespräch mit Alexandra Fronius

Meine heutige Gesprächspartnerin Alexandra Fronius (http://www.relaxlife.de/) ist Coach, sie hilft Menschen bei Veränderungsprozessen. Ihr Motto passt zu unserem heutigen Thema „Glück entsteht, wenn Du es zulässt“. Dies bedeutet, Glück passiert nicht „einfach so“, sondern es liegt an mir, ein erfülltes Leben zu führen. Und da schließt sich der Kreis zur Arbeitswelt:

Vom Rädchen im Getriebe zum individuellen Menschen

Wenn mehr und mehr standardisierte Aufgaben von Maschinen übernommen werden, was bleibt dann noch für den Menschen? Das, was uns ausmacht: Kreativität, Empathie, Kommunikationsfähigkeit und unsere individuellen Stärken. Wir sind in Zukunft als immer weniger, das Rädchen im Getriebe, das sich in die Maschinerie „Arbeitswelt“ einfügen muss, sondern wir müssen uns selbst finden. Und darin kann dann auch das Glück liegen.

Nur wer seine Stärken kennt, kann mit seinen Schwächen umgehen

Es fängt schon in der Schule an, meint Alexandra: Wir wollen individuelle Kinder, lassen Individualität aber gar nicht zu. Jeder soll auf das Gymnasium und ein Studium absolvieren. Dies lässt überhaupt keinen Raum für individuelle Entfaltung. Diese ist aber enorm wichtig, denn nur wer seine Stärken kennt, kann mit seinen Schwächen umgehen.

Glück entsteht, wenn man sein Leben selbst in die Hand nimmt

Dabei ist Alexandra davon überzeugt: Glück entsteht, wenn man sein Leben selbst in die Hand nimmt und aus Situationen herausgeht, die einem nicht gut tun. Also selbst die Veränderung auslösen, die man sich wünscht. Leider stehen uns da oft unsere Glaubenssätze im Weg: „Das steht mir nicht zu“ oder „das kann ich nicht“. Leider spiegelt uns dann unsere Umwelt auch genau diese Glaubenssätze, denn etwas anderes erkennen wir gar nicht. Wer kennt es nicht: Jemand macht uns ein Kompliment oder bewundert unsere Leistung und unser erster Reflex ist: „Das ist doch nichts Besonderes“ oder „das war bestimmt nicht ernst gemeint“. Vielleicht auch deshalb, weil wir erzogen worden sind, dass nur harte Arbeit gute Arbeit ist. Wenn etwas leicht gefallen ist, kann es nicht gut sein.

Agile Arbeitsweisen implizieren Eigenverantwortung

Die neue Arbeitswelt entsteht ja schon. Agile Arbeitsweisen finden in selbstorganisierten Teams statt. Es gibt also keine Führungskraft mehr, die etwas anweist und damit auch die Verantwortung hat. In dem Augenblick, in der ich eine Aufgabe übernehme, habe ich auch selber die Verantwortung. Deshalb ist es auch so schwer, in hierarchischen Teams agile Arbeitsweisen zu etablieren. Denn dies erfordert Vertrauen auf allen Seiten: Die Führungskraft muss vertrauen, dass die Menschen die Aufgaben erfüllen können, der Mitarbeiter muss vertrauen können, dass er die Freiheiten auch wirklich hat.

Agiles Arbeiten ist wie eine neue Sprache lernen

Das funktioniert nicht auf Knopfdruck und auch nicht von heute auf morgen. „Das ist wie eine neue Sprache lernen“, sagt Alexandra. Und es sind nicht nur kognitive Fähigkeiten, die auf einmal gefordert sind. Vertrauen zu erlangen ist etwas zutiefst Emotionales.

Zum Schluß sprechen wir noch über die Anforderungen an Schule und Bildung, um uns alle fit für die Zukunft zu machen. Alexandra sagt: „Selbstliebe erlernen müsste ein Schulfach werden“.

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„Tina, was kosten die Kondome?“ – Über Informationssicherheit & Datenschutz. Mein Gespräch mit Hagen Bauer

Hagen Bauer ist Executive IT Spezialist bei IBM, wir kennen uns aus dieser Zeit. Hagen hat das Talent, die trockensten Themen spannend aufzubereiten. Nie werde ich den Vortrag über Docker vergessen, als er seine Zuschauer auch bei diesem Thema in den Bann gezogen hat. Er ist eine seltene Mischung aus Nerd und Entertainment-Talent. Was lag also näher, als Hagen in für das (für mich) eher trockene Thema IT-Sicherheit, Informationssicherheit und Datenschutz einzuladen.

Informationssicherheit bezieht sich nicht nur auf elektronisch gespeicherte Daten

Ich beginne mit der Frage nach der Begriffsdefinition von Datenschutz und Informationssicherheit – Hagen macht sofort deutlich, dass Informationssicherheit weiter betrachtet werden muss, als man gemeinhin denkt: Können Dritte auf meinen Bildschirm schauen, wenn ich vertrauliche Informationen im öffentlichen Raum beabeite? Sind die Informationen in einem (analogen) Ordner in meinem Büro sicher? Gibt es einen abschließbaren Schrank? Und natürlich die Fragen, welche Informationen wir zum Beispiel am Flughafen in unsere Telefone sprechen, mitzuhören von interessierten Nachbarn um uns herum?

Ist die Datenschutzgrundverordnung nicht einfach nur ärgerlich?

Keineswegs, meint Hagen. Sie macht sogar sehr viel Sinn. Er vergleicht die Entwicklung mit dem Automobil. Am Anfang konnte jeder ohne Führerschein und unter Einfluß von Drogen einfach so herumfahren. Bis die Zahl der Autos stieg und die Zahl der Unfälle. Es wurde klar – wir brauchen Regeln. So ist es auch mit dem Datenschutz. Am Anfang hat jeder mit Daten gemacht, was er wollte und jetzt gibt es eben Regeln zu personenbezogenen Daten, an die sich jeder zu halten hat – „das ist erst mal eine coole Sache“.

Datenschutz ist unternehmenskritisch

Ich frage Hagen, ob die DSGVO nicht nur den kleinen Friseur am Wickel hat: Bei dem muss ich ein Formular unterschreiben, das dann in einem sicheren Ordner abgelegt werden muss, damit er mir einen digitalen Kalendereintrag für meinen nächsten Termin geben kann. Nein, es trifft ganz klar zuerst die Großen. Ganz aktuell zum Beispiel die Marriott Hotelkette, die 90 Millionen Pfund Strafe zahlen musste, weil ein kürzlich akquiriertes Unternehmen den Datenschutz nicht eingehalten hat.

Der Unternehmenswert sinkt, wenn die Einhaltung der Datenschutzregelungen nicht eingehalten werden kann

Gerade wenn Unternehmen Geschäftsbereiche verkaufen wollen, sind sie gut beraten, die Einhaltung der Datenschutzregelungen nachweisen zu können. Andernfalls ist der Verkauf gefährdet oder spült deutlich weniger Geld in die Kassen.

Wir brauchen mehr Aufklärung

Nicht nur Unternehmen, sondern wir alle sollten uns viel mehr mit dem Thema auseinandersetzen. Wo macht die Weitergabe von Daten Sinn, weil sie mein Leben verlängern kann (Apple Watch) und wem kann ich überhaupt trauen? Geht Apple mit den Daten sicherer um als meine Krankenkasse?

Hagen bringt es mal wieder auf den Punkt: „WIe damals bei der Aids Kampagne brauchen wir Aufklärung und eine breite Diskussion auf gesellschaftlicher Ebene.“ Wir müssen erkennen, wo Chancen und wo Gefahren sind und uns natürlich auch mit den Zugriffen des Staates auf unsere Daten ausienandersetzen. Und wir alle sollten zusehen, dass wir immer ein USB-Kondom dabei haben.

Na, das Thema ist doch nicht so langweilig oder? Hier geht es zu Episode:

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Inside Fintech Gini: Strukturen und Entscheidungen in einem selbstorganisierten Unternehmen

Gini hilft Buchhaltungen und Bankkunden durch einen intelligenten Assistenten vom Papierkrieg zu befreien. 2011 gegründet, hat es die Startphase mittlerweile hinter sich. Meine Gesprächspartnerin heute ist die Psychologin Nicola Heckler, die bei Gini für  Recruiting und Personal- und Organisationsentwicklung zuständig ist.

 Warum Gini? 

Ich frage Nicola, warum sie sich für Gini als Arbeitgeber entschieden hat. Wie es so oft, spielte am Anfang der Zufall eine Rolle. Als sie von der besonderen Firmenkultur erfuhr und sich diese im Gini Handbuch genauer anschaute, was sie fasziniert. Ein Unternehmen abseits der klassischen Hierarchie mit einer ganz anderen Art von Führung und Entscheidungsfindung, die viel auf Kommunikation und den Unternehmenswerten beruht. 

Unternehmenswert „Love“  

Fangen wir mit „Love“ an – oder „Herzlichkeit“ wie Gini es ins Deutsche übersetzt – als eine der Unternehmenswerte. Konkret heißt das – Wertschätzung und Respekt in jeder menschlichen Begegnung. Dies hat sie schon bei ihrem eigenen Bewerbung berührt. Heute sagt sie, dass es sie immer noch begeistert, dass sie nicht nur von Experten ihres Fachs umgeben ist, sondern auch von Menschen, die emphatisch sind und eine besondere Atmosphäre schaffen. Dies hat für Nicola zu einer persönlichen Weiterentwicklung geführt, die auch ins Private reicht.  

Wie verhandelt man Gehälter in einem transparenten Unternehmen?  

Transparenz ist ein Unterpunkt der Werte „Einsatz und Verantwortung“. Wie funktioniert dies bei Gehaltsverhandlungen? Ziel war es von Anfang an, eher zurückhaltende Mitarbeiter nicht zu benachteiligen, die von sich aus vielleicht gar nicht nach einer Gehaltserhöhung fragen würden. Grundlage der Gehaltsrunden sind Peer to Peer Beurteilungen und das Abschneiden des jeweiligen Teams. Das Ranking der Teams ist transparent für alle. 

Entscheidungsfindung in der Selbstorganisation 

Die große Frage: Wie werden Entscheidungen in einem Unternehmen ohne klassische Führungsrollen getroffen? Grundsätzlich geht es darum: Es muss nicht die eigene Meinung durchgesetzt werden, aber jeder, der von einer Entscheidung betroffen ist, muss Input geben können. Je nach Größe der Entscheidung hat ein Einzelner das Mandat zur Entscheidung, muss aber die Entscheidung begründen können. Bei größeren Themen wird im Konsent und nicht im Konsens (Kompromiss) entschieden. Das heißt, es wird ein konkreter Entscheidungsvorschlag gemacht, wenn niemand einen begründeten (!) Einwand hat, wird die Entscheidung umgesetzt. Heißt umgekehrt aber auch, dass ein einziger Einwand eine Entscheidung drehen kann, wenn derjenige dies so gut begründen kann, dass er die anderen überzeugt.  

Feedback auch in der Entscheidungsfindung 

Und da haben wir wieder die Feedback-Kultur. Die Vorteile heben den Nachteil der höheren Aufwandes auf: Auseinandersetzen mit anderen Sichtweisen und Selbstwirksamkeit. Selbst wenn mir eine Entscheidung vielleicht nicht 100%ig gefällt, habe ich doch einen Beitrag leisten können. Und zwar nicht „einfach so“, weil man gerade auf Krawall gebürstet war, sondern mit einer fundierten Begründung, warum diese Entscheidung die Erreichung der Unternehmensziele verhindern würde oder gegen die Werte verstoßen würde. Wer sich hier genauer informieren möchte, kann sich den Gini Blogeintrag zu dem Thema durchlesen.

Mit Nicola rede ich auch noch über die Gründe für die Selbstorganisation und welche Hürden Gini auf dem Weg dahin nehmen musst. Neugierig geworden? Dann hört rein in die neueste Episode von Digistoteles.

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