Digitstoteles020 – Warum wir in der Arbeitswelt von morgen mehr Verantwortung für uns selbst übernehmen müssen. Mein Gespräch mit Alexandra Fronius

Meine heutige Gesprächspartnerin Alexandra Fronius (http://www.relaxlife.de/) ist Coach, sie hilft Menschen bei Veränderungsprozessen. Ihr Motto passt zu unserem heutigen Thema „Glück entsteht, wenn Du es zulässt“. Dies bedeutet, Glück passiert nicht „einfach so“, sondern es liegt an mir, ein erfülltes Leben zu führen. Und da schließt sich der Kreis zur Arbeitswelt:

Vom Rädchen im Getriebe zum individuellen Menschen

Wenn mehr und mehr standardisierte Aufgaben von Maschinen übernommen werden, was bleibt dann noch für den Menschen? Das, was uns ausmacht: Kreativität, Empathie, Kommunikationsfähigkeit und unsere individuellen Stärken. Wir sind in Zukunft als immer weniger, das Rädchen im Getriebe, das sich in die Maschinerie „Arbeitswelt“ einfügen muss, sondern wir müssen uns selbst finden. Und darin kann dann auch das Glück liegen.

Nur wer seine Stärken kennt, kann mit seinen Schwächen umgehen

Es fängt schon in der Schule an, meint Alexandra: Wir wollen individuelle Kinder, lassen Individualität aber gar nicht zu. Jeder soll auf das Gymnasium und ein Studium absolvieren. Dies lässt überhaupt keinen Raum für individuelle Entfaltung. Diese ist aber enorm wichtig, denn nur wer seine Stärken kennt, kann mit seinen Schwächen umgehen.

Glück entsteht, wenn man sein Leben selbst in die Hand nimmt

Dabei ist Alexandra davon überzeugt: Glück entsteht, wenn man sein Leben selbst in die Hand nimmt und aus Situationen herausgeht, die einem nicht gut tun. Also selbst die Veränderung auslösen, die man sich wünscht. Leider stehen uns da oft unsere Glaubenssätze im Weg: „Das steht mir nicht zu“ oder „das kann ich nicht“. Leider spiegelt uns dann unsere Umwelt auch genau diese Glaubenssätze, denn etwas anderes erkennen wir gar nicht. Wer kennt es nicht: Jemand macht uns ein Kompliment oder bewundert unsere Leistung und unser erster Reflex ist: „Das ist doch nichts Besonderes“ oder „das war bestimmt nicht ernst gemeint“. Vielleicht auch deshalb, weil wir erzogen worden sind, dass nur harte Arbeit gute Arbeit ist. Wenn etwas leicht gefallen ist, kann es nicht gut sein.

Agile Arbeitsweisen implizieren Eigenverantwortung

Die neue Arbeitswelt entsteht ja schon. Agile Arbeitsweisen finden in selbstorganisierten Teams statt. Es gibt also keine Führungskraft mehr, die etwas anweist und damit auch die Verantwortung hat. In dem Augenblick, in der ich eine Aufgabe übernehme, habe ich auch selber die Verantwortung. Deshalb ist es auch so schwer, in hierarchischen Teams agile Arbeitsweisen zu etablieren. Denn dies erfordert Vertrauen auf allen Seiten: Die Führungskraft muss vertrauen, dass die Menschen die Aufgaben erfüllen können, der Mitarbeiter muss vertrauen können, dass er die Freiheiten auch wirklich hat.

Agiles Arbeiten ist wie eine neue Sprache lernen

Das funktioniert nicht auf Knopfdruck und auch nicht von heute auf morgen. „Das ist wie eine neue Sprache lernen“, sagt Alexandra. Und es sind nicht nur kognitive Fähigkeiten, die auf einmal gefordert sind. Vertrauen zu erlangen ist etwas zutiefst Emotionales.

Zum Schluß sprechen wir noch über die Anforderungen an Schule und Bildung, um uns alle fit für die Zukunft zu machen. Alexandra sagt: „Selbstliebe erlernen müsste ein Schulfach werden“.

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