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Design Thinking in der Organisation mit verteilten Teams

Eines der Grundprinzipien für den Erfolg in der heutigen Welt ist, wir müssen Innovationen beschleunigen und nicht Menschen. Ergebnisse anstelle Aktionismus. Ziemlich unbestritten hat Design Thinking hier einen festen Platz in vielen Unternehmen eingenommen – nicht nur in der Produktentwicklung.

Ich stelle mir schon länger die Frage (und teste gerade verschiedene Varianten), wie man Design Thinking auch remote durchführen kann. Selbst wenn ein inspirierender Raum für ein Team eigentlich zwingend dazu gehört, das skaliert eben nicht immer. Spätestens nach der “Ideation” Phase muss man auch verteilt arbeiten können. Für die virtuellen Tafeln hat sich ja Mural schon einigermaßen durchgesetzt. Allerdings müssen Abstimmungen auch komplett remote möglich sein und die Ergebnisse oder Erkenntnisse dann organisiert abgearbeitet werden können.

Ich benutze schon seit einiger Zeit Trello als “Personal Kanban Board”. In der modernen Aufgabenverwaltung gibt es (für mich) keine bessere Darstellungsweise, um die Aufgaben des Teams zu organisieren. Dies gilt vor allem für selbstorganisierende (selbstverantwortliche) Teams. Machen wir also einen kleinen Ausflug in die Kanban Welt.

Kanban beschreibt eine visuelle und effektive Methode des Aufgabenmanagements. Die Ursprünge dieser Methode liegen beim japanischen Autobauer Toyota und der Begriff Kanban bedeutet übersetzt so viel wie “Signalkarte”. Design Thinker werden sich also wohl fühlen, wenn man auch hier mit Karten arbeitet 🙂

Kanban ist kurz gefasst eine visuelle Methode zur Bearbeitung innerhalb einer Wertschöpfungskette. Letztendlich sollte es ja auch um die Wertschöpfungskette gehen, in der Theorie des Lean Management. Verschiedene Spalten stellen in Kanban unterschiedliche Status dar, wobei die erste Spalte den Anfangszustand einer Aufgabe darstellt – egal was es ist, wegen mir einfach nur eine Idee. Neue Aufgaben, in Form einer Karte, werden zuerst in dieser ersten Spalte abgelegt, und durchlaufen während der Bearbeitung die verschiedenen Status-Spalten des Kanban-Boards. Der große Vorteil hiervon: Es entsteht ein klarer Prozess zum Bearbeiten der Aufgaben. Teammitglieder wissen genau, was zu tun ist, wie ihre Arbeit mit derer anderer Personen in Verbindung steht und sie können in Echtzeit gemeinsam und gleichzeitig Projekte bearbeiten. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte heißt es.

Foto: Kanban Board zur Entwicklung eines AI Anwendungsfalles mit Design Thinking

Ich habe eine Idee die ich mit Kollegen evaluieren möchte. Wie ist dann der Arbeitsablauf (oder Flow, wenn man schön konzentriert ist) darzustellen? Im Team Kanban stellt man die Idee einfach zur Abstimmung ein. Durch positive Abstimmung und Rückmeldung in den Kommentaren möchte ich die Idee weiterverfolgen. Ich erstelle ein (mit der Idee verknüpftes) Kanban Board, hier im Beispiel zur Ausarbeitung einer Methode für AI Anwendungsfälle.

Alle Teilnehmer (oder Follower die sich informiert halten möchten) erhalten so Einblick in Echtzeit in den vollständigen Kontext, Diskussionen, relevante Dateien, Links oder Bilder, die bereits an die Aufgabe angehängt sind. Alle erforderlichen Informationen stehen immer und aktuell zur Verfügung. Als Ergänzung zum klassischen Kanban können Aufgaben zudem terminiert werden – also ein kleiner Schritt in das Projektmanagement. Ich sage dann “Office Kanban” dazu.

Warum ist das effektiv?

1. Man kann den vollständigen Arbeitsfluss im Kontext visualisieren. Die zu liefernden Projektergebnisse werden in Inkremente, die Projektlaufzeit wird in kurze Iterationen aufgeteilt.

2. Man fängt keine neue Aufgabe an, bevor nicht eine andere erledigt ist.

Das ist im Übrigen das Grundprinzip von “agil”, selbst bei Scrum. Begonnene Arbeiten werden nicht weg-priorisiert oder weg-hierarchiert. Man kann im Flow arbeiten, ohne ständige neue “Rüstzeiten” (erneute Aufnahme der Aufgabe und erneutes Hineindenken).

3. Man kann durch die Rückmeldung aus den Teams sehen, wie gut man von den Ressourcen für das Projekt aufgestellt ist. Es gibt keine vorherige Planung die weit weg von der Realität ist um dann durch Druck doch noch irgendwie umgesetzt zu werden – und so die Menschen verschleißt und/oder die Qualität beeinträchtigt.

4. Die durchschnittliche Zeit zwischen Beginn und Fertigstellung einer Aufgabe wird gemessen und man versucht ständig Wege zu finden, diese Zeit zu verringern oder Konstant zu machen. So kommt man zu einer gezielten Arbeitsweise, ständigen Übersicht bei hoher Qualität. Der Fokus liegt auf der Wertschöpfung.

Somit ist die Kanban Methode also bestens geeignet, um die Phasen und Ergebnisse aus Design Thinking Workshops aufzuteilen und in die jeweils nächste Phase zu bringen. Bis aus den Ideen Innovationen (z.B. neue Produkte) werden.

Mural als Werkzeug habe ich oben schon kurz erwähnt – damit kann man virtuell Ideen sammeln und Zettel “kleben”, Design Thinking Phasen wie “Persona” oder “Empathy Map” darstellen sowie eine “Business Model Canvas” gemeinsam ausfüllen.

Foto: Mural Board im Ideation Prozess bei der Kategorisierung

Jetzt geht es aber mit Kanban an die Umsetzung der Ideen oder Prototypen. Da ich als persönliches Kanban Board bisher “Trello” genutzt habe, lag es nahe, das hier auch mal zu testen. Damit kommt man auch recht weit und kann es mit anderen Werkzeugen von Atlassian verbinden. Zudem bietet es, ähnlich wie das Confluence Wiki, sogenannte “Power-Ups” an und es gibt auch noch Jira für Entwickler oder Scrum. Man kann also durch “In-App-Käufe” die Fähigkeiten erweitern oder auch eigene programmieren und hinzufügen. Wer bereits Atlassian im Hause hat, für den ist das wahrscheinlich auf die beste Lösung.

Es gibt aber auch noch andere starke Lösungen im Markt wie Wrike, Smartsheet, Kanbanize Slack oder auch GitHub für Programmierer. Durchweg brauchbare Werkzeuge mit eigenen Stärken und Schwächen. Mein persönlicher Favorit ist aber “Taskworld“. Der Name ist etwas irreführend, eigentlich müsste die Software oder App “KeepThingsDone” heißen oder so. Was mag ich daran? Es ist nahezu selbsterklärend in der Bedienung und grafisch auch recht klar. Es bietet verschiedene Kanban Templates als auch klassische Sichtweisen wie Gantt Charts und auch ein gutes Reporting – ebenso wie eine Sicht auf meine offenen Tasks.

Foto: Offene Tasks von Projekten und Personen

Ebenso beinhaltet es alle Komponenten die man für die Zusammenarbeit benötigt, von Chat (pro Karte, Projekt oder Generell) als auch Dateimanagement – inkl. Verbindungen zu Box, DropBox, … Man hat also nahezu keinen Integrationsaufwand – es sei denn, man mag zwingend unternehmensinterne Werkzeuge damit verbinden.

Noch mehr überzeugt hat mich aber der Support – es nimmt jemand ab ohne kompliziertes Telefonmenü, die Person ist auch noch kompetent und selbst per Mail kommt man schnell weiter. Ein weiteres Argument sind die Optionen die Software on prem, als dedizierten Server oder Cloud-Angebot zu erhalten. Dies löst auch eine ganz wichtige Frage: die der Datenablage und dem Datenschutz nach BDSG und der DSGVO.

Wenn ich meine ersten Design Thinking Projekte mit remote Teams abgeschlossen habe, melde ich mich zum Teil 2 des Erfahrungsberichtes. Es bleibt spannend. Wie immer.

Warum Lob der uncoole Verwandte der Anerkennung ist

Das Streben nach Anerkennung ist ja einer der größten Triebfedern menschlichen Handelns. Eine Steilvorlage für Führungskräfte – einfach Freitag mittags ein bisschen Bonuspunkte verteilen und schon klappt das mit Motivation und Teamspirit. Leider ist da der etwas peinliche Verwandte der Anerkennung – nämlich das Lob. Beide werden schnell mal miteinander verwechselt, sie sehen sich nämlich auf den ersten Blick ein wenig ähnlich. Leider lösen sie unterschiedliche Dinge aus – und da sind wir mitten im Thema.

Nähern wir uns dem Thema über die Synonyme (Woxikon), die man mit beiden Begriffen verbindet:

Anerkennung – Errungenschaft, Wertschätzung, Fortschritt, Durchbruch, Triumph

Lob –Belohnung, Prämie, Auszeichnung, Gegenleistung, Bestätigung

Lob erwartet Gegenleistung

Sie werden es schon erkannt haben: Gelobt wird, wenn jemand Vorgaben erfüllt hat. Dafür bekommt er eine Gegenleistung, nämlich Lob und Prämien. So wie etwa der Schüler, der eine Eins in Mathe hat und dafür mehr Taschengeld bekommt. Nicht umsonst haftet dem Lob etwas Streberhaftes an. Der Lobende übt eine Machtposition aus: Der Lehrer, der Vorgesetzte loben für erwartete und erwünschte Verhaltensweisen. Woran erinnert Sie das? Richtig – an die Hierarchie! Der Lobende ist nämlich zugleich immer in der Machtposition – also Lehrer oder Vorgesetzter. Der, der gelobt wird, hat vorher eine Gegenleistung erbracht – für die er den erwarteten Lohn erhalten möchte. Entweder in Form von Noten oder variablen Gehaltsanteilen. Ist das die außergewöhnliche Triebfeder, von der wir alle immer reden? Nein, natürlich nicht. Der Lobende hat ja vorher schon seinen Teil geleistet und hat das Lob sozusagen erwartet. Der Schüler, der im Diktat Null Fehler hat oder der Vertriebsmitarbeiter, der die Vorgaben zu 100% erfüllt hat, erwartet eine Note 1 oder die Auszahlung der variablen Gehaltsanteile. Beides löst keinen Motivationsschub aus oder verhilft zu besonders toller Arbeitsatmosphäre. Denn der Lobende selber lobt aus einem Kalkül heraus – Lob und Gegenleistung stehen im engen Zusammenhang.

Anders dagegen die Anerkennung. Die Synonyme aus Woxikon deuten es schon an: Anerkennung steht im Kontext von Dingen, die eben NICHT dem Erwartbaren entsprechen, sondern etwas Besonderes sind. Anerkennung hat mit der Erfüllung von Vorgaben nichts zu tun. Sie wird aus einer inneren Empfindung heraus ausgesprochen und genau deshalb ist sie für denjenigen, der Anerkennung bekommt, auch so euphorisierend. Wenn es sich um eine Empfindung handelt, dann kann man ja nicht bewusst Anerkennung spenden, oder? Sie müsste dann ja quasi ungeplant entstehen. Ganz so ist es nicht: Ein Klima, in dem Anerkennung gedeiht, kann man durchaus bewusst herbeiführen: Indem man sich mit dem Gegenüber befasst. Was sind die individuellen Stärken eines Menschen, was treibt ihn an? Dann wird einem viel eher bewusst, welche „Errungenschaften“ (siehe oben, Woxikon) jemand erreicht hat.

Ein Beispiel:

Ein Kollege – nennen wir in Markus – organisiert einen Event, der so noch nie stattgefunden hat: mit besonderen Sprechern, ungewöhnlicher Location und besonderem Catering. Markus musste für die Umsetzung kämpfen, denn die Vorgesetzten mussten Budgets freigeben. Er hat aber so überzeugend von der Idee gesprochen, dass er das nötige Geld bekommen hat.  Über Wochen hat Markus nicht nur seine Arbeitszeit für den Event eingesetzt, sondern sich auch in seiner Freizeit damit beschäftigt. Das Ergebnis: Viele Teilnehmer, teilweise sogar neue Kontakte und durch die Nachbereitung durch den Vertrieb haben sich neue Geschäftsmöglichkeiten ergeben.

Ein Lob würde so ausfallen:

„Heute möchte ich Markus für die besonderen Anstrengungen für die Eventorganisation danken. Wir konnten damit unsere Umsatzziele früher als erwartet erreichen. Deshalb möchte ich Markus als Dank einen Gutschein für ein Wochenende in Athen schenken. Markus, danke, dass Du in besonderer Weise zur Erreichung der Teamziele beigetragen hast.“ Michael, der Teamleiter.

Anerkennung sieht so aus:

„Markus, ich bin beeindruckt, mit welcher Hartnäckigkeit Du diesen Event vorangetrieben hast. Dass es solch ein Erfolg wurde, haben wir Dir zu verdanken: Du hast so überzeugend für Deine Idee eingestanden, dass Du das Budget dafür bekommen hast. Mit Deiner Persönlichkeit und Deiner Ausstrahlung hast Du besondere Redner gewinnen können. Ich habe viel daraus gelernt. Markus, wie schön, dass Du bei uns bist.“

Der Unterschied ist deutlich

Das Lob hat nicht den Adressaten im Fokus, die Anerkennung bezieht sich ausschließlich auf ihn.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass im wahren Leben die Grenzen zwischen Lob und Anerkennung auch einmal verschwimmen können. Wie es bei Ihnen mit der Arbeitskultur aussieht, können Sie daran erkennen, in welchem Ausmaß bei Ihnen Anerkennung gestiftet wird – also auch vom Mitarbeiter zur Führungskraft. Wenn dies möglich oder sogar üblich ist, sind Sie auf einem guten Weg.

Nur so werden Mitarbeiter die neuen Wege beschreiten, ihre Potentiale freisetzen und Risiken eingehen. Alles Dinge, die beim Kulturwandel so häufig herbeigewünscht werden.

Vom Zauber der Anerkennung

Fast immer spreche ich in meinen Vorträgen und Workshops zu Kulturwandel und Überdenken von Hierarchien davon, dass einer der wichtigsten Treiber für menschliches Handeln das Streben nach echter Anerkennung ist. Mit Betonung auf echter (!)  Anerkennung und nicht ein Lob der Führungskraft für die korrekte Erbringung von geforderten Leistungen. Was zeichnet dann Anerkennung aus, die diese Strahlkraft auf Menschen ausübt?

Vor wenigen Wochen war ich Zeugin eines wunderbaren Beispiels: Ich musste beruflich in die USA fliegen, was bedeutet, es lagen etwa 8 Stunden Flug vor mir. Das Boarding war so gut wie beendet, als ein Mann in der Reihe vor mir mit einer gut gefüllten Heinemann Tüte in der Hand zu zwei Stewardessen in der Nähe ging und den beiden die Tüte überreichte. „Ich habe der Crew Schokolade gekauft, damit möchte ich Ihnen den Flug versüßen. Als kleines Dankeschön für den außergewöhnlich freundlichen Service, den ich mit Lufthansa immer genießen darf.“  Die beiden Stewardessen waren erst einmal sprachlos vor Überraschung. Dann schauten sie in die Tüte und freuten sich über die wohl recht hochwertige Auswahl und die Freude darüber spiegelte sich in den Gesichtern wider. Die erste Reaktion war: „Wie können wir das gut machen? Möchten Sie etwas Besonderes zu essen oder haben Sie sonst einen Wunsch?“ Der Mann sagte nur schlicht: „Sie brauchen mir nichts als Gegenleistung bringen, ich möchte Ihnen einfach nur eine Freude machen.“ Ist ihm gelungen. Er ist sozusagen über das Ziel hinausgeschossen, denn ich habe mich gleich mit gefreut.

Als dann das Essen serviert war, kamen noch andere Crewmitglieder zu dem Mann. „Ich wollte Ihnen nur sagen, wie sehr wir alle uns über die Schokolade gefreut haben. Das ist mir in fast zwanzig Jahren Flugdienst noch nie passiert.“  Gegen Ende des Fluges hat die Crew Selfies mit sich und dem Mann gemacht. Bei jeder dieser Szenen habe ich mich wieder mitgefreut.

Warum mache ich mir die Mühe und erzähle das hier? Weil der Mann verstanden hat, was echte Anerkennung ausmacht: Etwas honorieren, das über das Erwartete hinaus ging. Oder anders gesagt: Engagement, gute Taten von anderen erkennen und wertschätzen – ohne Hintergedanken und ohne etwas als Gegenleistung zu erwarten.

Vielleicht ist mir diese Geste auch deshalb so prägnant im Gedächtnis geblieben, weil ich momentan in meinem ersten „Working out Loud“ -Circle mitmache. Bei dieser Methode von John Stepper geht es kurz gesagt darum, die Kraft von Netzwerken zu erfahren und vertrauensvolle Beziehungen zu anderen Kollegen/Menschen aufzubauen. Dabei bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass Lob und Geschäftsbeziehung die dunkle Seite von Anerkennung und Aufbau von Netzwerken sind, denn erstere erfolgen nur in Erwartung einer konkreten Gegenleistung. Anerkennung und Vernetzung dagegen basieren auf einem Vertrauensvorschuss. Und das wiederum macht die Strahlkraft der „Working Out Loud“ Circle aus. Wie schön, dass sich diese Methode gerade so rasant in Unternehmen verbreitet.

Was Truthähne, Bienen und Löwen mit digitaler Transformation zu tun haben

Diese drei Tiere versinnbildlichen für mich das Wesen der digitalen Transformation.

Der Truthahn – die Welt, in der wir aufgewachsen sind

Viele werden sicher die Parabel kennen, die mir zum ersten Mal im Buch “Antifragilität – Anleitung für eine eine Welt, die wir nicht verstehen”  begegnet ist: Würde man den Truthahn nach den Risiken in seinem Leben fragen, würde er sagen: “ich habe keine, mein Leben ist sicher. Täglich kommt ein Mensch und kümmert sich um alles, was ich brauche.” Das trügerische Gefühl der Sicherheit wird für ihn mit jedem Tag größer –  bis zum Abend vor Thanksgiving – da tritt ein unerwartetes Ereignis ein, dass das Gefühl für Sicherheit fundamental erschüttert.

Wir befinden uns gerade in der Phase vor Thanksgiving – uns in Deutschland geht es gut, der Beschäftigungsgrad der Bevölkerung ist so hoch wie lange nicht mehr. Trotzdem ist es gerade jetzt wichtig, sich eine  Welt vorstellen zu können, die ganz anders aussieht  und sich entsprechend darauf vorzubereiten. Die Herausforderung ist also, nicht zum Truthahn zu werden. So wie damals bei Kodak – ich weiß, das Beispiel ist schon ziemlich breitgetreten. Es bringt die Aufgabe aber auf den Punkt: Es reicht nicht aus, die Digitalkamera zu erfinden und sie dann in der Schublade verschwinden zu lassen. Ich muss mir eine Welt vorstellen können, in der ich als Unternehmen keine Filmrollen mehr verkaufen werde und meine Welt entsprechend umbauen.

Das ist natürlich immer sehr leicht dahin gesagt. Geht es auch konkreter? Nehmen wir das autonome Fahren als Beispiel. Dies ist kein Produkt, das ich kaufen kann oder eine einzelne Technologie, sondern ein Zusammenspiel von ganzen vielen Faktoren und Technologien, deren Auswirkungen auf unseren Alltag noch viel zu selten thematisiert werden. (hier dazu mehr). Wir wird diese Welt genau aussehen? Wir wissen es nicht! Aus Unternehmenssicht heißt das, ich muss mit Unsicherhheit umgehen lernen – langfristige Strategiepapiere wird es nicht mehr geben. Den kaum dass sie geschrieben sind, hat die Welt sich schon wieder so verändert, dass sie überarbeitet werden müssten. Das Ziel ist es also, schnell und flexibel auf das, was da auch immer kommen möge, reagieren zu können.

Flexible Organisationen sind wie ein Bienenschwarm

Wenn der Truthahn für eine Welt steht, die sich nur langsam bis gar nicht verändert, dann ist das die klassische Hierarchie. Mitarbeiter bekommen Arbeitsanweisungen und müssen diese ausführen. Selbstdenkende Mitarbeiter sind lästig und somit nicht erwünscht. Die Führung plant die Welt, die Organisation liefert die gewünschten erwartbaren Ergebnisse – wenn es gut läuft und niemand anders die Digitalkamera erfndert.

Wie ist das bei einem Bienenschwarm? Stellen Sie sich vor, man würde einer Biene eine Arbeitsanweisung geben, wann sie wo welche Blüte anzufliegen hat. Sie lächeln? Genauso handeln heute die meisten Führungskräfte. Dabei weiß die Biene von sich aus schon recht gut, wo sie den Nektar zu sammeln hat – ohne Prozesse und Management-Kontrolle. Wichtig ist, dass das Ziel bekannt ist. Das kann nicht funktionieren? Oh doch – das Beispiel von Buurtzorg wurde hier ja schon beschrieben. Ein Unternehmen wie ein Bienenschwarm – mit zufriedenen Menschen, die auch beim Eintritt ins Rentenalter noch freiwillig ein paar Jahre länger arbeiten. Weil die Arbeit Sinn-stiftend ist, denn die Pflegekräfte werden wir Bienen behandelt – sie wissen, was zu tun ist und was gut für die Patienten ist. Weiterentwicklung erfolgt durch Einbeziehung aller – verschiedene Perspektiven und Erfahrungen helfen, Risiken bei der Transformation zu minimieren. Kann man als agiles Unternehmen Fehler vermeiden? Nein! Sie sind Teil des Spiels. In einer nicht vorhersehbaren Welt werden Fehler passieren. Die muss man aktzeptieren – ein wichtiger Baustein der Unternehmenskultur. Kein Fingerpointing, sondern die sachlichen Gründe ausarbeiten, warum etwas nicht funktioniert hat und dann transparent für alle zugänglich machen. Damit alle lernen und Fehler nicht mehrfach gemacht werden. Diese Transparenz zu erreichen, ist beim Wandel von der Hierarchie zum agilen Unternehmen besonders wichtig.

Wird das von selbst passieren? Nein! Menschen, die über Dekaden gelernt haben, dass eigenes Denken unerwünscht und Fehler den Job in Gefahr bringen, werden nicht auf einmal vor Ideen und Eingeninitiative sprühen, nur weil der  Vorstand das gerade beschlossen hat. Diesen Wandel einzuleiten, ist Aufgabe der Führung. Und da kommt der Löwe ins Spiel.

Wenn aus den Lemmingen der hierarchischen Organisation eigenständig denkene Löwen werden sollen, muss die Führung selber erst zum Löwen werden. Und das geht anders, als jetzt viele vielleicht denken. Nämlich durch Authentizität! Konkret – Fehler eingestehen, zugeben, etwas selber nicht zu wissen und für Fehlschläge geradestehen. Nicht umsonst sind die Fuck-Up Nights zu einer weltweiten Bewegung geworden.

Fuckup-Nights – We live life without filter

Menschen zuzuhören, die sich auf eine Bierkiste stellen und über ihre Fehlschläge reden, hat etwas Inspirierendes und es macht Mut. Und die auf der Bierkiste machen die Erfahrung, dass Fehler zuzugeben (Transparenz) etwas ist, das Respekt einbringt und echtes Leadership ausmacht. Das macht anderen Mut, sich mit anderen Löwen auf die Jagd zu machen! Auch wenn die Beute mal entwischt, dann klappt es halt beim nächsten Mal.

Bewusstes Eingehen von Risiken ist der beste Weg um in der digitalen Welt des steten Wandels bestehen zu können. Oder um es mit den Worten von Thomas von Aquin zu sagen: (Danke Ralph Siepmann für das Zitat.

Digitale Lebensmittel – dezentral, nährstoffreich und disruptiv

Gerade  zurück von der Farm and Food in Berlin, möchte ich ein paar Einsichten teilen. Zum einen (natürlich), dass auch hier die Mechanismen der Digitalisierung Einzug halten. Egal ob John Deere oder Claas: Die großen Anbieter von Landmaschinen richten sich darauf aus, dem Landwirt aus Daten handfeste Services zu liefern, die den Verbrauch von Ressourcen verringern und den wirtschaftlichen Gewinn erhöhen sollen.

Nachhaltigkeit und mehr Gewinn durch Big Data

Die Landmaschine selber wird nur noch eine Komponente von vielen sein. Das beginnt mit der Auswertung von Langzeit-Wetterdaten in Verbindung mit Geodaten der Felder und einer aktuellen Wetterprognose. Wann ist der passgenaue Zeitpunkt zum düngen, wässern, ernten und verkaufen. Lohnt sich eine Lagerhaltung, weil der Marktpreis beispielsweise für Weizen in den nächsten Wochen steigen wird? Das bedeutet also, die Erkenntnisse werden nur noch zum Teil aus den Daten des Hofes gewonnen, sondern viel mehr aus der Kombination von vielen unterschiedlichen Quellen. So weit, so vorhersehbar für alle, die die Mechanismen der Digitalisierung kennen.

Caleb Harper: Aus Daten die idealen Bedingungen für gesunde, nährstoffreiche Nahrung schaffen

Schaut man sich an, womit sich gerade das MIT beschäftigt, erschließen sich noch ganz andere Potentiale aus Daten: Die Open Agriculture Initiative denkt die Erzeugung von Nahrungsmitteln neu: Transparente Herstellung, Vernetzung der Menschen und deren Wissensaustausch und dezentraler Anbei. In seinem TED-Talk bringt Caleb Harper es auf den Punkt:

“Wer Klima in Code beschreiben kann, kann Geschmack und Nährwerte codieren.”

Und zwar in sogenannten Food Computern – vereinfacht gesagt: Gewächshäuser, die die idealen Bedingungen für jedwedes(?) Lebensmittel nachbilden können auf Basis von Datenanalysen – Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lichtzusammensetzung und Nährstoffe. Und das komplett OpenSource – wer will, kann sich solch einen Food Computer selber nachbauen, die Anleitungen sind auf der Webseite geteilt. Und natürlich inklusive Schulungen und Erfahrungsaustausch.

(Quelle: https://www.aspeninstitute.org/blog-posts/farming-future-looks-nothing-like-today/)

Es geht hier also keinesfalls um die sprichwörtlichen Hollandtomaten, die das Sinnbild für das entseelte Lebensmittel als Massenware geworden ist. Ob berechtigt oder nicht, sei einmal dahingestellt. Caleb Harper weist den Weg zu einem kompletten Paradigmenwechsel: Bislang liegt der Fokus bei der Produktion von Lebensmitteln auf niedrigen Kosten, Massenproduktion und Transportfähigkeit. Mit den Food Computern könnte die Erzeugung von Lebensmitteln wieder dezentral in die Hände von Millionen Individueen gelangen.

Eine Idee für Innenstadt-Konzepte?

Es hängt ja immer alles mit allem zusammen, in diesem Falle mit autonomen Fahrzeugen und den sich verändernden Innenstädten. Ralph Siepmann hat ja hier schon einige Artikel zu den Herausforderungen der Innenstädte durch den Online Handel und mögliche Lösungsansätze geschrieben. Der Druck, sich dem Wandel zu stellen, wird zunehmen, wenn sich die Anzahl der Autos durch autonome Fahrzeuge drastisch verringern wird. Wie geht man mit nicht mehr benötigten Parkhäusern um? Das wäre doch eine Lösung für eine Neunutzung. Und natürlich auch in Wohn- und Bürogebäuden. Und warum soll man nicht Bürgern zu Microfarmern machen, die Parkflächen zum Anbau von Obst- und Gemüse nutzen – sogar ganz ohne Foodcomputer. Mit “natürlichem” Klima und Boden.  🙂

Ich bin gespannt, ob und wie sich solche Ideen durchsetzen.

 

Was ist (künstliche) Intelligenz? Ein kurzes Essay.

Egal ob Data Mining, Roboter oder moderne Talentsysteme – in immer mehr Anwendungen oder Anwendungsfällen spielt künstliche Intelligenz eine Rolle. Selbst in der Organisationsentwicklung, natürlich in HR Systemen sowie in Management-informationssystemen. Daher verwundert es kaum, dass man immer wieder gefragt wird, “wie definieren Sie eigentlich Intelligenz bei einem künstlichen System”.

Tja, da kommt man in’s Grübeln, je nach Kontext. Jetzt ist es allerdings so, dass man auch bei Intelligenz beim Menschen oft in’s Grübeln kommt. Soweit ist die Maschine schon mal gleichberechtigt. Das soll hier aber nicht das Thema sein.

Es gibt keine genaue wissenschaftliche Definition – weder beim Menschen, bei Tieren und erst recht nicht bei Computern oder Maschinen. Es gilt also übergeordnete Dinge betrachten, wie “kann sich seiner Umwelt anpassen”,  “kann mit seiner Umgebung interagieren” oder “kann aus seinen Handlungen lernen”.  Ein Selbstbewusstsein wird hingegen nicht vorausgesetzt – das macht man bei Tieren auch nicht, obwohl diese mit Sicherheit Intelligenz besitzen.

Prinzipiell ist es so, dass künstliche Intelligenz versucht menschliche Muster nachzuahmen. Da man heute denkt damit recht weit zu sein, nennt man sie neuerdings “Kognitive Systeme”. “Kognitiv” ist als Begriff der menschlichen Erkenntnis- und Informationsverarbeitung und Voraussetzung für Lernen, Erinnern und Denken. Trotz neuronaler Netze ist man allerdings rein “mechanisch” (eigentlich elektronisch) noch nicht so weit. Während der Mensch in bewussten Handlungen seriell und in unbewussten nahezu beliebig parallel ist, können Maschinen zwar parallel Dinge aufnehmen aber bis heute nur seriell verarbeiten. Wenn auch mit vielen parallelen Diensten. Es bleibt abzuwarten, ob das Quantencomputing dies ändern wird.

Jetzt schauen wir aber erst einmal, wie es um die Intelligenz der Systeme bestellt ist. An dieser Stelle möchte in anmerken, dass einige Passagen direkt von Kris Hammond (siehe unten) übernommen wurden – dessen Arbeit mich auch zu diesem Artikel inspiriert hat.

Heute vor 20 Jahren wurde eine Zeitenwende eingeläutet.

Nun, die Zeitspanne von “20 Jahren” scheint sich bei dem Thema “Künstliche Intelligenz” stets wiederzufinden. Vom 3. bis 11. Mai fand in New York der Aufsehen erregende Wettkampf zwischen dem IBM-Großrechner “Deep Blue” und dem Schach-Weltmeister Garry Kasparov statt. Der intellektuelle Wettkampf Mensch gegen Maschine schien 1997 noch offen, der Verlauf der Partien war spannend. Eigentlich war dies ein Rematch, denn ein Jahr zuvor hatte Kasparov die Maschine in Philadelphia noch recht klar mit 4:2 geschlagen.

Jetzt wird reflexartig behauptet, Schach wäre ja für einen Computer einfach, da es berechenbar ist. Die Wahrheit ist (und war vor allem damals): Schach ist auch für die schnellsten Maschinen zu komplex um alle möglichen Varianten zu berechnen. Bei weitem nicht so komplex wie “Go” und “Deep Blue” hat sich 1997 (!!) auch noch nicht selbst trainiert – aber der “Brute Force”-Ansatz (alle 18,5 Trillionen möglichen Züge vorausberechnen) kann hier trotzdem nicht zum Erfolg führen. Es muss also eine Technik, einen Algorithmus geben, der das richtige Maß an Selektivität bringt. Bei der Berechnung von taktischen Abwicklungen (Insights, Predictive) waren sie auch damals schon sehr gut, nicht aber in der Spielführung bei geschlossenen Stellungen und bei der Entwicklung und beim Erkennen von langfristigen Plänen. Vor allem haben die Programme kein Gespür für Gefahren, wenn diese außerhalb des Rechenhorizonts lagen. Kasparov verlor die Partie trotzdem. Nach dem Spiel wurden zwei Aussagen dazu getroffen:
“Deep Blue, as it stands today, is not a ‘learning system.’ It is therefore not capable of utilizing artificial intelligence to either learn from its opponent or ‘think’ about the current position of the chessboard.”

“Any changes in the way Deep Blue plays chess must be performed by the members of the development team between games. Garry Kasparov can alter the way he plays at any time before, during, and/or after each game.”
Nun, das stimmt(e) soweit – ein Algorithmus oder ein Datenmodell kann sich nicht einfach automatisch anpassen. Es kann “nur” Vergangenheitsdaten auswerten und aus diesen Muster erkennen, Schlüsse ziehen und Entscheidungen aufgrund von Wahrscheinlichkeiten treffen. Da dies sehr schnell, kann es bis zu einem gewissen Punkt strategisch spielen. Aber nicht ganz wie ein Mensch (Aussage 2). Kasparov hat nach einer gewonnen und einer verlorenen Partie die Weiterentwicklung von Deep Blue bemerkt (gespürt) und ein anderes Schach gespielt als sonst, er nannte es “Anti-Computer Schach”. All diese Partien endeten im Remis. Deep Blue konnte ihn mangels Daten nicht besiegen – Kasparov konnte aber auch nicht gewinnen – mangels Erfahrung – er musste zuvor ja noch nie “Anti-Computer Schach spielen”. So ist auch der Mensch bis zu einem gewissen Maße auf Vergangenheitsdaten angewiesen. Nur durch spüren und ahnen, also durch Unschärfen zu denen Computer nicht in der Lage sind, kann der Mensch sich schneller adaptieren. Sicherlich ein Merkmal und eine Auszeichnung der menschlichen Intelligenz.
Hier hätte sich allerdings nach hunderten von Partien gezeigt, wer schneller lernen kann – dann wären sowohl Daten als auch Erfahrung gestiegen. Lernen kann ein Computeralgorithmus also schon, sich selbst anpassen ist schwieriger (würden sich z.B. die Regeln des Spiels ändern) und damals war es noch nicht möglich. Im letzten Spiel hat sich aber auch gezeigt, was die menschliche Schwäche ist – Kasparow hat ein ungewöhnliche und gefährliche Eröffnung gemacht. Bei Menschen ein psychologischer Trick, die bei jemanden wie Kasparow etwas kluges und taktisches vermuten und dann defensiv spielen. Nicht so ein intelligentes System, dem diese Psychologie ja fehlt. Deep Blue gewann die Partie.

2011 dann das schwerste Spiel aller Zeiten – das Spiel mit der menschlichen Sprache. Hier gibt es nicht nur unendliche viele Möglichkeiten – man muss auch Kontext, Poesie, Reime und Wortspiele verstehen. Für die meisten Menschen bereits eine sehr schwierige Aufgabe.
IBM’s Watson bestand zum Zeitpunkt des „Jeopardy“ Spiels aus einem drei Millionen Dollar teuren Supercomputer, der auf einer fast fünf Terabyte großen Wissensdatenbank aufsetzte (online Dienste duften nicht benutzt werden). Watson errechnete für jede Frage Antworten mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit und entschied sich für die Antwort mit der höchsten Wahrscheinlichkeit. Watson gewann das Spiel. Erneut wurde dieser Sieg als simple Heuristik und nicht als Anzeichen von Intelligenz bewertet. Das führt uns zu der Frage – was ist ein intelligentes System?

In Lebewesen entsteht intelligentes Verhalten durch die Verbindung von Reizen in der Großhirnrinde. Genau betrachtet sind es Muster, die erkannt und verarbeitet werden können. „Durch eine Glasscheibe kann man nicht fliegen“ wäre z.B. ein Muster, das ein Mensch mehrfach zu interpretieren weiß, das ein Vogel aus Erfahrung lernen kann, einer Fliege aber vollständig verwehrt bleibt. Im Bezug auf das Schachspiel wurde Kaparov nach seiner Niederlage, wieviel Schachzüge er sich pro Sekunde überlegen könne. Die Antwort war: weniger als einen. Wie also hatte er eine Chance gegen einen Gegenspieler, der mehrere hundert Millionen Züge pro Sekunde berechnen konnte? Die große Fähigkeit des menschlichen Gehirns besteht darin, dass er eine riesige Menge an Muster extrem schnell parallel verarbeiten kann. Um Autofahren zu können, muss der Mensch eine Vielzahl von Mustern erkennen („Ist das ein Auto?“), bewerten („Fährt es auf meiner Spur?“) und darauf agieren („Muss ich bremsen?“) können. Dies geschieht nicht zwingend bewusst und es sind oft Ahnungen, eben ein Gespür. Im Falle von Kasparov wird geschätzt, dass er über hunderttausend Positionen (bzw. Muster) gleichzeitig auswerten konnte, um den besten Zug zu bestimmen. Ohne dazu aktiv nachzudenken.
Der Mensch verwendet ständig Muster – so können wir eine oft gesehene Person von vielen Seiten her erkennen, in verschiedener Kleidung und Lichtverhältnissen. Die im Internet beliebten „Captchas“, also die verzerrt dargestellten Buchstaben, beruhen auf der Eigenschaft, dass wir so viele Muster von Buchstaben besitzen, dass auch eine leichte Abwandlung einfach erkannt wird.

Einen Computer stellt so etwas vor eine nahezu unlösbare Aufgabe. Zumindest bis man ihn spezifisch auf diese Aufgabe trainiert hätte. Ein weiteres gutes Beispiel sind Schreibfehler oder vertauschte Buchstaben. Für das menschliche Gehirn – durch Mustererkennung – keine wirkliche kognitive Herausforderung. Wenn man zwei Seiten gelesen hätte, würde es anschließend kaum weiter stören:
Gmäeß eneir Sutide eneir elgnihcesn Uvinisterät ist es nchit witihcg, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wrot snid, das ezniige was wcthiig ist, ist, dass der estre und der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiion snid. Der Rset knan ein ttoaelr Bsinöldn sien, tedztorm knan man ihn onhe Pemoblre lseen. Das ist so, wiel wir nciht jeedn Bstachuebn enzelin leesn, snderon das Wrot als gseatems.
Ein intelligentes System würde an der Aufgabe scheitern. Bis man es auf die Aufgabe trainiert hätte – also z.B. zuerst Sprache ermitteln, die Möglichkeiten gegen ein Wörterbuch vergleichen, alle Ergebnisse auflisten und gegen den Kontext des Satzes vergleichen. Input – Verarbeitung – Feedback – Output. In etwa wie ein System das Verschlüsselungen knacken soll. Oder wie ein Mensch.

Wir glauben also gerne an die Einzigartigkeit menschlicher Intelligenz. Beim Versuch, den Übergang zu intelligentem Verhalten zu erkennen, müssen wir uns mit dem Unterschied zwischen angelesenem Wissen und praktischer Erfahrung beschäftigen, dem Widerstreit zwischen emotionaler und kognitiver Intelligenz und dem Unterschied zwischen Lernen durch Bilder, durch Sprache oder durch Nachahmen. Wir verstehen uns als Geschöpfe, die logisch denken. Doch die gesamte Verhaltensökonomie und ein Gutteil der Kognitionspsychologie argumentiert, dass wir überleben, indem wir wage miteinander in Beziehung stehende Daumenregeln verwenden. Also Heuristiken, Regeln, Abläufe – also Muster. Aber vor allem keine Ahnung von Statistik haben. Somit müssen wir Maschinen in diesen bereichen sehr wohl zugestehen, dass sie intelligent sind.
Aber was ist mit Emotionen und Kreativität? Spätestens da muss es doch zu Ende sein bei dem Maschinen. Oder nicht? Hier möchte ich gerne auf einen TED Talk von Damian Borth verweisen, bereits aus dem Jahr 2015 und heute riesige Schritte weiter.

Können Computer Emotionen? Können Sie sogar träumen?

Senitmentanalyse gehört schon zu den entablierten Aufgaben von Maschinen und diese helfen heute bereits Eingangsschreiben nach Dringlichkeit und Unmut zu sortieren oder gar Bewerber zu analysieren nach ihren Fähigkeiten – auch nach Teamfähigkeit oder emtionaler Intelligenz oder Kompetenz. Eine Maschine beurteilt Menschen in ihrem eigenen Gebiet? Ich will gar nicht darauf eingehen ob das gut oder sinnvoll ist, nur ob es möglich ist.

Wenn uns Intelligenz also besonders auszeichnet, dann ist es auch nicht überraschend, dass wir emotional reagieren wenn wir hier über Maschinen sprechen. Es fällt uns schwer, unbelastet über eine Technologie zu räsonieren, von der wir annehmen müssen, dass sie uns übertreffen wird, unsere Arbeitsplätze raubt und uns schließlich von der Erdoberfläche auslöscht. Es hilft alles nichts: Wir müssen die Natur von Maschinenintelligenz studieren, um zu verstehen, wie sie funktioniert, und ob wir ihr trauen können. Dann können wir erahnen, welche Rolle sie in unserer Welt spielen sollte. Im Besonders hilft uns die Herangehensweise die einzelnen Komponenten solcher Systeme genau untersuchen.

An dieser Stelle möchte ich auf die eingangs erwähnte Arbeit von Kris Hammond, dem “Periodic Table of AI” zu sprechen kommen. Hier werden die einzelnen Fähigkeiten mit den menschlichen verglichen und man kann hier bewerten, welche Fähigkeiten man für eine Aufgabe benötigt. So kann man dan tiefer einsteigen und Reife, Modelle sowie Anwendungsfälle genauer betrachten sowie die Einschränkungen besser verstehen.


Am Ende sei gesagt – auch wenn der Begriff “Künstliche Intelligenz” seit den 50er Jahren existiert, sich die Forschung seit den 60ern dem Thema stark widmet, viele Algorithmen bereits aus den 70ern stammen und alle 20 Jahre gesagt wird “Jetzt sind wir soweit” – das Thema “Kognitive Systeme” ist trotz Allem noch in den Kinderschuhen. Es führt kein Weg daran vorbei die Problemstellungen genau betrachten und ermitteln, ob man Daten und Ressourcen genug hat, um diese mit Maschinenlernen lösen zu können. Am Ende muss der Gewinn daraus ja höher sein als die Kosten. Fest steht allerdings auch: das Potenzial ist sehr sehr hoch, wenn man das Thema (die Technologie) richtig angeht und gezielt einsetzt.

Kairos oder die Kunst, Gelegenheiten zu nutzen

Wie immer, wenn ich mich in spezielle Themenbereiche hereinwühle als Vorbereitung auf einen Vortrag, einen Workshop oder eine Podiumsdikussion, bin ich überwältigt, wieviel faszinierende Projekte gerade gestartet werden. Dabei ist es vollkommen egal, ob es um Ernährung, Gesundheitssysteme, Versicherungen oder sonst irgendeine Industrie oder einen Fachbereich geht. Überall sind visionäre Menschen dabei, das Potential von Technologie konkret umzusetzen. Ein paar Beispiele gefällig?

Beispiele von drei Menschen, die eine Ahnung vom Wandel geben

Schon 2006 hat der Jos de Blok erkannt, wie Technologie Mitarbeiter in verteilten Teams miteinander vernetzen kann und hat für deinen Pflegedient Burzoorg sein Facebook für Unternehmen geschaffen. Nun war Austausch möglich und Information transparent für alle. Heute expandiert sein Pflegedienst in die ganze Welt – kostengünstiger als der Wettbewerb und mit einer Pflegequalität, die ihresgleichen sucht.

Christoph Jentzsch hat als erster ein Unternehmen gegründet, das nur aus Code bestand. Es hatte keinen Firmensitz in einem Land oder war der Rechtsprechung eines Staates zugeordnet. Möglich durch die Nutzung des Blockchain Potentials. Das Ergebnis: Die größte Crowdfunding Aktion der Menschheit – 140 Mio $ in 1 Monat. Am Ende ist das Projekt zwar gescheitert, aber wir stehen noch am Anfang.

Caleb Harper entwickelt eine Box, in der sich Klima mittels vieler Sensoren beliebig modellieren lässt, um Lebensmittel dezentral optimal herzustellen. Ein echter Paradigmenwechsel in der Produktion von Lebensmitteln – Millionen Kleinstfarmer in Städten vs gigantische Farmen, die Lebensmittel in fragwürdiger Qualität herstellen. “In the future we won’t have to ship food, we will simply shift data.” Dieses Zitat von Harper zeigt, wie weit er denkt.

Der Zeitbegriff der antiken Griechen – Chronos versus Kairos

Was bedeutet das für unsere Welt heute? Noch reden wir vor allem über Wandel ohne in unmittelbar zu spüren. Ich bin dabei auf die beiden Zeitbegriffe im antiken Griechenland gestoßen: Chronos und Kairos. Chronos bezieht sich auf die sequentielle Abfolge von Ereignissen während Kairos für besondere Momente oder günstige Gelegenheiten steht.

Das Bild oben zeigt sehr anschaulich, was Kairos ausmacht: Der Hinterkopf ist kahl, den Gelegenheiten werden beim Schopf gepackt, mit der Sichel werden alte Zöpfe der Vergangenheit abgeschnitten um freier für die Möglichkeiten der Zukunft zu sein. Mit der Waage wird der richtige Zeitpunkt abgeschätzt, dann heißt es aber schnell zu sein – die Flügel an den Füßen helfen dabei. Gelegenheiten sind schließlich schnell vorbei.

Welches Sinnbild würde besser in unsere Zeit passen?

Manchmal lohnt eben doch auch die Sicht des Chronos: Ein Blick in die Vergangenheit, um sich alter Weisheiten zu vergewissern, die bis heute Bestand haben.

 

 

Zukunft Apotheke. Beispiele zur Digitalisierung, Kundenbindung und Innenstadt

Am 13.+14. November 2017 fand im Radisson Blue Hotel im Frankfurt der Branchentreff der Apotheker, Gesundheitsverbände und Pharmaindustrie statt. Zukunft Apotheke.
Der Gesundheitsmarkt ist stark reguliert bis hin zu stark überreguliert und von Lobbyismus geprägt. Jetzt muss man Lobbyismus sowie Interessenvertretungen wie die Apothekerkammer nicht gleich als etwas negatives sehen – aber ich habe auf jeden Fall ein erstes Fazit: ein wenig mehr Kontrollverlust wäre hier hilfreich. Natürlich nicht bei der Medikamentenzulassung, aber in vielen anderen Bereichen schon. Mir hat sich der Eindruck aufgedrängt, dass die Verbände inzwischen mehr sich selbst nutzen und sogar denen schaden, denen sie eigentlich dienen sollten: den Apotheken und den Patienten.
Eine Bestandsaufnahme. Die deutsche Apothekenlandschaft ist weiter im Umbruch, denn: Handel ist Wandel und macht auch vor dem Apothekenmarkt nicht halt. Die voranschreitende Digitalisierung und neue rechtliche Rahmenbedingungen wie etwa das EuGH-Urteil zu Rx-Boni haben das Gefüge der Apotheken in Deutschland bereits ordentlich aufgemischt. Zudem steht ein Urteil aus, ob Drogeriemärkte (wie in anderen Ländern) auch Medikamente verkaufen dürfen, wenn diese nicht verschreibungspflichtig sind. Eine Beratung zur Anwendung könnte man auch in einer Drogerie erhalten. Wäre das nicht sogar in dem Namen “DROGerie” enthalten? Und dürfen Apotheken nicht auch Kosmetik, Sonnencreme und Bonbons verkaufen?
Ein weiteres Problem kommt auf die Apotheken zu – die sterbende Innenstadt. Denn die rezeptfreien Produkte leben ein Stück weit auch von Laufkundschaft oder Upselling. Was aber wenn die Leute online bestellen? Jetzt ist zwar die Beratungsqualität und die Produktverfügbarkeit – im Gegensatz zum Handel – bei den Apotheken hoch, aber nur wegen einer Apotheke geht man selten in die Stadt. Wenn man nicht eh schon zu krank dazu ist.
Wie reagiert der Gesetzgeber reflexartig? Mit einem Verbot. Nur so könne die Qualität und Sicherheit der flächendeckenden Versorgung mit Medikamenten gesichert werden. Aha. Das verstehe wer will. Wenn also jemand auf dem Land wohnt, weit weg von der nächsten Apotheke, dann sichert ein Versandverbot meine Versorgung? Das scheint mir wenig durchdacht.
Ein weiteres Beispiel – aufgezeigt von Max Müller, dem Strategy Officer von Doc Morris – ist der Apothekenbus. Dieser könnte größere Flächen im ländlichen oder strukturschwachen Raum abdecken und sogar per “Telepharmazie” eine Videoberatung mit einem Arzt oder Apotheker durchführen. Denkbar wären sogar Sonderfahrten zu kranken Personen – denn der ärztliche Bereitschaftsdienst hat ja keine Medikamente dabei. Klingt sinnvoll? Das scheint der Grund zu sein, warum es verboten ist.
Ebenfalls vorgestellt wurden automatisierte Apotheken, denn vielen Gemeinden geht es so wie dem aufgezeigten Beispiel in Hüffenhardt (Neckar-Odenwald Kreis). Wird eine Praxis oder Apotheke geschlossen, findet sich oft nur schwer ein Nachfolger. Wegen der geschäftlichen Entwicklung aber natürlich auch wegen der vielen Regulierungen. Die Apotheke könnte ja auch Fahrdienste haben, einen Arzt für Rezeprverlängerung oder die Medikamente versenden. Wenn sie denn dürfte.

Zurück zur Konferenz. Weiteres Thema war natürlich Veränderungen und Chancen der Digitalisierung. Welche Zukunftstrends haben konkrete Auswirkungen auf die Apothekenlandschaft in den nächsten 5 bis 10 Jahren? Wie können Verkaufsaktivitäten in der Apotheke digitalisiert werden? Welche Entwicklungspotentiale bergen Apotheken? Wird der Versandhandel weiter wachsen? Welche Rolle spielen die Apothekenkooperationen? Und, wie sieht das optimale Zusammenspiel von Hersteller und Apotheke aus?

Hier hat mir die Vorstellung von “Linda Apotheken” gut gefallen mit ihrer Multichannel- und Digitalstrategie als eine gute Verbindung von “Online” und stationärer Apotheke. Eine gute Erweiterung des Geschäftsfeldes und sicherlich auch ein gutes Mittel zur Kundenbindung.
Viel wurde diskutiert und spekuliert über einen möglichen Markteintritt von Amazon. Hierauf wären nicht viele vorbereitet. Den Kunden in den Vordergrund stellen, das ist man in dem Markt noch nicht so gewohnt. Er muss ja kommen, wenn er krank ist. Ärzte und Apotheker galten als eine “Instanz”, gleich hinter dem Pfarrer und noch vor dem Lehrer. Diese Zeiten sind aber vorbei. Ich denke auch hier gilt das Motto von Jeff Besos: “Disruption ist wenn man etwas macht das dem Kunden besser gefällt als vorher”. Schauen wir mal, ob man sich dann noch krank in die Stadt schleppen muss und ob man sich für eine Rezeptverlängerung in ein portenziell bakterienverseuchtes Wartezimmer begeben muss. Die Kunden würden andere Wege und Dienstleistungen mehr schätzen. Eine schöne Aufgabe für Design Thinking mit Personae, Empathy Map, Customer Journey Mapping, …
Eine Antwort gab es – mal wieder von Doc Morris. Also wenn jemand Amazon das Leben oder den Markteintritt schwer machen kann, dank Max Müller. Eine digitale Zukunftsvision:
Zum Schluss möchte ich aber noch eine schöne und interessante Begegnung erwähnen. Passend zum Thema Innenstadt und Kundenbindung. Frau Dr. Daub aus Dresden betreibt dort vier Apotheken. Sie kennt ihre Kunden, bietet viele Dienstleistungen, man interessiert sich dort persönlich, es gibt Kundenkarten und Studententarife sowie Dauerrabatte für chronische Krankheiten. Man kann auch einfach anrufen und wir beraten oder bekommt Aussagen zur Medikamentenverfügbarkeit. Nicht verfügbares ist am gleichen Tag noch da und es kann auch zum Kunden gebracht werden (wenn dieser bereits bekannt ist oder eine Kundenkarte hat). In dem schönen und erwürdigen Raum der City-Apotheke gibt es sogar mal Vorlesungen oder Weihnachtskonzerte. Also an Frau Dr. Daub liegt es nicht, wenn die Dresdner Innenstadt keine Kunden anzieht oder keinen Erlebnisraum bietet. Natürlich gibt es hier auch eine App. Apotheke untewegs.
City Apotheke Dresden

Estland – Heimat für den digitalen Weltbürger

Gerade habe ich auf der Solutions in Hamburg #SSH17 den Informationsstand von Estland besucht und ich war beeindruckt. Ich kenne kein anderes Land, das die Digitalisierung so ernst nimmt und mit großen Schritten vorangeht. Als Este begegnet man der analogen Verwaltung nur noch beim Hauskauf, der Heirat und der Scheidung.

Digitalisierung soll Estland in die Weltspitze katapultieren

Die Estin auf dem Stand sagte mir: Wir wollen weg von dem Land, in das man wegen der billigen Arbeitskräfte investiert. Wie wollen ein Land werden, das ideale Bedingungen für Start-Ups bietet, weil wir modern, flexibel und wirklich digital sind. Dann zeigte sie mir die Digitale ID Card, die jeder erwerben kann – egal, ob er Einwohner Estlands ist oder nicht. Digitalisierung bedeutet also auch in der Verwaltung und Politik eine Sicht auf Menschen als Weltbürger.

Was für eine Visison wird hier gerade Realität, während sich der Rest Europas mit der Abschottung der Grenzen beschäftigt! Großartig und nachzulesen hier.

“Estonia is creating a borderless digital society for global citizens as the first country to offer e-Residency.”

Denn was für Unternehmen gilt, gilt natürlich auch für Staaten und Gesellschaften. Um attraktiv für Investoren, kreative Köpfer und Macher zu sein, muss man sich öffnen und diesem Menschen etwas bieten.

Mit der Identity Card kann JEDER (!):

  • innerhalb eines Tages ein Unternehmen anmelden
  • Alle Behördengänge im Umfeld dieses Business können komplett online abgewickelt werden. Damit wird der BehördenGANG also überflüssig.  😉
  • Anstelle einer Unterschrift gilt die Digitale ID – Alle Dokumente können demnach digital übermittelt werden
  • die Steuern aus den Einnahmen werden (natürlich) ebenfalls komplett online übermittelt

Das Resultat: Über 20.000 digitale Bürger aus über 138 Ländern nutzen diesen Service. Bis 2025 will Estland mehr als 10 Millionen E-Residents ins Land holen. Ein belgischer Freiberufler nutzt die E-Residency, um in Estland sein Gerwerbe anzumelden, das in seiner Heimat  16.000 € kosten würde. Wenn die Gewinne in der FIrma bleiben, fällt keine Körperschaftssteuer an.

Ich habe dann noch gefragt, ob denn die Bürger keine Bedenken wegen Sicherheit und Datenschutz hätten. Darauf antwortete sie mir: “Doch es gab und gibt durchaus Bedenken, aber die große Mehrheit der Esten schätzt die Chancen höher ein als die Risiken”.

Estland setzt auf Blockchain Technologie für die sichere Transaktion von Daten. Muss es daher wundern, dass eine der größten Blockchain Technologie Firmen in Estland beheimatet ist? Guardtime heißt das Unternehmen und berät unter anderem die US-Regierung.

Ich bin sehr gespannt, wie sich Estland wirtschaftlich weiter entwickeln wird. Wahrscheinlich werden sie bald als leuchtendes Vorbild sehen. Und zeigt gerade den Briten wie ein moderner Staat sich aufstellen muss. Natürlich nicht nur den Briten.

Man sieht wie wichtig, Digitalisierung für unser aller Wohlstand ist. Trotzdem kommt es im aktuellen Wahlkampf nicht vor. Wir sind dabei, unsere Zukunft zu verschlafen.