Estland – Heimat für den digitalen Weltbürger

Gerade habe ich auf der Solutions in Hamburg #SSH17 den Informationsstand von Estland besucht und ich war beeindruckt. Ich kenne kein anderes Land, das die Digitalisierung so ernst nimmt und mit großen Schritten vorangeht. Als Este begegnet man der analogen Verwaltung nur noch beim Hauskauf, der Heirat und der Scheidung.

Digitalisierung soll Estland in die Weltspitze katapultieren

Die Estin auf dem Stand sagte mir: Wir wollen weg von dem Land, in das man wegen der billigen Arbeitskräfte investiert. Wie wollen ein Land werden, das ideale Bedingungen für Start-Ups bietet, weil wir modern, flexibel und wirklich digital sind. Dann zeigte sie mir die Digitale ID Card, die jeder erwerben kann – egal, ob er Einwohner Estlands ist oder nicht. Digitalisierung bedeutet also auch in der Verwaltung und Politik eine Sicht auf Menschen als Weltbürger.

Was für eine Visison wird hier gerade Realität, während sich der Rest Europas mit der Abschottung der Grenzen beschäftigt! Großartig und nachzulesen hier.

“Estonia is creating a borderless digital society for global citizens as the first country to offer e-Residency.”

Denn was für Unternehmen gilt, gilt natürlich auch für Staaten und Gesellschaften. Um attraktiv für Investoren, kreative Köpfer und Macher zu sein, muss man sich öffnen und diesem Menschen etwas bieten.

Mit der Identity Card kann JEDER (!):

  • innerhalb eines Tages ein Unternehmen anmelden
  • Alle Behördengänge im Umfeld dieses Business können komplett online abgewickelt werden. Damit wird der BehördenGANG also überflüssig.  😉
  • Anstelle einer Unterschrift gilt die Digitale ID – Alle Dokumente können demnach digital übermittelt werden
  • die Steuern aus den Einnahmen werden (natürlich) ebenfalls komplett online übermittelt

Das Resultat: Über 20.000 digitale Bürger aus über 138 Ländern nutzen diesen Service. Bis 2025 will Estland mehr als 10 Millionen E-Residents ins Land holen. Ein belgischer Freiberufler nutzt die E-Residency, um in Estland sein Gerwerbe anzumelden, das in seiner Heimat  16.000 € kosten würde. Wenn die Gewinne in der FIrma bleiben, fällt keine Körperschaftssteuer an.

Ich habe dann noch gefragt, ob denn die Bürger keine Bedenken wegen Sicherheit und Datenschutz hätten. Darauf antwortete sie mir: “Doch es gab und gibt durchaus Bedenken, aber die große Mehrheit der Esten schätzt die Chancen höher ein als die Risiken”.

Estland setzt auf Blockchain Technologie für die sichere Transaktion von Daten. Muss es daher wundern, dass eine der größten Blockchain Technologie Firmen in Estland beheimatet ist? Guardtime heißt das Unternehmen und berät unter anderem die US-Regierung.

Ich bin sehr gespannt, wie sich Estland wirtschaftlich weiter entwickeln wird. Wahrscheinlich werden sie bald als leuchtendes Vorbild sehen. Und zeigt gerade den Briten wie ein moderner Staat sich aufstellen muss. Natürlich nicht nur den Briten.

Man sieht wie wichtig, Digitalisierung für unser aller Wohlstand ist. Trotzdem kommt es im aktuellen Wahlkampf nicht vor. Wir sind dabei, unsere Zukunft zu verschlafen.

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