Decentralized Autonomous Organization – libertärer Traum oder Alptraum?

Dorothee schreibt in Ihrem Beitrag Digital Heroes 2016: Von Mittweida aus die Regeln der Weltwirtschaft ändern?

“Ganze nennt sich “Decentralized Autonomous Organization”, kurz DAO. Da sie keinen physikalischen Firmensitz hat, unterliegt sie auch keiner Rechtsprechung irgendeines Landes.”

Das zeigt sehr schön das Potential von Technologie.

Ich muss aber auch sagen, dass ich mich bei dem Zitat nicht so ganz wohl fühle. Keiner staatlichen Rechtssprechung zu unterliegen, halte ich nicht für ein sinnvolles Ziel oder Ergebnis – weder von aussen noch von innen betrachtet.

Aussensicht

  • Der libertäre Traum: keine Regeln, keine Steuern und ein Verhältniswahlrecht nach Besitzanteilen
  • Die einzige Steuerung erfolgt über den – nur durch den smart Contract definierten – Markt
  • Spätestens, wenn mit der klassischen Welt interagiert wird, also z.B. klassisches Geld fliesst, unterliegt man auch aus meiner Sicht sicher wieder einer Staatlichen Rechtssprechung

Innensicht

  • Wenn ich keiner Rechtssprechung unterliege, dann hilft mir auch keiner bei der Rechtsdurchsetzung
  • Die radikale Dezentralisierung erzeugt die Gefahr, dass die Organisation gesichtslos wird. Wie kann eine solche Organisation Profil / Haltung / Verantwortung generieren?

Fazit

Das Fazit aus dem Ted x Talk, nach dem Scheitern erst mal mit kleineren Schritten zu testen wohin die reise geht, halte ich für sehr vernünftig. Der Ansatz, jetzt erst mal mit Spenden weiterzumachen ist da deutlich harmloser, birgt aber immer noch grosse Risiken des Missbrauchs.

Den Begriff “Hacking” halte ich hier durchaus für angebracht. Eine technische Lösung wurde für etwas verwendet, wofür es nicht vorgesehen war.

So geht Design Thinking – Amazon Tatkal

Ralph Siepmann hat seinem Beitrag schon darüber gesprochen, dass Digitalisierung vor allen Dingen heißt, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Und genau das ist ja der Ansatz des vielbesprochenen und gehypten “Design Thinking”. Wikipedia sagt dazu: Design Thinking ist ein Ansatz, der zum Lösen von Problemen und zur Entwicklung neuer Ideen führen soll. Ziel ist dabei, Lösungen zu finden, die aus Anwendersicht (Nutzersicht) überzeugend sind.”

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist die Geschichte, wie Amazon den indischen Markt erobert:

Amazon wollte in Indien Marktanteile gewinnen. Nun ist das nicht so trivial, denn nur 35% der Bevölkerung haben überhaupt einen Internetanschluß und zwei Drittel leben in ländlichen Gebieten ohne nennenswerte Infrastruktur. Zudem gibt es staatliche Auflagen, die einen direkten Online-Verkauf ausländischer Ware an den Endkunden verbietet. Mit anderen Worten: das klassische Amazon Geschäftsmodell ist auf Indien nicht übertragbar. Der Handel muss mit indischen Gütern funktionieren, die es in Hülle und Fülle gibt. Allerdings werden diese Güter vor allem von kleinen bis winzigen lokalen Händlern vertrieben.

Nun ist Amazons Geschäftsprinzip “Customer Obesession”. Das heißt in diesem Fall: Amazon Mitarbeiter sind mit einem “Chai Cart” – so eine Art Teewagen direkt in die Bazaare gegangen und haben sich direkt vor Ort mit den Händler bei einem Glas Tee über ihren Alltag, ihre Sorgen und Herausforderungen unterhalten. Den meisten fehlen die Voraussetzungen für eine Online-Präsenz, denn sie haben weder einen Internetanschluß noch eine Kamera.

Chai CartQuelle: https://services.amazon.in/resources/seller-blog/amazon-chai-cart-won-gold.html

Die vielen Gespräche führten zu einem neuen Service: Amazon Tatkal

Mit einem Bus fahren Amazon Mitarbeiter direkt zu ihren Kunden: In weniger als einer Stunde sind die Händler in der Lage, ihre Waren online zu verkaufen. Im Bus werden die Waren professionell fotografiert und kategorisiert. Seit seinem Start im Februar 2016 konnte Amazon etwa 18.000 neue Händler für sich gewinnen, die Waren im Wert von 25 Millionen Euro anbieten.

Digital Heroes 2016: Von Mittweida aus die Regeln der Weltwirtschaft ändern?

Teil 2 meines Berichtes über das nächste große Ding aus Mittweida (Teil 1 ist hier). Mich wundert ein wenig, dass diese spannende Geschichte mit revolutionärem Potential im letzten Sommer eher ein Nischendasein in der öffentlichen Wahrnehmung führte. Vielleicht, weil das Thema sehr technologielastig ist. Dennoch hier der Versuch, diesen Krimi aus dem wahren Leben gut konsumierbar zu vermitteln.

Mit Technologie die Regeln ändern und die Frage, wie weit man gehen kann

Wir haben hier schon über selbstorganisierende Organisationen gesprochen (z.B. Burtzoorg). Eine ganz neue Dimension hat das, was die Brüder Christoph und Stefan Jentzsch da ins Leben gerufen haben – nämlich eine sich selbst verwaltende Organisation ohne Firmensitz, ohne Registrierung  – komplett virtuell, bestehend nur aus Code – das Ganze nennt sich “Decentralized Autonomous Organization”, kurz DAO. Da sie keinen physikalischen Firmensitz hat, unterliegt sie auch keiner Rechtsprechung irgendeines Landes.

Aber von Anfang an: Für Ihr Startup Slock.it benötigten die Gründer Kapital. Der klassische Weg wäre nun gewesen, sich das Geld von den Risikokapitalgebern des Silikon Valley zu holen. Das widerspricht jedoch den Überzeugungen der Gründer: Wenige Menschen mit ausreichend Geld geben die Richtung der Digitalisierung vor. Könnte man auch auf andere Weise an Geld kommen – etwa nach dem Crowdfunding Prinzip? Jeder Interessierte, kann soviel investieren, wie er kann – entsprechend sind die Stimmrechte.

Da passte es natürlich wunderbar, dass beide Entwickler der Blockchain Ethereum waren – das heißt, sie haben tiefes Verständnis davon, wie Informationen sicher ausgetauscht und gespeichert werden. Die Blockchain kann also auch dazu genutzt werden, Verträge abzubilden. Denn ein Vertrag ist ja nichts anderes als eine Festschreibung, wer was tun darf bzw. wem was gehört, richtig?  Und in der Blockchain eben nicht auf Papier, sondern digital. Nun mag man mit Recht fragen – na und? Ob jetzt analog oder digital – das ändert ja nichts am Wesen des Vertrages an sich – und damit an der Grundlage einer Organisation. Und nun nähern wir uns dem springenden Punkt: Eine klassische Organisation gehört einer oder mehreren Person – sie ist (meistens) hierarchisch aufgebaut, ein paar bestimmen, wo es langgeht – siehe oben die Finanzgeber im Silicon Valley.

Demokratisierung von Organisationen – ein unglaubliche Resonanz

Die DAO funktioniert nun nach dem Prinzip – wer Geld gibt, bekommt eine anonyme ID und einen Token (eine Art Krypowährung a la Bitcoin) mit Verfügungsrechten anteilig zum eingezahlten Geldbetrag. Nach dem Mehrheitsprinzip wird dann bestimmt, in welche Projekte das Geld fließt. Bei größeren Unstimmigkeiten würden sich Unterorganisationen oder Abspaltungen bilden mit einem neuen Weg/Projekt. Also eine Demokratie mit Parteien – allerdings nicht ein Mensch eine Stimme, sondern je mehr Geld eingezahlt wird, umso mehr Stimmrechte.

Wer nun glaubt, das wäre alles zu abgehoben und theoretisch, wird eines besseren belehrt: Innerhalb von vier Wochen haben mehr als 22.000 Menschen insgesamt eine Summe von etwa 160 Mio Euro investiert – die größte Crowdfunding Aktion aller Zeiten.

Doch dann passierte der Krimi: Der Code wurde “gehackt” und Geld abgezogen. Anführungszeichen deshalb, weil der Hacker nur den vorhandenen Code für sich genutzt hat, um Geld abzuziehen. Da ja der Code die Vertragsgrundlage ist, hat er nicht gegen die Regeln verstoßen. Dennoch hat die DAO Community gemeinsam entschieden, ein Code-Update durchzuführen und den Investoren das ursprünglich eingezahlte Geld zurückzugeben. Auf diesen Widerspruch angesprochen, sagte Christoph Jentzsch: “Nicht der Code ist die oberste Instanz, sondern die Mehrheit der Community. Sie ist unser oberster Gerichtshof.” Also keine Rechtsprechung eines Staates. Eine DAO ist autonom, kein einzelner Mensch kann den Betrieb einer DAO einstellen, nicht einmal der Gründer der DAO. Dies kann nur ein einstimmiger Beschluß aller Stimmberechtigten.

Schlußendlich ist der erste Versuch, eine DAO ins Leben zu rufen, gescheitert. Aber die Geschichte wird weiter gehen. Was sich daraus in Zukunft ergeben kann? Und vor allem die Frage: Wann wird die Politik versuchen, Einfluß zu nehmen und versuchen, diese Technologie zu verbieten ( fragt sich allerdings “wie?” ) . Aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit.

Fortsetzung folgt auf dieser Seite…. stay tuned.

 

Wer sich die Geschichte von Christoph Jentzsch direkt anhören möchte und 16 Minuten Zeit hat:

 

Und eine der besten Erklärungen auf Deutsch zur Blockchain findet Ihr hier:

Gar kein Mysterium: Blockchain verständlich erklärt

Digitalisierung ist Teamsport

Digitalisierung ist Teamsport. Dieses Zitat habe ich auf der “Solutions Hamburg 2016” gehört, bei einer Vortragsreihe zur Digitalisierung in der OTTO Group. Schaut man sich Unternehmen wie OTTO, Bosch oder Continental an, sieht man, dass da sehr viel Wahres dran ist. Wer den Weg zur Digitalisierung eingeschlagen hat, der hat auch verstanden, dass die Technologie nicht die Herausforderung ist – sondern die Organisation selbst.

Jedes Unternehmen braucht eine für sich gültige Vorgehensweise, da es nicht einmal ansatzweise ein Patentrezept gibt. Ein paar Praktiken anderer Unternehmen kann man sich an- und abschauen, der Rest ist harte Arbeit, Hartnäckigkeit, Geduld und Experimentierfreude. Man muss lernen, was im eigenen Unternehmen funktioniert und was nicht – was man nochmals versuchen sollte, wovon man besser die Finger lässt. Und selbst das ist schon stark vereinfacht – eigentlich wird dies pro Unternehmensteil, Abteilung oder auch in virtuellen Einheiten getestet werden müssen. Die Produktion wird sicherlich andere Methoden, Bereitschaft und Geschwindigkeit aufbringen wir die IT oder die Produktentwicklung. Trotzdem gilt für alle: Sich ehrgeizige Ziele setzen, schnell lernen und vor allem: anfangen. Die Schritte selbst dürfen dann beliebig klein sein. Da man vorher nicht weiß, was funktionieren wird und wie die Abhängigkeiten sind, kann man Digitalisierung als eine Reise (oder Abenteuerreise) betrachten. Wer auch nur denkt, alles ist vorher planbar und berechenbar, wird scheitern. Daher tun sich die meisten Unternehmen – vor allem das Management und die Buchhaltung – sehr schwer mit dem Thema. Es ist neu und risikoreich so zu arbeiten – und vor allem ungewohnt. Man fürchten den Verlust der Kontrolle. Zuerst muss man sich also bewusst machen, dass man die Kontrolle eh nie hatte. Vielleicht über die Abläufe im Unternehmen – aber über den Markt und die Konkurrenz? Über die Mitarbeiter? Wirklich?

Ein Unternehmen kann auch “platt” gemacht werden, wenn es gute Produkte herstellt und die Prozesse im Griff hat. Das bekannteste Beispiel ist wohl Kodak. Es gibt aber viele andere, die zumindest in arge Schwierigkeiten gekommen sind, da sie die Kontrolle vor die Änderung gestellt haben. Das gilt auch für die neuen und modernen Unternehmen. Zu lange ausruhen ist nicht. Booking hat die Hotels angegriffen. Wurde dann kopiert von Diensten wie hrs oder, in einem anderen Vermietungssegment, eben von AirBNB – die potenziell aber auch eine Konkurrenz zu booking darstellen – während um die Ecke schon neue Dienste wie slock.it in den Startlöchern stehen.

Also zurück zu den ehrgeizigen oder hochgesteckten Zielen – ein Unternehmen braucht eine klare Vision und Mission. Die Mitarbeiter müssen damit etwas anfangen und sich damit identifizieren können. Vertriebs-bla-bla wie “wir wollen bis 2020 Marktführer” werden, wird nur wenige anspornen, da es nicht greifbar ist und auch unklar, was denn die Teile bzw. der eigene Beitrag dazu sind oder wie der Weg dahin ist. Greifbar wäre “Eine Million Menschen sollen bis 2060 auf dem Mars wohnen können” (Elon Musk). Etwas weniger ehrgeizig – aber herausfordernd genug – wäre: “Bis 2020 wollen wir unser Wissen und Technik nutzen um in die Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr überall in Deutschland zu ermöglichen”.

Diese Aussage kommt von einem Anlagenbauer der sich gesagt hat, was wir vertikal können (Aufzüge), können wir auch horizontal. Jetzt ist man plötzlich in einem ganz anderen Geschäft und muss mit vielen weiteren Zulieferern arbeiten – vom Karosseriebau über Batterietechnik bis hin zu den Achsen. Nun die Gewissensfrage: können ein paar Projektmanager und Führungskräfte komplett „vordenken“, ob das Unterfangen gut gehen wird, was genau zu tun ist und welche Arbeitspakete man an an die Mitarbeiter gibt? Bis wann die Entwicklungen fertig sind, was genau diese kosten werden, was die Konkurrenz bis zu diesem Zeitpunkt herausbringen wird und was der “Return of Investment” ist? Bis das fertig geplant und entschieden ist, ist der Markt komplett besetzt. Also zurück zur Vision und dem Mut zu beginnen. Hier ein schönes Zitat:

“If the highest aim of a captain were to preserve the ship, they would keep it in port forever.”
–Thomas Aquinas

Da Digitalisierung eine Reise ist, passt das ganz gut – und man wird nicht vorab wissen, wie Wind und Wetter über die Reise sein werden. Trotzdem muss die Entscheidung “loszufahren” getroffen werden. Natürlich muss die Reise auch vorbereitet werden und es müssen die richtigen Leute an Bord sein.

Wir sprechen bei Digitalisierung also von einer strategischen und organisatorischen Neuausrichtung. Wir sprechen von einer neuen Unternehmenskultur und der Übertragung von Verantwortung. Wir sprechen davon, dass die Mission und der Kunde im Vordergrund stehen.
Wenn das Management dazu nicht bereit ist oder dies den Mitarbeitern nicht klar vermittelt – dann sollte man es vergessen. Unternehmen oder Märkte sind keine Maschinen – es reicht nicht hier und da als Fahrer einen Schalter zu betätigen oder mehr Gas zu geben. Vor allem nicht, wenn man gar nicht auf dem richtigen Weg ist. Das bedeutet, dass in der Zukunft (wenn nicht schon in der Gegenwart) die erfolgreichsten Firmen diejenigen sein werden, die am schnellsten lernen was funktioniert und machbar ist – und was was nicht. Dabei könnte man die Betonung auf “lernen” legen, also nicht vorher abtun, abbügeln, vorhersagen – sondern ausprobieren und lernen. Wer vorher weiß wie es ausgehen wird, der spricht nicht über eine Innovation. Fehlerkultur muss daher eine Kernkompetenz des Unternehmens werden (sein).

Aber wie bekommt man den Wechsel hin zu so einer Kultur? Wenn man einfach sagt “Das ist jetzt anders”, dann würde nichts passieren. Das Management oder viele Abteilungen würden dagegen arbeiten, die meisten es zugunsten des Tagesgeschäftes ganz ignorieren und die restlichen Mitarbeiter wahrscheinlich daran zerbrechen – denn eigentlich müssen sie nun gegen die wirkliche Organisation ankämpfen um die gewollte Organisation vorzuspielen. Auch ein Drei-Tages-Training in “Agile” wird daran nichts ändern. Die Methode ist genau wie die Technologie nur ein Mittel zum Zweck.

Das Management muss also dahinter stehen, die Mitarbeiter müssen einbezogen werden. Jeder mit seiner Geschwindigkeit. Es braucht interdisziplinäre Teams, denn weder Innovation noch Digitalisierung findet im Silo statt. Am „Network Thinking“ und dem entsprechenden Arbeiten in Netzwerken führt kein Weg vorbei. Fragen muss man sich dabei stets:
– was erlebt der Kunde (oder Endbenutzer) heute?
– was soll dieser in Zukunft erleben?
– was bedeutet das für die Produkte aber vor allem auch für die Organisation.
Nach Ergebnis muss man beginnen und loslegen, Fehler schnell erkennen und den Kurs anpassen. Das wichtigste ist, den Kunden in dem ganzen Prozess immer eingebunden zu halten – direkt durch umfragen, oder indirekt durch Messungen.

Bevor ich jetzt ein Fazit ziehe und zum Ende komme – möchte ich auf ein Blogbeitrag von Harald Schirmer (Manager Digital Transformation and Change, Continental AG) verlinken, auf den ich bei den Recherchen zu meinem Artikel gestossen bin:
„Der CDO wird’S schon richten“

„Die Digitale Transformation ist kein zu lösendes Problem“. Es ist auch keine Optimierung bestehender  Silos oder eine Gründung einer StartUp Abteilung (deren tollen Ideen ebenfalls nicht in die verkrustete Organisation dringen). Da bin ich wieder bei meinem Ausgangspunkt – Digitalisierung ist eine Reise in ihre (stets) neue Organisation. Das Wichtigste ist, den Hafen endlich zu verlassen. Mit einer Crew die selbst weiß, wie man die Segel zum Wind stellt und welche Maßnahmen man bei welchem Wetter ergreift. Wer die gleichen Befehle gibt und die gleiche Richtung einschlägt wie bei gutem Wetter, der geht unter.

The next big Thing aus Mittweida oder wie Uber, AirBnB und Co das Fürchten lernen

Zum Jahresanfang ein Rückblick auf das vergangene Jahr. Herausragend waren für mich die Brüder Christoph und Stefan Jentzsch – Pioniere der Digitalisierung.

Wer sich mit Blockchain Technologie beschäftigt, stößt früher oder später auf slock.it – ein wahrhaft “großes Ding”, was die Brüder Christoph und Stefan Jentzsch mit diesem Startup ins Leben rufen. Beide haben zunächst als Entwickler mitgeholfen, die Ethereum Blockchain ins Leben zu rufen aber sich dann dem eigenen Startup zugewandt.

Aber von Anfang an: Mit der Blockchain Technologie werden jegliche Informationen sicher gespeichert. Mit der Konsequenz, dass für Transaktionen aller Art keine Zwischenhändler mehr benötigt werden: Also keine Banken mehr für Überweisungen, kein Uber mehr für das Bestellen eines Autos, kein AirBnB für das Anmieten eines Apartments, kein Notar mehr für das Übertragen von Eigentumsrechten.

Slock.It bringt dies nun ins echte Leben: Wer zum Beispiel sein Auto, seine Wohnung, sein Auto, Fahrrad vermieten möchte, soll dies mit Slock.It nun direkt tun können: Über das Smarte Schloß (=SLock) werden sämtliche für die Vermiertung notwendigen Aktionen gesteuert und ausgeführt. Nehmen wir an, ich verreise für zwei Wochen und möchte für diesen Zeitraum meine Wohnung vermieten. Ich lege einen Mietpreis fest und verschließe meine Wohnung mit dem SmartLock. Der interessierte Mieter kann dann mit seinem Telefon das Schloß öffnen, sobald die Miete inkl. Kaution und Versicherung bezahlt wurden. Nach dem selben Prinzip kann jedwedes Objekt vermietet/verkauft werden, kurzum alles, was sich abschließen lässt.

Doch die Gründer denken noch weiter: Aktuell sind Kooperationen mit RWE angedacht: Der Konzern möchte mit Slock.it seine Ladestationen für Elektroautos so umbauen, dass direkt mit der Kryptowährung Ether bezahlt wird – damit hätte man die bislang umständliche Bezahlung deutlich vereinfacht. Die Vision geht dahin, dass Elektroautos an einer roten Ampel über Induktion aufgeladen werden. Was nebenbei auch zeigt, wie weit RWE tatsächlich voraus denkt.

Die Geschäftsidee von Slock.It ist ja schon innovativ – regelrecht Geschichte geschrieben in 2016 hat jedoch die Art und Weise, wie die Gründer an das Investitionskapital (160 Mio € )gekommen sind: nämlich über eine dezentrale autonome Organisation (DAO) – ein Unternehmen, das nur aus Code besteht. Das ganze liest sich wie ein Krimi, denn dieser Code wurde gehackt. Mehr dazu im nächsten Beitrag.

Fazit: Das Jahr 2017 wird spannend!

Akzeptanz bei Veränderungen

Spätestens seit ich vor ca. 10 Jahren angefangen habe, mich mit Social Software – damals noch Web 2.0 genannt – zu beschäftigen, ist die Frage nach der Akzeptanz bei den Nutzern immer präsent.

Eigentlich wurde ich mit dieser Frage schon vor knapp 20 Jahren konfrontiert, als ich meine Zeit noch zu einem grossen Teil in den Rechenzentren meiner Kunden verbrachte. Damals hatte ich den Auftrag, für einen Kunden eine einfache Vertriebssteuerungs-Lösung als Notes-Anwendung zu programmieren. In einem Meeting mit dem CIO und dem Vertriebsleiter, wurden deren Anforderungen aufgenommen und danach ging es los mit der Entwicklung. Nach ein paar Wochen war die initiale Version so weit fertig, dass ich mich sicher fühlte, das Ergebnis bei den Pilot-Usern vorzustellen. Dieser Termin lief dann etwas anders als geplant. Ein Vertriebsmitarbeiter meinte in einer Pause:

“Glauben Sie tatsächlich, dass ich die Konditionen und Vereinbarungen meiner Kunden in die Datenbank schreibe und so meinem Chef zugänglich mache? Damit mache ich mich ja austauschbar.”

Soweit ich mich erinnere ist diese Lösung nie produktiv gegangen.

Zurück zur Gegenwart. Vor ein paar Wochen hatte in einem Termin mit einer Engineering-Abteilung ging es um die Frage:

Wie können wir die Mitarbeiter dazu bewegen, nicht sofort bei Helpdesk anzurufen, sondern zuerst die Angebote zur Selbsthilfe zu nutzen und wie können uns Social Media Tools dabei helfen?

Meine Agenda war:

  1. Social Business Engagement Journeys – typische Einsatzszenarien für Social Media in Unternehmen
  2. Kundenbeispiele
  3. Neue Entwicklungen: Zusammenarbeit in agilen Teams und Cognitive Social
  4. Akzeptanz / Adoption
  5. Vorgehen – IBM Design Thinking

Ich glaube, mein Bild trifft das Thema Akzeptanz ganz gut. Daher möchte ich das weitergeben.

Faktoren für die Akzeptanz

Das Bild ist relativ einfach gehalten – man kann es jederzeit an die Wand malen.

Wollen, Können und Dürfen müssen vorhanden sein, damit Mitarbeiter ihre Arbeits- und Verhaltensweisen verändern.

  • Dürfen … offensichtlich, aber leider oft eine Herausforderung
  • Können … nicht nur klassische Schulungen
  • Wollen … wichtige Veränderungen passieren meistens nur freiwillig.

Was meine ich damit?

Dürfen

Man sollte meinen, dass, wenn ein Unternehmen eine Lösung (oder eine andere Form der Veränderung) einführt, klar ist, dass die Mitarbeiter die auch umsetzen dürfen. Leider ist das in der Praxis oft anders. Natürlich gibt es irgendwann eine Entscheidung, die dann auch kommuniziert wird. Aber viele Mitarbeiter haben gelernt, dass das nicht immer ernst gemeint ist. Man fragt sich “Ist das ernst gemeint?”, “Gilt das auch für mich?” “Was denkt mein Chef dazu?”

In einigen Kulturen ist es nicht denkbar, zu reagieren bevor nicht der direkte Manager dies tut. Dort wartet man also bis die Veränderung durch die Hierarchie bis zum eigenen Arbeitsplatz durchgesickert ist. Auch in den westlichen Kulturen ist diese Haltung weiter verbreitet als man hofft.

Ob die Veränderung ernst gemeint ist, wird gerne – zurecht – daran festgemacht, ob denn auch Zeit und andere Ressourcen eingeplant sind. Wird nur eine zusätzliche Arbeitslast wahrgenommen, dann ist das nicht förderlich.

Was kann man tun?

  • Klare Kommunikation – definieren Sie, wer die Zielgruppe ist und warum die Veränderung gemacht wird.
  • Top-down Umsetzung – vermitteln Sie die Veränderung aktiv in den Managementebenen. Motivieren Sie alle Management-Ebenen. Gibt es Konsequenzen wenn blockiert wird?
  • Tragen Sie die Konsequenzen – planen Sie die Kosten und Aufwände von Anfang an mit ein. Wenn Sie meinen “das läuft von alleine”, da sind Sie schon fast gescheitert.

Können

Bevor ich mich vom Alten trenne und bereit bin, mein Verhalten zu verändern, brauche ich eine gewisse Sicherheit, dass ich auch mit dem Neuen zurecht komme. Dazu muss ich zuallererst wissen, was von mir erwartet wird. Wenn ich das weiss, kann ich versuchen, einzuschätzen, ob ich bereit bin.

Ich werde auch dann schwer tun, wenn ich der Meinung bin, dass die Veränderung – zumindest kurzfristig – keine Verbesserung bringt. Eine häufig gehörte Begründung für das Verharren ist “Ich habe keine Zeit”. Zynisch könnte man das zu “Ich habe keine Zeit, effizienter / effektiver zu werden”.

Bei der Digitalisierung sollte die Technologie nicht der alleinige Treiber sein, Man muss jedoch die Tools bereitstellen, die benötigt werden, um die Veränderung sinnvoll zu unterstützen.

Was kann man tun?

  • Stellen Sie die richtigen Werkzeuge zur Verfügung. Andere Formen der Zusammenarbeit funktionieren besser mit den richtigen Werkzeugen.
  • Bieten Sie ausreichend Enablement im richtigen Mix an. Dies soll nicht nur Wissen und Fähigkeiten vermitteln, sondern auch die notwendige Sicherheit bringen. Daher hilft oft schon die prinzipielle Verfügbarkeit von Ausbildung weiter obwohl sie dann vielleicht doch nicht genutzt wird.
  • Bereiten Sie Unterstützung für die Mitarbeiter – gerade in der Einführungsphase vor. Die Mitarbeiter werden Probleme und Fragen haben.

Wollen

Sie werden nur dann gute Ergebnisse erzielen, wenn die Zielgruppe irgendwann auch tatsächlich mitmachen will. Gründe gegen Veränderung finden sich schnell. “dieses Projekt ist dringend – da gehe ich nochmal nach dem alten Schema ran”; “dieser Monat ist schon verplant – ich mache den Kurs dann im nächsten Quartal”; …

Wenn die Betroffenen tatsächlich wollen, kann Ihr Veränderungsprojekt Fahrt aufnehmen.

Was braucht man dafür?

  • Motivation – Ich sage immer dass Altruismus nicht reicht. Am besten entsteht nicht nur ein Mehrwert für die Organisation, sondern auch für den Einzelnen. Man sollte sogar den individuellen Mehrwert am Anfang in den Vordergrund stellen. Wenn der persönliche Mehrwert klar ist, kommt die Akzeptanz deutlich einfacher.
  • Sicherheit – Es ist ja traurig, dass man das explizit erwähnen muss. Sorgen Sie, dafür, dass man keine negativen Konsequenzen für Early Adopter zu erwarten sind.
  • Chancen – Die Digitalisierung wird auch neue (Karriere-) Chancen bringen. Nutzen Sie dieses Potential auch für die Motivation. Wer sich bei der Veränderung bewährt sollte auch dafür belohnt werden.
    Das kann natürlich auch bedeuten, dass sich für bestimmte Gruppen die Chancen verschlechtern. Auch dies sollte berücksichtigt werden.

Fazit

Veränderungsprozesse sind nicht einfach und funktionieren nicht von selbst. Akzeptanz hat viel mit Psychologie zu tun. Hier entscheidet meist, was beim Empfänger ankommt und nicht wie eine Botschaft gemeint war.

Es lohnt sich, diese Aspekte sorgfältig zu planen und immer wieder zu überprüfen.

Meine Bahnreise mit Amazon

Das Wirtschaftslexion sagt: “Der Begriff der Digitalisierung hat mehrere Bedeutungen. Er kann die digitale Umwandlung und Darstellung bzw. Durchführung von Information und Kommunikation oder die digitale Modifikation von Instrumenten, Geräten und Fahrzeugen ebenso meinen wie die digitale Revolution, die auch als dritte Revolution bekannt ist, bzw. die digitale Wende.”

Hier möchte ich mal auf die digitale Revolution eingehen – oder auf die “digitale Neuerfindung” (angelehnt an IBM “Digital Reinvention“, ein Begriff der mir dafür gut gefällt). Das kommt der Sache nämlich schon näher. Und ich muss sagen, es ist ein äußerst spannendes Zeitalter. Sicherlich sind die Umbrüche nicht mehr so tiefgreifend wie z.B. in der Industrialisierung – dafür aber viel weniger vorhersehbar und mit einer rasenden Geschwindigkeit. Ob das gut ist, steht auf einem anderen Blatt – aber spannend ist es. Zudem möchte ich ja nur klar machen, dass jeder einen Handlungsbedarf hat. JEDER.

Meine Ausführungen sind rein hypothetisch – aber keinesfalls unrealistisch. Nehmen wir also das  Unternehmen “Deutsche Bahn” (der Einfachheit wegen beschränkt auf den Personenverkehr). Kann man dem Unternehmen etwas anhaben? Wer ist die Konkurrenz?
Sicherlich gibt es inzwischen viele private oder regionale Bahnbetreiber, von der NOB (Nord-Ostsee-Bahn) bis zur BOB (Bayerische Oberlandbahn). Die können sich die Sahnestrecken heraussuchen und meist günstiger anbieten – denn der Netzbetreiber “DB Netze” muss sich (theoretisch) neutral verhalten. Die Deutsche Bahn aber ist gezwungen auch nicht rentable Strecken zu betreiben und muss diese quer-subventionieren. Das ist teuer. Dazu kommen die Fernbusse mit den Kampfpreisen. Und bald selbstfahrende Busse?
Aber da tut die Bahn etwas. Sie haben eigene Fernbusse und forschen auch – vor allen Anderen – an den selbstfahrenden Bussen.

Aber ist das Digitalisierung? Ich denke das ist erst einmal Innovation, Weiterentwicklung und Kostensenkung. Nach meinem Verständnis der Digitalisierung geht es aber um den Kunden. DAS Kundenerlebnis. Wie soll der Kunde mein Produkt erleben? Und wie muss es eingebunden sein in das Leben des Kunden (von ErLeben). Was bedeutet das für mein Produkt? Vor allem aber: was bedeutet das für meine Organisation?

Die Bahn beförderte in 2015 rund 1,9 Milliarden! Personen – bzw. hat diese Anzahl von Tickets verkauft und damit 31,9 Mrd Umsatz erwirtschaftet. Das weckt Begehrlichkeiten. Was ist, wenn ich an das Geld ran komme ohne selbst eine Bahn betreiben zu müssen? Geht nicht? Dachten die Hotels auch, bis booking.com kam und die Fahrgewerbe bis Uber kam. Wer kann so etwas? Die Antwort heutzutage ist (fast) immer: Amazon.

Nehmen wir an, Amazon würde Bahntickets verkaufen. Für den gleichen Preis, nicht günstiger. Würde die Kunden erst einmal wenig interessieren, höchstens im Prime Abo.Jetzt kommen wir zum Kundenerlebnis. Oft ist die Bahnstrecke nur ein Teil der Reise. Sie benötigen davor oder danach ein Auto, Bus oder Taxi. Wegen mir sogar ein Fahrrad. Dazu ein Hotelzimmer? Ein Restaurant? Muss man heute weitgehend getrennt machen – außer vielleicht im Reisebüro (online oder offline). Da hat man dann aber wieder andere Reise- und Stornobedingungen.

Wer kümmert sich um das Gepäck wenn Sie mit Familie reisen? Wie finden und buchen Sie überhaupt das Familienabteil? Hat der Bahnhof einen Aufzug? Kann Ihnen mit dem Gepäck geholfen werden, wenn Sie es selbst aus gesundheitlichen Gründen nicht tragen können? Alle diese Dinge gibt es ja – sie können nur nicht einfach gefunden und gebucht werden. Was ist wenn ein Zug Verspätung hatte? Wie komme ich an mein Ziel? Was ist die beste Alternative? Wie erhalte ich meine Entschädigung? Ich brauche einen Stempel auf meiner Papierfahrkarte – mit online Ticket muss ich nach Ankunft in ein Reisezentrum. Da muss ich lange Formulare ausfüllen und lange warten.

Was ist wenn jemand kommt der all diese Dinge einfach macht? Einfach buchbar und mir auch die Arbeit im Erstattungsfall abnimmt – nicht schwerer als eine Produktrücksendung. Der eine große Kundenreichweite hat, den Kunden in der Vordergrund stellt und eine intelligente E-Commerce Plattform (Infrastruktur) hat. Wer denkt immer noch nicht an Amazon? Es winken bis zu 3 Mrd Umsatz – 10% des Umsatzes pro Ticket für Verkauf und Abwicklung.

Es reicht nicht ein Produkt zu verbessern und eine App zu bauen. Ich muss meine Organisation (z.B. das Beschwerdemanagement) ändern und direkt mit einbinden sowie alle angehängten Services. Also Hermes Paketdienst der das Gepäck abholt, eine Plattform oder Service Hotline die auch über Aufzüge und Bahnhöfe Bescheid weiss, andere Services wie booking.com, hrs, MyTaxi, Europcar, …
Dazu müssen viele Partnerschaften geknüpft und Verträge ausgehandelt werden. Es bedarf einer gemeinsamen Strategie und Kundenplattform. Das beginnt damit, dass die Unternehmensstrategie einheitlich bekannt und verstanden werden muss. Zudem muss ich meine Entscheidungsstruktur ändern. Wenn jede Entscheidung und jeder Vertrag von 4 Hierarchiestufen begutachtet und diskutiert werden, wird das nie fertig. Wenn die Abteilungen sich gegeneinander politisch blockieren um selbst Vorteile in der Organisation herauszuhandeln, dann wird es sowieso nie fertig. Die Entscheidungen sollten also weitgehend in der Projektgruppe bleiben, die auch das Ziel haben es zum Wohle des Kunden und des Unternehmens zu verwirklichen. Das ist ein dramatischer Kulturwandel. Der Mitarbeiter wird Unternehmer, Entscheider und man muss ihm vertrauen. Da wären wir beim Thema “Kontrollverlust”.

Technisch geht das alles ja weitgehend. Von offenen Kommunikationsplattformen zur Innovationsentwicklung und schnellen Entscheidungsfindung, Digitale Virtuelle Assistent die mit Dialogsystemen die Reisedaten (Gepäck, Aufzüge, Sitzplatz, …) für mich erfragen und buchen bis Blockchain für die sichere Abwicklung und Zahlungsströme über das Unternehmen hinaus. Auch das Budget wäre klar: bevor ich 3 Mrd. dauerhaft an einen Konkurrenten verliere, investiere ich es lieber einmal in Kundenzufriedenheit. Wenn es nur so einfach wäre… Ansätze gibt es ja mit dem Bahn Navigator, Qixxit oder switchh. Mehrere Unternehmen und Services tun sich zusammen, bauen ein besseres Kundenerlebnis und eine gemeinsame Abwicklung. Das war es aber auch, richtig weitreichend ist das nicht – und daher noch mäßig beliebt oder bekannt. Es ist komfortabler, löst aber keine wirklichen Probleme.

Fazit: Digitalisierung bedeutet, dass Kundenbedürfnisse absolut im Vordergrund stehen. Daraus folgen die Innovationen und Investitionen. Die Organisation muss sich ständig anpassen und Ziele schnell erreichen können. Technologie ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel. So spannend ein selbstfahrender Bus ist – ich muss mich fragen, welches Problem dieser für den Kunden löst und ob der Kunde das wirklich möchte – oder in welchem Rahmen er das akzeptiert (ohne das hier bewerten zu wollen).
Es betrifft jeden und jedes Geschäftsmodell. Dies kann auch ein Vorteil sein – wenn z.B. Amazon Ihren Vertrieb übernimmt. Sie wollen nur in einer guten Position sein um die Bedingungen auszuhandeln.

Interview mit Alexander Weihs

Unser heutiger Interviewgast ist Alexander Weihs – Manager bei Braincourt GmbH – Managementberatung & Informationssysteme und ausgerüstet mit langjähriger Erfahrung in der Beratung von Unternehmen zur Digitalisierung. In seiner Zeit als Berater hat er auch für Price Waterhouse Coopers und IBM gearbeitet.  Zu Zeiten des Buzzwords „Web 2.0“ – also auch schon vor mehr als 10 Jahren – lag der Fokus zunächst auf der Technologie und dem Verstehen der Funktionalitäten. Dass es mit dem Einsatz von Software nicht getan ist, sondern dies nur der erste Schritt ist, war ihm schnell klar. Schon vor dem großen Hype um „Social Collaboration“, „Work like a Network“ oder „Digital Transformation“ hat er in seinen Projekten stets die vorhandenen Werkzeuge eingesetzt und damit die Transformation im Arbeitsverhalten begleitet.

Auf die große Frage nach dem „Warum?“, gab es damals schon Antworten, die heute noch genauso gültig sind:

Am Beispiel der Automobil-wie auch der Computerhersteller gilt: max. 25 – 40% Fertigungstiefe am komplexen Endprodukt, der Rest ist reine Systemintegrationsleistung – also Koordination und Komplexitätsbeherrschung – durch Schaffung von Transparenz.

Neugierig geworden? Alles Weitere hier im Podcast.

Mehr zu Alexander Weihs: iweihs.net

ctrlV002 – Alexander Weihs

Shownotes

Artikel zur Episode: Interview mit Alexander Weihs

Episoden-Download

Kontributoren

Gäste
avatar Alexander Weihs
Kontrollverlust FM
avatar Dorothee Töreki
avatar Arnd Layer