Neue Prozesse mit agilen Methoden definieren? Von der Protoypen – in die Serienentwicklung. Mein Gespräch mit Marc Fiedler

Marc Fiedler ist Maschinenbauingenieur, ist dieses Jahr Vater geworden und liebt beruflich Mathematik und Physik. Er ist schon früh in seiner Karriere zur Führungskraft aufgestiegen und hat sich damit auseinandergesetzt, wie diverse Teams die besten Ergebnisse erzielen. Er hat in klassischen Hierarchien gearbeitet, ist jetzt bei Hofer-pdc in einem Unternehmen, das sich aktiv mit der Weiterentwicklung der Organisation beschäftigt.

Herausforderung: Vom Protoypen in die Serienentwicklung

Über die Jahre hat die Firma Hofer über die Herstellung von Protoypen für Antriebe so viel KnowHow erreicht, dass der nächste Schritt der Übergang in die Serienentwicklung war. Dies war die erste Aufgabe für Marc im neuen Unternehmen. Wie schafft man es, die sehr auf Wissenschaft und Technik fokussierte Herangehensweise stärker in Prozesse zu gießen und was heißt das für die Organisation? Von seiner Chefin hat er dabei die Freiheit bekommen, neue Methoden auszuprobieren und ergebnisoffen vorzugehen.

Ziel: Ein Gefühl der Sicherheit geben in einem komplexen Umfeld

Teil der Aufgabe war es, Menschen aus unterschiedlichen Standorten und Kompetenzen zusammenzubringen und daraus eine einheitlich agierende Zelle zu schaffen. Dazu gehört es auch, die Sicherheit zu vermitteln, dass der Umgang mit Komplexität machbar ist – mit den richtigen Methoden. Ein konkretes Beispiel: Ein Experte zu einem spezifischen Thema hat das Unternehmen verlassen. Wie kann diese Kompetenz ersetzt werden? Indem man Kommunikation in Gang setzt: sichtbar macht, wer welche Fähigkeiten hat und die richtigen Personen zusammenbringt. Das Wissen ist im Unternehmen da – es muss transparent gemacht werden und die Möglichkeit zum Austausch gegeben werden.

Erster Schritt: Sich als Mensch begegnen

Dazu muss man sich persönlich begegnen und sich kennenlernen. Auf die Frage „Was hat das jetzt mit unserer technologischen Aufgabenstellung zu tun?“ antwortete Marc: „Nichts, aber wie wollen wir die nächsten Jahre an solch einer komplexen Aufgabe zusammen arbeiten, wenn wir nichts voneinander wissen?“ Alleine in diesem ersten Schritt fanden sich schon Kollegen mit gemeinsamen Interessen, von denen sie vorher nichts wussten. In dieser offenen Atmosphäre würden Kompetenzen sichtbar, die dann verknüpft wurden – die passenden Austauschwege wurden so gefunden.

Gemeinsame Werte helfen loszulassen

Der nächste Schritt ist dann immer noch nicht die fachliche Arbeit, sondern die Definition gemeinsamer Werte. Marc beschreibt, wie ihm das als Führungskraft geholfen hat, loszulassen. Denn er hat festgestellt, dass sich das Team selber reguliert, in dem es sich immer wieder auf die gemeinsam definierten Werte beruft.

Wie schwer war es, die neuen Ansätze zu etablieren?

Gar nicht schwer, meint Marc. Was eigentlich nicht verwundert, denn Marc ist Überzeugungstäter. Er wendet die Methoden nicht einfach nur an, weil es gerade in ist, sondern weil er zutiefst davon überzeugt ist, dass Zusammenarbeit nur auf Basis eines Miteinander wirklich gut gelingen kann. Und da sind wir bei den Anfängen seiner Karriere als Führungskraft.

Wie führt man ein Team aus vielen unterschiedlichen Experten?

Er war in seiner ersten Führungsaufgabe für ein Team mit ganz unterschiedlichen Kompetenzen verantwortlich. Da lag es schon in der Natur der Aufgabe, dass er fachlich nicht besser sein konnte als seine Teammitglieder. Heißt, er war gar nicht in der Lage, allen strikt vorzugeben, was sie zu tun hatten. Das war der Antrieb, sich mit neuen Führungsthemen  wie selbstorganisierte Teams zu auseinanderzusetzen. 

Einfach mal ausprobieren

Marc hat auch keine Angst, einfach mal etwas auszuprobieren und zu schauen, ob es funktioniert oder nicht. Die Grundvoraussetzung in komplexen Arbeitswelten und stetem Wandel. Und Marc hat noch etwas, das vielleicht noch entscheidender ist für den Erfolg seiner Arbeit: Er hat ein positives Menschenbild. Das strahlt auf die Menschen in seiner Umgebung ab – es ist einfach schön, mit Marc zu arbeiten. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Woher er das hat? Vielleicht von seinem Vater. Denn auf meine Frage nach einem Beispiel für seinen Führungsstil  erzählt er eine Geschichte von seinem Vater, die mich sehr berührt hat.
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