Decentralized Autonomous Organization – libertärer Traum oder Alptraum?

Dorothee schreibt in Ihrem Beitrag Digital Heroes 2016: Von Mittweida aus die Regeln der Weltwirtschaft ändern?

“Ganze nennt sich “Decentralized Autonomous Organization”, kurz DAO. Da sie keinen physikalischen Firmensitz hat, unterliegt sie auch keiner Rechtsprechung irgendeines Landes.”

Das zeigt sehr schön das Potential von Technologie.

Ich muss aber auch sagen, dass ich mich bei dem Zitat nicht so ganz wohl fühle. Keiner staatlichen Rechtssprechung zu unterliegen, halte ich nicht für ein sinnvolles Ziel oder Ergebnis – weder von aussen noch von innen betrachtet.

Aussensicht

  • Der libertäre Traum: keine Regeln, keine Steuern und ein Verhältniswahlrecht nach Besitzanteilen
  • Die einzige Steuerung erfolgt über den – nur durch den smart Contract definierten – Markt
  • Spätestens, wenn mit der klassischen Welt interagiert wird, also z.B. klassisches Geld fliesst, unterliegt man auch aus meiner Sicht sicher wieder einer Staatlichen Rechtssprechung

Innensicht

  • Wenn ich keiner Rechtssprechung unterliege, dann hilft mir auch keiner bei der Rechtsdurchsetzung
  • Die radikale Dezentralisierung erzeugt die Gefahr, dass die Organisation gesichtslos wird. Wie kann eine solche Organisation Profil / Haltung / Verantwortung generieren?

Fazit

Das Fazit aus dem Ted x Talk, nach dem Scheitern erst mal mit kleineren Schritten zu testen wohin die reise geht, halte ich für sehr vernünftig. Der Ansatz, jetzt erst mal mit Spenden weiterzumachen ist da deutlich harmloser, birgt aber immer noch grosse Risiken des Missbrauchs.

Den Begriff “Hacking” halte ich hier durchaus für angebracht. Eine technische Lösung wurde für etwas verwendet, wofür es nicht vorgesehen war.