Inside Fintech Gini: Strukturen und Entscheidungen in einem selbstorganisierten Unternehmen

Gini hilft Buchhaltungen und Bankkunden durch einen intelligenten Assistenten vom Papierkrieg zu befreien. 2011 gegründet, hat es die Startphase mittlerweile hinter sich. Meine Gesprächspartnerin heute ist die Psychologin Nicola Heckler, die bei Gini für  Recruiting und Personal- und Organisationsentwicklung zuständig ist.

 Warum Gini? 

Ich frage Nicola, warum sie sich für Gini als Arbeitgeber entschieden hat. Wie es so oft, spielte am Anfang der Zufall eine Rolle. Als sie von der besonderen Firmenkultur erfuhr und sich diese im Gini Handbuch genauer anschaute, was sie fasziniert. Ein Unternehmen abseits der klassischen Hierarchie mit einer ganz anderen Art von Führung und Entscheidungsfindung, die viel auf Kommunikation und den Unternehmenswerten beruht. 

Unternehmenswert „Love“  

Fangen wir mit „Love“ an – oder „Herzlichkeit“ wie Gini es ins Deutsche übersetzt – als eine der Unternehmenswerte. Konkret heißt das – Wertschätzung und Respekt in jeder menschlichen Begegnung. Dies hat sie schon bei ihrem eigenen Bewerbung berührt. Heute sagt sie, dass es sie immer noch begeistert, dass sie nicht nur von Experten ihres Fachs umgeben ist, sondern auch von Menschen, die emphatisch sind und eine besondere Atmosphäre schaffen. Dies hat für Nicola zu einer persönlichen Weiterentwicklung geführt, die auch ins Private reicht.  

Wie verhandelt man Gehälter in einem transparenten Unternehmen?  

Transparenz ist ein Unterpunkt der Werte „Einsatz und Verantwortung“. Wie funktioniert dies bei Gehaltsverhandlungen? Ziel war es von Anfang an, eher zurückhaltende Mitarbeiter nicht zu benachteiligen, die von sich aus vielleicht gar nicht nach einer Gehaltserhöhung fragen würden. Grundlage der Gehaltsrunden sind Peer to Peer Beurteilungen und das Abschneiden des jeweiligen Teams. Das Ranking der Teams ist transparent für alle. 

Entscheidungsfindung in der Selbstorganisation 

Die große Frage: Wie werden Entscheidungen in einem Unternehmen ohne klassische Führungsrollen getroffen? Grundsätzlich geht es darum: Es muss nicht die eigene Meinung durchgesetzt werden, aber jeder, der von einer Entscheidung betroffen ist, muss Input geben können. Je nach Größe der Entscheidung hat ein Einzelner das Mandat zur Entscheidung, muss aber die Entscheidung begründen können. Bei größeren Themen wird im Konsent und nicht im Konsens (Kompromiss) entschieden. Das heißt, es wird ein konkreter Entscheidungsvorschlag gemacht, wenn niemand einen begründeten (!) Einwand hat, wird die Entscheidung umgesetzt. Heißt umgekehrt aber auch, dass ein einziger Einwand eine Entscheidung drehen kann, wenn derjenige dies so gut begründen kann, dass er die anderen überzeugt.  

Feedback auch in der Entscheidungsfindung 

Und da haben wir wieder die Feedback-Kultur. Die Vorteile heben den Nachteil der höheren Aufwandes auf: Auseinandersetzen mit anderen Sichtweisen und Selbstwirksamkeit. Selbst wenn mir eine Entscheidung vielleicht nicht 100%ig gefällt, habe ich doch einen Beitrag leisten können. Und zwar nicht „einfach so“, weil man gerade auf Krawall gebürstet war, sondern mit einer fundierten Begründung, warum diese Entscheidung die Erreichung der Unternehmensziele verhindern würde oder gegen die Werte verstoßen würde. Wer sich hier genauer informieren möchte, kann sich den Gini Blogeintrag zu dem Thema durchlesen.

Mit Nicola rede ich auch noch über die Gründe für die Selbstorganisation und welche Hürden Gini auf dem Weg dahin nehmen musst. Neugierig geworden? Dann hört rein in die neueste Episode von Digistoteles.

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