Digistoteles Episode 003 – Digitaldemokratie

Muss unsere Demokratie digital werden?

Digitalisierung verändert ja angeblich alles – also auch unser Demokratieverständnis? Darum geht es in der Episode 3 von Digistoteles.

Bevor Veränderungen diskutiert werden, sollte zunächst einmal klar sein, was denn die Grundlagen von Demokratie heute sind: in freien und geheimen Wahlen werden Volksverteter für einen bestimmten Zeitraum gewählt, die einem Parteiensystem angehören. Anders ausgedrückt: wir alle beauftragen für einen recht langen Zeitraum (4 bis 5 Jahre je nach Wahl) Parteiverteter, die die größte Schnittmenge mit unseren eigenen Überzeugungen und Wertvorstellungen haben – und hoffen, dass sie bei allen zum Zeitpunkt der Wahl noch unbekannten Ereignissen schon so ungefähr in unserem Sinne agieren werden.

Die Liste der Ereignisse, wo genau dies nicht passiert – also der Wähler sieht seinen Wahlauftrag als nicht erfüllt an – ist lang: von den großen Themen der Migration bis hin zu lokalen Projekten wie Stuttgart 21. Einige wenige entscheiden und viele fühlen sich nur als “Stimmvieh” missbraucht – es knallt! Was könnte man dagegen tun?

Digitale Abstimmungen über Themen statt Wahlen? Wozu dann noch Parteien?

Mit anderen Worten: mehr Volksabstimmungen! Die Schweiz wird von den Befürwortern als Beispiel hergenommen, “Brexit, Brexit!!” halten die Gegner dagegen. Ein Selbstläufer sind Volksabstimmungen also nicht, sondern es müssen Regeln definiert werden:

  • Bottom-up (Schweiz) oder auch Top-down (Brexit) Abstimmungen erlauben?
  • Über was genau darf abgestimmt werden? Wie können Suggestivfragen verhindert werden?
  • Wie kann verhindert werden, dass aktuelle Stimmungen (z.B. nach einem Terroranschlag) von Populisten ausgenutzt werden?

Und da unser Thema ja die Digitalisierung im Fokus hat, fragen wir uns, ob und wie Technologien hier sinnvoll eingesetzt werden können? Von grundsätzlichen Fragen wie:

Ist e-Voting sicherer oder unsicherer als analoge Wahlverfahren?

.. oder vielleicht ganz ungeeignet? Um es vorweg zu nehmen, wir sind uns selber nicht einig in diesem Punkt. Egal ob analog oder digital, “klassische Wahlen von Volksvertretern” oder “Volksabstimmung” es muss sichergestellt sein, dass Wahlen

  • frei

Wie kann eine Einflußnahme Dritter ausgeschlossen werden bei der Stimmabgabe? Entweder durch Stimmenkauf oder durch Ausübung von Druck? Und müssten dann nicht Briefwahlen verboten werden?

  • geheim

(bei e-Voting: wie kann sichergestellt werden, dass der Wählende wirklich der ist, der er vorgibt zu sein und wie kann dann nachher die Stimmabgabe von der Identität getrennt werden? Auch hier stellt sich wieder die Frage nach den Briefwahlen

  • gleich

sind.

Wenn Euch diese Themen interessiert, hört rein uns lasst uns wissen, was Ihr denkt? Haben wir wichtige Aspekte vergessen?

Hier noch ein paar Links, die wir im Podcast versprochen haben:

Hinweis von Arnd: Tom Scott fasst für Computerphile sehr übersichtlich die Probleme mit eVoting – oder Cybervoting – zusammen: https://youtu.be/w3_0x6oaDmI

ctrlV007 - Digitale Demokratie

Shownotes

In dieser Folge unterhalten sich Doro, Ralph und Arnd über die möglichen Auswirkungen der Digitalisierung auf Demokratie, Wahlen und Abstimmungen – teilweise durchaus kontrovers.

Muss unsere Demokratie digital werden?

.. und was sind eigentlich Merkmale von Demokratie? Brauchen wir noch Parteien oder wählen wir überparteiliche PErsonen, die bestimmte Themen in unserem Sinne vertreten? Sind Volksabstimmungen ein sinnvolles Mittel für mehr Partizipation? Was muss dabei beachtet werden, damit ein Land nicht ins Chaos zu stürzen droht (Brexit)?

Kann e-Voting überhaupt sicher durchgeführt werden? Wie können digitale Abstimmungen gleichzeitig frei (= ohne Einflußnahme Dritter), geheim (= Identität des Wählers feststellen bei gleichzeitiger Anonymisierung der Stimmabgabe) und gleich sein? Ist eigentlich unser jetziges Wahlverfahren sicher und ist es wirklich analog? Denn irgendwann werden die von den Wahlhelfern ausgezählten Stimmen ja digitalisiert?

Um es vorweg zu nehmen – wir sind unterschiedlicher Meinung in dieser Episode. Bildet Euch selbst Eure Meinung und sagt teilt uns mit, was Ihr denkt.

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Kontrollverlust FM
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Digistoteles Episode 002: Die digitale Transformation als Rettung der SPD?

Die konsequent digitale Gesellschaft – Aufforderung zur Neuerfindung der SPD

Die zweite Episode befasst sich direkt mit den ganz großen gesellschaftlichen Themen: Warum stellt eine digitale Gesellschaft alle bisher bekannten Strukturen in Frage und warum sollte die SPD die Chance nutzen und eine Vision für die Welt von morgen erstellen?

Klimawandel und endliche Ressourcen der Erde zwingen die Menschheit, anders zu wirtschaften als bisher – und die konsequente Nutzung der digitalen Technologien sind unsere einzige Chance, diese Aufgabe zu meistern. Dennoch stehen die großen Umwälzungen wir ein rosa Elefant im Raum: alle sehen es, aber keiner geht das Thema an. Denn dann würden alle bekannten Strukturen in Frage gestellt. Für Politiker auf Wählerfang wird das als sicherer Weg in den Untergang gesehen – denn wir Bürger wollen ja (scheinbar) im sicheren Kokon der Wohlstandsgesellschaft verweilen.

Dabei ist die Sehnsucht nach echten Visionären groß und hier könnte eine Chance für die SPD liegen. Übrigens nicht nur für die SPD, aber hier ist der Leidensdruck gerade am größen. Die klassische Arbeiterpartei ist aus der Zeit gefallen und die alte Klientel wandert wahlweise zur AfD oder zu den Linken ab. Vielleicht könnte diese Krise eine Chance zur Neuerfindung sein.

Freiheit, Gleichheit, Solidärität – die alten Werte mit neuem Leben füllen

Warum die alten Werte der Partei “Freiheit, Gleichheit, Solidarität” nichts von Ihrer Strahlkraft verloren haben, darum geht es in unserer heutigen Episode. Sie könnten das Leitbild für die Vision unserer Gesellschaft von morgen sein. Wenn Maschinen unsere langweiligen Routineaufgaben erledigen, könnte sich ein alter Menschheitstraum erfüllen: Wir können unsere Lebenszeit mit Sinn füllen anstatt mit Broterwerb. Dafür muss allerdings unser Bildungs- und Steuersystem und der Begriff von Arbeit ganz neu gedacht werden.

Dies ist ein schwerer Weg, denn er ist mit viel Unsicherheit und Umwälzungen verbunden. Etwas, das die meisten Menschen nicht mögen. Aber seien wir ehrlich zu uns selber: eine andere Alternative haben wir nicht – denn die Welt wird sich weiterdrehen auch wenn wir stehenbleiben.

Diskutiert mit, sagt uns unsere Meinung und über einen Bewertung auf Apple Podcasts freuen wir uns natürlich auch.

ctrlV006 - Die SPD

Shownotes

Momentan stehen die fundamentalen Veränderungen der Digitalisierung wie ein rosa Elefant im politischen Raum. Außer ein bisschen Kosmetik (Breitbandausbau, Tablets an Schulen) wird das Thema gescheut, obwohl wir Bürger eine echte Auseinandersetzung der Politik mit dem Thema herbeisehnen. Eigentlich die Chance für die SPD, die momentan für nichts mehr richtig steht und deshalb auch im Umfragekeller ist. Dabei können die alten und immer noch so strahlkräftigen Werte wie “Freiheit, Gleichheit, Solidarität” den Weg weisen, wenn sie denn einmal in die digitale Welt gedacht würden: Wenn Maschinen Routinearbeiten erledigen, müssen wir unser Steuersystem und den Begriff von Arbeit und Bildung komplett neu denken. Die Zeit drängt, denn auch unser Planet macht Druck: Klimawandel und endliche Ressourcen können nur mit konsequentem Einsatz digitaler Technologien gelöst werden – ein weiter so des steten Wachstums wird es nicht mehr geben. Schaltet rein und gebt Euch für 30 Minuten unsere Sichtweise auf diese Themen auf die Ohren.

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Kontrollverlust FM
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Ralph Siepmann
Willkommen bei Kontrollverlust wie angekündigt mit dem Thema SPD oder in Langform Mut zur neue Erfindungen die digitale SPD, das Thema haben wir unter uns wegen Aktualität ausgewählt gehabt und. Da würde ich gerne mal mit einer Frage an die Doro anfangen warum gerade denn die SPD.
Dorothee Töreki
Ja vielleicht umgestellt mal auf zweiten grundsätzlich finde ich natürlich dass ich keine einzige Partei momentan genug mit dem Thema Digitalisierung auf gesellschaftlicher Ebene beschäftigt aber die SPD hat gerade aktuell einfach den höchsten Leidensdruck ich glaube da fast selbsterklärend die haben tatsächlich gerade ein Problem sich selber zu positionieren den laufen die Wähler Weg Richtung AFD und Linke und ich wollte ja nur oft genug auch in der Presse schon besprochen dass die SPD eigentlich für nichts mehr so richtig steht und entsprechend die Umsätze die Umfragewerte dramatisch in den Keller rauschen was eigentlich schade ist denn die SPD ist eine Partei die sich. Eigentlich fast mehr als alle anderen Parteien aufwerte beruft nämlich Freiheit Gleichheit Solidarität und, das sind eigentlich hohe Güter für die die sstd mal wirklich gekämpft hat die SPD steht dafür eine neue Gesellschaftsform geschaffen zu haben und, sie hat diese Werte zwischenzeitlich verloren und ich glaube es würde ihr guttun diese Werte die sie hat, nämlich Freiheit Gleichheit Solidarität mit Leben zu füllen in einer digitalen Gesellschaft und darüber würde ich gerne mit euch sprechen.
Ralph Siepmann
Also du willst damit jetzt sagen dass das SPD nicht das Thema ist werde gerade Themen los sind und eins brauchen sondern weil Digitalisierung besonders gut zu den Werten der SPD passt. Was erwarten Menschen denn von einer Partei.
Dorothee Töreki
Glaube Menschen erwarten. Weniger spezifisch was vielleicht von der Partei sondern Menschen erwarten von Politik dass sie sich den gesellschaftlichen Herausforderungen stellt und meine Wahrnehmung ist momentan dass sich das dass die meisten Menschen spüren dass ich mit der Digitalisierung was fundamental ändern wird aber die wenigsten. Eine Ahnung davon haben wie stark dieser Wandel sein wird und in welche Bereiche sich dieser Wandel auswirken wird und, ich glaube es würde bei den WLAN wieder ein Stückchen Vertrauen zurückbringen dass die dass da eine Partei ist die sich die nicht nur so wie soll ich sagen so ein bisschen marktschreierisch irgendwelche Themen aufgreift von denen sie glaubt dass sie damit Wählerstimmen fangen kann wie z.b. respektrente gerade ich glaube das kann kein Werder wirklich ernst nehmen sondern, das dass die Menschen auf der Suche sind nach nach Politikern die sich wirklich ernsthaft mit den Herausforderungen dieser Welt dieser digitalen Welt, auseinandersetzen.
Ralph Siepmann
Und Arnd ist die SPD denn nachdem was der gesagt hat dann noch eine Arbeiterpartei.
Arnd Layer
Ich glaube ein eines der Herausforderungen oder Probleme der SPD ist dass es sich traditionell. Überklasse also über Arbeiterklasse definiert hat und immer das Ziel war die Arbeiterklasse zu vertreten es fühlen sich aber immer mehr Menschen. Nicht mehr als zur Arbeit der Klasse zugehörig also so das ganz lieben Thema selbstständige die aber geringes Einkommen haben Praktikanten Freelancer. Trifft mir glaube ich mit der Orientierung Arbeiterklasse nicht mehr gut. Und das ist durchaus eigentlich eine traditionelle Klientel und wenn man die aufgibt dann hat man ein Problem.
Ralph Siepmann
Ich glaube da müssen wir nachher den Begriff Arbeit noch mal definieren das nehme ich dann noch mal auf für jetzt, würde ich gerne genauer von euch wissen warum ist es denn eine Chance Warum ist Digitalisierung eine Chance für die, SPD nur wenn die Werte passen aber eigentlich laufen Ihnen die das Klientel weg oder Sie können es gar nicht mehr richtig benennen warum ist es, eine Chance für die SPD.
Dorothee Töreki
Also. Bleiben wir mal bei den Arbeitern vielleicht muss ich die SPD wirklich mal die Grundsatzfrage stellen. Haben wir überhaupt noch in der Gesellschaft wieder an schon gerade sagte in der ich mich um diese Klasse Arbeiter ist das überhaupt noch meine Zielgruppe als als Partei. Wo die mir wahrscheinlich gerade sowieso entweder Richtung AFD und Richtung linke abwandern ist vielleicht zu allgemein gesprochen aber würde ich mal gerade behaupten dass es so ist, was ich vermisse ist dass die SPD sich immer noch an diese 100 Jahre alten Werte der Industrialisierung fest klammert, und dass sie nicht einfach mal grundsätzlich neu denkt und sagt wie sieht denn eine digitale Gesellschaft aus. Und eigentlich stößt man da schon sehr schnell kommt man da zu dem Ergebnis dass es in einer wirklich industrialisierten Welt in der Maschinen die klassischen Routinearbeiten übernehmen. Kaum bis keine Arbeiter mehr geben wird das heißt den kommt die eigentliche Klientel abhanden es gibt dann. Menschen die arbeiten. Nach Fähigkeiten nach Freude und da sind wir schon bei dem Thema was ist dann überhaupt Arbeit also Arbeit als klassischer Broterwerb fällt dann weg.
Arnd Layer
Und die andere Bedrohung ist halt wenn ich mich auf arbeite also auf Einkommens Empfänger fokussiere. Dann lasse ich halt auch ich sag mal die Arbeitslosen links liegen. Dann und das sieht man auch deutlich an zu Reaktionen zu Themen wie bedingungsloses Grundeinkommen. Da ist die SPD halt noch nicht aus dem alten denken raus das ist aber gleichzeitig auch die Chance weil. Ist mal die Risiken die Bedrohung die Ängste durch Digitalisierung sind da und nicht weg zu diskutieren und es gibt noch keine Partei die hat Antworten, auf das Thema und die Partei die das gut macht und unvernünftig darlegt die hat dann echte Chance.
Ralph Siepmann
Weder die SPD noch die Gewerkschaften sind ja für ein Grundeinkommen warum dann nicht wenn wenn das Thema schon Sozialstaat heißt.
Arnd Layer
Wenn man aus meiner Sicht weil man sich immer noch zu sehr auf die Leute die Arbeit haben fokussiert und die vertreten will und ich sag mal, es ist halt schwierig zu akzeptieren also andersrum aus meiner Sicht. Funktioniert diese ganze denke nur auf Basis einer Voraussetzung und das ist Vollbeschäftigung ist möglich. Wenn Vollbeschäftigung nicht möglich ist dann ist es absolut ungerecht noch. Ich habe einen vernünftiges Leben davon abhängig zu machen ob jemand ob hat oder nicht. Wir sind immer noch in der denke gefangen wer keinen Job hat ist selber schuld und muss dafür auch ein bisschen bestraft werden.
Ralph Siepmann
Okay also dann sprichst du ja eigentlich über einen neuen Gesellschaftsvertrag wir müssen über. Arbeit anders nachdenke die Verteilung von Arbeit an das Nachdenken über Automatisierung an das Nachdenken. Und das sind dann die Themen zur Digitalisierung für euch.
Arnd Layer
Die ganze Entwicklung wird durch die Digitalisierung beschleunigt.
Dorothee Töreki
Ja und wir haben uns mal in einem Satz zusammenzufassen die die Möglichkeit die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung schaffen eine solche unglaubliche Effizienzsteigerung das in dem Maße wie Arbeitsplätze, wegrationalisiert werden niemals neue entstehen werden jedenfalls nicht für Menschen für für Roboter und Maschinen wahrscheinlich schon und. Vor dieser vor dieser Aufgabenstellung stehen wir als, als Menschheit insgesamt aber ich habe tatsächlich auch gerade auch weltweit den Eindruck dass, das sehr vielen Politikern Wirtschaftsgrößen. Durchaus bewusst ist aber dass das wissen wieso ein grauer Elefant im Raum steht über den den aber keiner sehen will und ich um um noch kurz, auf deine Frage einzugehen ist das eine Chance ja ich sehe es als Chance aber ich sehe es natürlich auch als Risiko weil ich bin mir durchaus bewusst, es gibt ja einen Grund warum im Augenblick Politiker und die heißen Themen so ein bisschen drumrumreden weil. Wenn du so ein paar Stichworte in den Raum wirfst irgendeine Partei ist für das Grundeinkommen oder ist für eine Finanztransaktionssteuer also für eine grundsätzlich andere Besteuerung unseres Wirtschaftssystems, dann kommen sofort. Die Geister aus den jeweiligen Ecken aus ihren Löchern und es geht sofort sein so ein riesen Wirbel natürlich auch in in Social Media und Presse los und mein Mann findet sich auf einmal in dem Sturm wieder, vielleicht kann man solche Themen auch eher. Angehen wenn man sich gerade nicht als Regierungspartei aufgestellt hat. Bin ich mir nicht sicher er war natürlich hatte SPD momentan den Spagat dass sie schon, die Regierungsgeschäfte weiter treiben muss aber auf der anderen Seite sich diesen grundsätzlichen Fragen stellen muss und damit natürlich vieles in Frage stellt was sie heute in der Regierung aktuell durchsetzt also das ist natürlich ein Spannungsverhältnis.
Ralph Siepmann
Okay also.
Dorothee Töreki
Aber man sieht ja noch den einen Satz entschuldige Ralf den Einsatz ist geht ja schon gerade los wenn man sich anschaut was in den USA gerade passiert dass die Demokraten angeführt von der Politikerin ich habe den Vornamen gerade nicht im Kopf der Nachname ist casio.com Test dir gerade diesen Green New Deal an denkt und das geht schon in eine Richtung wo ich sag das hätte ich vor ein paar Jahren in den USA nicht für möglich gehalten dass Politiker aus dem Kongress mit solchen Themen, an die Öffentlichkeit gehen.
Ralph Siepmann
Gut wir dich dann charitépl weiter gehen wir haben schon gesagt. Nach draußen kommen kann man mit vielen Themen dann wird man beschossen aber ich werde noch mal zurück gehen auf den, Gesellschaftsvertrag im Prinzip habt ihr jetzt geschrieben es gibt dein Grundeinkommen egal jetzt in welcher Höhe alle müssen mit der arbeit, runtergehen vielleicht flexibel Zucker können dann in der freien Zeit Bio Essen anbauen und die Roboter für dienendes Grundeinkommen nur um eine wird Witz Division mal hier aufzuzeigen während man aber heute noch die Regierungsgeschäfte und Vergangenheitsbewältigung. Autobahn muss wie kann das denn funktionieren so ein Weg dorthin.
Dorothee Töreki
Glaube über wirklich echte offene Diskussionen meine Wahrnehmung ist momentan das die SPD wahrscheinlich genauso wie die meisten anderen Parteien auch als Hierarchie funktioniert und da gibt's halt die. Parteivorsitzende die Partei Granden Nahles Schulz Gabriel, die durchaus gewisse Denkverbote aussprechen und. Ich könnte mir vorstellen dass es wirklich so Diskussionsforen gibt auch Mitbürgern mit SPD Mitgliedern in der es keine Denkverbote gibt und in der sich auf eine Parteiführung zurückhält also in der auch auch einen Aal ist nicht öffentlich sagt mit einer sspd wird es kein Grundeinkommen geben kein bedingungsloses Grundeinkommen geben weil wir als SPD werden Arbeit immer höher Ansehen als nicht Arbeit sondern dass man sich da erstmal von den offiziellen so ein bisschen zurückhält mit mit mit, mit so Schlagworten und mal wirklich vielleicht in so eine Phase des Austauschs und des Nachdenkens kommt.
Ralph Siepmann
Also Arndt was meinst du müssten dann die Parteien oder die Politiker solche Methoden Design Thinking canonum am Anfang nicht gleich dagegen zu sein oder müssen Sie alle lernen Chat zu spielen. Du kannst gerne noch mal erklären warum ich das gefragt habe.
Arnd Layer
Ich glaube Ringens das Design Thinking gar nicht so weit weg ist von der SMC es gibt sie Menge Regeln an die sich die Leute halten müssen um überhaupt miteinander improvisieren zu können. Ich glaube aber die Methode die Art und Weise miteinander zu arbeiten. Die ist eigentlich auch sehr starke Auswirkung erstmal. Eine Offenheit für Fakten und und für Analysen. Solange du quasi die Antwort weisst bevor du die Welt analysiert hast ist eigentlich auch für dich egal mit welcher Methode du das machst.
Ralph Siepmann
Wir wollten noch mal auf den Begriff der Arbeit zurückkommen was ist denn dann in der Zukunft Arbeit.
Dorothee Töreki
Also ich habe noch vor ein paar Tagen vom Gerald Hüther der ist Neurobiologe der beschäftigt sich ganz stark mit lernen und wie das menschliche Gehirn funktioniert und wie man als Mensch am besten lernt und, der hat das Beispiel von dem Gärtner gesagt der hat gesagt in einer Welt in der so Routinearbeiten, Anwältin Ärzten und auch Gärtnern abgenommen werden wenn man Mais bei dem Gärtner da wird nicht der Gärtner künftig einen Job bekommen der auf Anweisung die Einfahrt fegt weil das macht dann der Pflegeroboter sondern es wird der einen Job, immer bekommen der seine Rosen liebt der seinen Garten liebt also das heißt die Menschen die, ihre Arbeit gewählt haben weil sie ihren Fähigkeiten entspricht weil sie weiß es das ist was Sie gerne tun und es heißt da sind wir schon mitten bei dem. Ich muss mich als Gesellschaft davon entfernen zu sagen Arbeit ist Broterwerb sondern ich muss dahin kommen zusagen, zum Broterwerb haben wir die in einer idealen Welt zum Broterwerb zum Überleben da haben wir die Maschinen die können durch eine. Neuausrichtung des Steuersystems sichern die uns die grundlegenden Einnahmen das heißt ich kann mich, was Arbeit angeht auf das Fokussieren was ich liebe was ich kann was meinen Fähigkeiten entspricht wenn ich halt gerne mich draußen aufhalte und im Garten arbeite dann werde ich halt Gärtner aber aus einer ganz anderen Motivation heraus das heißt wir haben müssen uns verabschieden von Arbeit als Broterwerb.
Arnd Layer
Vielleicht noch mal einen Schritt zurück in der Physik ist eine Form von Arbeit ja Kraft mal weg.
Ralph Siepmann
Das stimmt.
Arnd Layer
Also sprich eine Anstrengung aber eben nicht nur drücken ist sondern auch tatsächlich bewegen also auch ein Ergebnis produzieren. Jetzt ist das natürlich noch viel zu wenig viele Leute sagen Arbeit muss auch irgendwie unangenehm sein sonst.
Ralph Siepmann
Wie Medizin.
Arnd Layer
Alt werden ich würde eher sagen für mich ist Arbeit das etwas Sinnvolles. Zu produzieren oder zu bewirken das Problem ist. Das nicht alles an Arbeit nach dieser Definition heutzutage dazu dient sein Lebensunterhalt zu sich.
Ralph Siepmann
Ich glaube auch nicht dass man einen alles jemals hinkriegt, in Unternehmen wird dieses Thema ja auch schon viel besprochen nur Werk oder wir sagen Notwendigkeit das jetzt Zuständigkeit also Dinge werden erledigt da wo man sie erledigen muss oder kann oder ich teile Menschen ihren Neigungen und Fähigkeiten zu und nicht nur einer eine Position und, viele Firmen tun das ja schon erfolgreich führen dass aus warum wird das von der Politik dann nicht für die Gesellschaft aufgenommen.
Arnd Layer
Dass wir immer mit change mit Veränderungen es ist unangenehm es kostet Arbeit. Es trägt eine Chance oder es trägt ein Risiko schief zu gehen. Das heißt es dauert ziemlich lange bis A tatsächlich die Akzeptanz für neue Ideen da ist also sprich weil ich als Politiker, mir sicher bin oder, abgesichert bin das so eine andere Ansicht dann auch mehrheitsfähig wird oder mir meine notwendige Stimmen bringt, und wahrscheinlich gibt's auch noch mal eine Verzögerung zwischen das ist der Fall und als Politiker sehe ich das auch. Das heißt dass verharren auf altem ist einfach sehr stark.
Dorothee Töreki
Weil die Notwendigkeit zu agieren ist ja scheinbar immer erst dann. Wirklich da wenn der wenn dieser Laden Zustand schon eingetreten ist also siehe Industrialisierung als die neue, Gesellschaftsform schon da war und die Menschen unter unglaublich schlechten Bedingungen arbeiten mussten es da entstand. So eine Partei wie die SPD da entstanden Gewerkschaften das heißt da war der Leidensdruck schon da ich würde mir aber wünschen dass wir schon bevor wir eine Massenarbeitslosigkeit haben uns mal damit auseinandersetzen und bevor wir Menschen haben die mit dieser digitalen Welt von ihrer Ausbildung her schon gar nicht zurechtkommen dass wir uns vorher schon mal über diese Themen unterhalten und über den Wandel unterhalten, und ja warum das Politiker nicht tun wahrscheinlich fürchten sie. Dass sie den Werder damit zuviel zumuten dass sie den Werder unterstellen der der. Ich werde er gewählt wenn ich dem den Werder vorgaukeln wir erhalten dir die Welt wie du sie heute kennst.
Ralph Siepmann
Da wären wir dann wieder bei der Eingangsfrage was wünschen sich Menschen von einer Partei oder von der Politik und. Ja vielleicht ist es ja nicht nur bestand zwar und vielleicht ist es ja tatsächlich Zukunftsfähigkeit. Wenn ich euch dazu also für den Abschluss fragen würde wie würde eure große Visionen aussehen wenn die beschreiben müsstet in ein paar Sätzen, wie wäre die große Version wenn die SPD das umgesetzt hätte wie würde Deutschland dann funktionieren Duo.
Dorothee Töreki
Ich würde mal diese Visionen aufzeigen dass die Menschen zum einen vor der großen Herausforderung stehen das, wir die Ressourcen unserer Welt. Dass er mit den Ressourcen unserer Welt besser umgehen müssen also ganz großes Thema Nachhaltigkeit wir können nicht mehr so Wirtschaften wie wir es in den letzten, 100 Jahren gemacht haben das ist endlich das uns aber die die einzige Chance die wir haben und mit dieser Herausforderung um dieser Herausforderung erfolgreich zu begegnen das ist sie das sind die Möglichkeiten der Digitalisierung und die Technologie ermöglicht ist uns diesen alten Menschheitstraum wahr werden zu lassen dass wir Menschen selber nicht mehr arbeiten müssen also die klassische Lohnarbeit dafür haben wir Maschinen und dass wir in der Lage sind. Sehr effizient mit den Ressourcen dieser Erde umzugehen dass wir da mit zukünftigen Generationen, eine Chance auf ein lebenswertes Leben ermöglichen und gleichzeitig dass wir es durch den Umbau der. Des Steuersystems des Bildungssystems ermöglichen können dass jeder Mensch. Entsprechend seiner Fähigkeiten sein Leben mit einer sinnhaften Arbeit fühlen kann die ihm Freude macht.
Ralph Siepmann
So eigentlich meinst du wir könnten aus der Vergangenheit lernen das Automatisierung etwas Gutes ist wenn man die Menschen sozial darin einbindet und wir sollten die neuen Technologien dazu nutzen um das auf einem modernen. Stand zu bringen und wie werden deine Version die darf gerne auch global werden die muss ich in Deutschland Enden.
Arnd Layer
Ja die muss global werden also aus meiner Sicht muss die SPD. Die Werte Freiheit Gleichheit Solidarität Solidarität das hast du gut zusammengebracht Doro. Immer wieder also nicht nur jetzt sondern eigentlich ständig hinterfragen insofern dass, die Frage stellen was bedeutet das aktuell in den aktuellen Rahmenbedingungen für uns und das nicht verwechseln mit Tradition wir sind eine Arbeiterpartei. Das ist zum Scheitern verurteilt sonder ich muss halt rausfinden was bedeuten diese Grundwerte heute für mich und vor allem müssen sie. Eine Alternative zu zum konservativen Ansatz bieten schwierig ist a vermarkten also wie überzeuge ich die Leute dass dass das Richtige ist. Und B. Und das ist dann ponysee also wie komme ich vom heutigen Zustand in den gewünschten Zustand oder in die Nähe des gewünschten zu.
Ralph Siepmann
Was ist denn der gewünschte Zustand von dir jetzt beschrieben.
Arnd Layer
Also ich bin z.b. ein Fan eines bedingungslosen Grundeinkommens. Das heißt damit ist und ich glaube das war mir jetzt nicht mehr ausführen relativ klar definiert wie wir Zustand ist. Und jetzt geht's daran eben konkrete Maßnahmen und ein Zeitplan zu entwickeln wie wir aus dem heutigen System in ein zukünftiges Systeme kommen. Natürlich mit Rückkopplungsschleifen mit Prüfstellen bin ich noch auf dem Weg sind meine Annahmen richtig was muss ich verändern was man sich anpassen das dann hat er Arbeit.
Ralph Siepmann
Lavendelöl Waldarbeit genau. Ja ich glaube beim Grundeinkommen könnte man noch ganz lange diskutieren bei den anderen Themen auch wir sind aber. Ziemlichen Ende von unserem heutigen Podcast noch einiges auf der. Strecke geblieben glaube ich an Themen irgendwann muss man die Vorteile von einem Grundeinkommen mit habe noch ein bisschen erklären vielmehr ist aber, glaube ich jetzt ein bisschen auf der Strecke geblieben dafür ein digitaler Staat und auch werden müssen oder eine digitale Demokratie, werden müssen und daher werden wir die digital. Demokratie der digitale Staat dann im nächsten Podcast aufnehmen und an das reichte bestimmt noch mal zum Grundeinkommen nur so die Kernpunkte was ist denn Menschen denn, ermöglichen soll oder wie man das digital umsetzen kann habt ihr sonst am Ende noch Anmerkungen oder an mich eine Frage.
Dorothee Töreki
Ich gebe mal die Frage zurück die du gerade an uns gestellt hast wie würdest du denn so eine Überschrift als Hausaufgabe für die SPD verfassen.
Ralph Siepmann
Also meinem aktuellen Titel bei der IBM. Da steht ja die dituri invencion die haben wir vorhin schon genannt die neue Erfindung. Daher finde ich Neuerfindung gar nicht so schlecht und ich glaube man muss sowohl. Wie wir mit Parteien umgehen als auch wie Themen in die Politik kommen wie sie behandelt werden müssen wir neu erfinden das heißt eigentlich müsste ich sagen SPD und der neue Gesellschaftsvertrag weil, das muss alles komplett neu werden wie will man so umgehen wie wir mit der Umwelt umgehen was wir der Nachwelt überlassen wie wir in digitaler Staat, werden Thema Grundeinkommen haben und so weiter vielleicht geht es sogar über neue Erfindung oder Kulturwandel schon hinaus, können wir gerne nächstes Mal dann weiter diskutieren in der Digital Demokratie dann von meiner Seite vielen Dank.
Dorothee Töreki
Tschüss von mir bis nächste Mal.
Ralph Siepmann
Das nächstes Mal.

Digistoteles Episode 001 – Wir stellen uns vor

Digistoteles – der Podcast zur Digitalisierung

Wir machen weiter – und zwar richtig. Auch uns hat das Podcast Fieber erwischt. Es wird nun regelmäßig alle zwei Wochen immer sonntags eine neue Folge zu allen Facetten der Digitalisierung geben. Wir wollen nichts auslassen: Von Technologie (klar, macht ja jeder) zu Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Philosophie und Zukunftstheorien und natürlich die unendlichen Verknüpfungen dazwischen.

An Themen wird es uns also nicht fehlen – wir haben schon eine gute Liste zusammen. Lasst Euch überraschen.

Was uns wichtig ist:

Wir werden alle Themen konkret, prägnant und – wenn es sich ergibt – auch kontrovers besprechen. Angereichert mit Storytelling, wir wollen Euch ja nicht langweilen.

Schaltet also Apple Podcast, SoundCloud oder Spotify ein und gebt uns auf die Ohren – auf dem Weg zur Arbeit, beim Einschlafen oder wo auch immer ihr uns hören mögt. In der ersten Episode könnt Ihr uns erstmal kennenlernen: wer sind wir und warum glauben wir überhaupt, zur Digitalisierung etwas Interessantes beitragen zu können.

Und wir freuen uns über Kommentare und Vorschläge zu neuen Episoden.

ctrlV005 - Wer wir sind

Shownotes

Doro, Ralph und Arnd haben sich wieder zusammen gefunden, um Podcasts aufzunehmen. Seid gespannt auf die neuen Folgen, die wir planen.

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avatar Ralph Siepmann
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Willkommen zurück bei Kontrollverlust. Ist schon eine Weile her seit unserem letzten Artikel und zum letzten Podcast aber wir haben uns entschlossen das jetzt regelmäßig aufzunehmen, und sozusagen in alle Winde verteilt bei anderen Arbeitgebern und über die Plattform wieder zurückgefunden und freuen uns auf unseren ersten Podcast von der neuen Serie hier aber zuerst wollen wir uns natürlich dann erstmal vorstellen. Und na ja dann ist es spannender glaube ich. Ich bin nicht selber vorstellen sondern ich fang einfach mal mit Doro an wo habe ich den Doro kennengelernt Doro war ganz lange eine Kollegin, von mir bei IBM und in so einer Laufbahn schneidet man ja verschiedenste Themen an, ein Thema war wir waren auf einer Burg deren Name ich vergessen habe wir haben Weißbier getrunken das weiß ich noch fragend hat das Thema Digitalisierung entdeckt vor ein paar Jahren, und das hat uns ja nicht mehr losgelassen wir haben viele Präsentationen auch Auftritten auf Konferenzen zusammen hingelegt und jetzt mal Doro wo stehst du denn da heute in dem Thema, digital.
Ja danke Ralf erstmals war die Burg stettenfels.
Danke.
Für die Baden-Württemberger die Ländern vielleicht wissen dass ich. Mich in dass ich im Landkreis Heilbronn wohne also Baden-Württemberg. Ja wo stehe ich da heute also das Thema wie du schon sagst hat mich nicht losgelassen wir kommen ja beide aus dem Thema, oder wir alle drei kommen aus dem Thema wie Software Zusammenarbeit von Menschen verbessern kann. Und aus dem aus dem Fokus oder von dem Startpunkt Haus haben wir uns dann irgendwann mal damit beschäftigt, woher denn überhaupt diese Beschleunigung kommt Didi, wie die Unternehmen zwingend anders zusammenzuarbeiten und da waren wir dann auch schon mittendrin in der Digitalisierung ich finde seit wir uns damit beschäftigt haben die großen technologischen Themen, sind immer noch die gleichen also Cloud künstliche Intelligenz blockchain quantum computing am Horizont aber wenn ich mal schau, was wir damals an zu diese wie sieht unsere Welt in Zukunft aus was wir da so vorhergesagt haben sehr vieles ist doch schneller eingetreten als ich es zumindest mir gedacht habe ich weiß nicht wie es Dir geht Ralf.
Auf alle Fälle hoch ja war einer der Gründe warum, ich sofort drauf angesprungen bin hier mit dem Podcast weiterzumachen und wie sieht es bei Dir aus was hat dich an der Idee angefixt jetzt Podcast oder.
Hast mitzumachen ja also ich lege mich eigentlich kontinuierlich darüber auf ja aufregend ist viel gesagt aber ich es fällt mir auf dass wenn über Digitalisierung gesprochen wird wird fast nur die Technologie in den Fokus gerückt, nur über Technologie gesprochen also aktuell gerade 5g oder die Ausstattung der Schulen es wird aber ganz selten darüber gesprochen was die Technik denn mit uns Menschen mit der Gesellschaft macht mit Wertschöpfung von Unternehmen und, da wir alle drei und sehr stark mit diesen Themen beschäftigen, Hollenstein ganz vielen Facetten mit zu schreiben drüber nachdenken weil das für mich auch der Grund warum ich bei diesem Podcast mitmacht. Und ja zu mir habe ich eigentlich erstmal alles gesagt ich würde dann ganz gerne den Dritten im Bunde vorstellen das ist der Arend Bleyer. Auch. Ihn kenne ich über IBM also unschwer zu erkennen wir alle drei haben uns über unseren damaligen gemeinsam Arbeitgeber ibm kennengelernt, und der Abend ist eine der wenigen Menschen von dem ich sagen würde er ist gleichzeitig. Nerd Philosoph Gesellschaftskritik also der Arzt beschäftigt sich auch in der. Wirklichen Tiefe mit allen möglichen Themen ich habe in der Nähe in den elf Jahren fast zwölf Jahre die wir uns kennen habe ich schon paar mal gedacht so jetzt jetzt spreche ich den Arndt aber mal auf dem Thema an davon hat er noch nie gehört und jedes Mal hat er mir zu genau dem Thema einen Aspekt gebracht von dem ich vorher noch nichts gehört hat also wenn ich den Arndt beschreiben müsste dann ist das durchaus jemand der sich, gesamtheitlich technologisch gesellschaftlich philosophisch sehr viel über unsere Welt von heute nachdenkt und der mich immer wieder aufs Neue zum Nachdenken bringt Arndt. Bitte stage is yours.
Ich bin gerade mehr oder weniger sprachlos. Eigentlich können wir das jetzt ORF.
Das ist schlecht bei einem Podcast.
Ich glaube ich habe mein Ziel im Leben erreicht. Ja also ich wer muss natürlich vorher mal überlegt was wir dann zu uns sagen ich habe da vier erstmal zum beruflichen 4, Hashtags mir rausgesucht nämlich Berater eytys Spezialist Nerd und Kollaborateur, habe mal irgendwann Nachrichtentechnik Elektrotechnik studiert in der IT verschiedene Jobs gehabt sowohl intern als auch in der Dienstleistung im Vertrieb das war dann der eventshop und du du erinnerst dich noch, hast du zu uns ins Team gekommen bis Norbert day beim warst war ich dein Mentor für die ersten 60 Tage.
Wie könnte ich das vergessen.
Na also quasi die ganze ibm Karriere mehr da weniger zusammen gemacht am. Ich habe tatsächlich so bitte der 90er Jahre mit dem Thema Kollaborationen angefangen das auch, Großteil meiner Karriere gemacht aber nicht ausschließlich war mal in der Beratung bei, PricewaterhouseCoopers und bin jetzt wieder zurück in den Beratungen kleineres Beratungsunternehmen bei brinkord uns habt ihr das neue password aufgegriffen und, beschäftige mich mit Agilität und ja auch viel mit Digitalisierung Enterprise 2.0 was ist das alles gibt. Am ich habe mir dann überlegt ich glaube das was uns alle umtreibt ist so, ist und Gegensatz zwischen, althergebrachte Art und Weise Dinge zu erledigen vor allem Unternehmen Hierarchie über Prozesse über Regelwerk versus, Fokus auf Zusammenarbeit darauf konkret im Augenblick Ergebnisse zu liefern Dinge möglich zu machen, das beste ausbeuten rauszuholen und das ist für mich so ein bisschen wie der Gegensatz zwischen Jazz und klassische Musik. Ich bin Jazzfan was mir an dir so gefällt das ist vor allem live wenn ich den Musikern bei der Arbeit zuschauen kann. Und mich beobachten kann. Wie viel die auf der Bühne miteinander kommunizieren wieder ständig Blickkontakt gesucht wird wie die Leute auf das kleinste Zeichen voneinander reagieren. Wir mal aufeinander eingeht und wie jeder auch versucht die Stärken des anderen rauszustellen. Nowald nur dann können Sie nämlich in dem Augenblick wo sie Musik machen das bestmögliche Ergebnis erreichen da geht's. Gerade im Jazz nicht so sehr darum mach durchzusetzen oder irgendeinen Plan zu folgen sondern geht's darum im Augenblick das bestmögliche. Und ich glaube davon brauchen wir auch mehr in der Arbeitswelt und überhaupt in der Welt.
Vulva ein sehr schöner Vergleich.
Und jetzt würde ich, versuchen den Kreis zu schließen angefangen mit der Begrüßung hat er der Ralf Siepmann und reift du hast so so nett geschrieben du fühlst dich als it still native. Wie geht das eigentlich in deinem Alter.
Also Anspiel darauf an dass ich schon 50 bin und daher hier verzichten will meinen kompletten Lebenslauf Lebenslauf vorzustellen. Es ist bei mir eher immer ein Witz ich sage ich bin digit native weil ich bin ja schließlich mit dem internet groß geworden also der 90er Jahren weiß sogar in Silicon Valley und da gab es dann großartige Erfindung und sowas sieht easy HTTP IP oder ähnliche Dinge, und davor habe ich schon PTX gemacht also vor Bildschirmen sitzen und tippen mache ich schon ganz schön lange damals hat uns noch nicht digitalisieren genannt hatte auch noch nicht die gleichen Möglichkeiten. Aber den Begriff nehme ich eher um zu versinnbildlichen das ist für mich sowas nicht. Gib natürlicher mit Internet und deswegen Residenz und andere aber wenn man Menschen mit Menschen gemeinsam ein Ziel erreichen will. Nenn mir vor darüber gesprochen dass wir Zusammenarbeit organisieren in einem Unternehmen dann merkt man ganz schnell nichts mehr davon auf einer DJ native oder ein Resident war weil sie machen einfach alle mit wenn sie von einem Ziel begeistert sind auch wenn es dafür den Einsatz von Technologie von aber sonst was benötigt dann ist es auch für alle okay egal von ihrem Alter her oder wo sie herkommen, kein ganze coolen Vergleich wie Arnd habe gerade drüber nachgedacht mit dem Chef das ist natürlich schon. Toll ist und solche Dinge braucht man auch im Unternehmen und ich bin so ein bisschen auf der anderen Seite ich weiß nicht ob dann die klassische Musik ist also ich nutze design-thinking um Team zusammenzubringen um sich darauf zu einigen wie man zusammen arbeitet weil alles nur spontan auf zu grob geht nur in so eingespielten Teams wahrscheinlich wie beim Jazz und das ist einfach schön wenn man für die Teams benutze stories aufzeigen kann eben um in diese Version zu erklären wo soll's denn hingehen und eine gemeinsames Ziel oder eine Gemeinde Einigung gemeinsam Einigung zu erreichen. Das wären dann so mein Gegenpol zu dem von Arth also. So ganz zum Abschluss würde ich denken wie ergänzt uns alle hier ganz gut.
Das ist da vielleicht noch 2 Minuten nehmen um kurz zu erklären was der aktuelle Plan ist inhaltlich und für das Format.
Also unser Plan ist regelmäßig ein Podcast rauszubringen wie ich eingangs gesagt hatte und. In unserem Kreis oder LinkedIn oder obach Kollegen probieren wir sag mir mal Inspirationen über Themen. Zu erreichen über die wir uns dann austauschen wollen recherchieren, austauschen wollen in so einem Podcast und natürlich nicht ganz ausgeschlossen auch ein paar schriftliche Worte dazu wenn du willst dann auf Kontrollverlust fm.de puppies, möchten ab wieder Ergänzungen dazu.
Reicht noch wenn einer unserer Zuhörer ein Thema hat was ihn beschäftigt gerne als Vorschlag auf entweder direkt in Kontrollverlust oder Apple Podcast in den Kommentaren.
Sehr guter.
Genau wir haben ja in der ersten Iteration. Mehr auf Interviews gesetzt was zugegebenermaßen auch immer großer Aufwand war bis wir mal so ein Interviewtermin hatten und den umgesetzt haben. Das werden wir auch in Betracht ziehen aber nicht, unbedingt fordern von uns das heißt es wird wahrscheinlich gerade am Anfang auch die andere andere Sendung geben wo wir halt unter uns drei Dinge diskutieren und wir versuchen dafür, die Einzelsendung dann auch kürzer zu halten.
Apropos Kürze dann würde ich sagen für die Vorstellung. Machen wir heute einen Cut ganz bestimmt, die Themen oder Teile für die wir stehen in den einzelnen Themen auch noch mal rüber und die können wir dann ja laufend ergänzen was wir auch dir sehen einer Serie ist.
Genau und vielleicht schon Spoiler für die Folge 2 also die erste richtige Folge da haben wir uns als Thema kann, ist die SPD retten wenn Sie sich mit der Digitalisierung beschäftigt vor allen Dingen was ihre programmatische Ausrichtung an.
Gut so viel.
Tschüss.
Cliffhanger soviel zum Cliffhanger SPD und dann bis gleich in der ersten Fall.

Eine persönliche Geschichte über die Macht der Verletzlichkeit

Vor ein paar Tagen bin ich auf eine Google Studie gestoßen, die der Frage nachgegangen ist, was erfolgreiche Teams ausmacht. Im Grunde war nichts ganz Neues dabei, dennoch hat ein Punkt einen Nerv bei mir getroffen: Es ging um den (schon lange bekannten) Fakt, dass Menschen am produktivsten sind, wenn sie ein Gefühl der Sicherheit haben. Und das haben sie, wenn es akzeptiert wird, Fehler machen zu dürfen. Fehler machen heißt, nicht perfekt zu sein – heißt, Schwächen einzugestehen oder Risiken einzugehen. Das hat mich an eine konkrete Geschichte aus meiner Zeit bei IBM erinnert:

Damals hatte ich mich thematisch einem neuen Thema zugewandt. Der Erfolg hing davon ab, dass nicht nur ich das Thema spannend fand, sondern ich musste auch bei Kollegen und Kunden Begeisterung wecken. Ein erster Prüfstein war eine große europaweite Schulung in Athen. Ich hatte mein Thema als Vorschlag eingereicht und es wurde von den Kollegen unter die Top 3 gewählt – damit war klar: ich muss „On Stage“. In englischer Sprache ein neues Thema vor diskussionsfreudigen kritischen Kollegen vortragen. Also nicht zwingend ein Heimspiel, sondern etwas, was einen sehr weit aus der Komfortzone holt.

„Das schaffst Du schon“ hilft nicht weiter, wenn einem die Knie zittern

Jetzt ist es nicht so, dass ich aus meinem Herzen eine Mördergrube mache. Ich hatte Kollegen schon meine Aufregung mitgeteilt und viele liebe verbale „Schulterklopfer“ bekommen. „Das schaffst Du schon.“ Aber einen echten Wendepunkt für alle künftigen kritischen Termine und Situationen hat ein Gespräch mit meinem lieben Kollegen und guten Freund Ralph Siepmann gebracht.

Ich: „Das wird morgen eine Katastrophe, vor mir spricht Kollege XXX. Der ist einer unserer Besten, English native Speaker und der ist auch noch witzig. Wenn ich einen Witz mache, reagieren alle nur mit einem verlegenen höflichen Lächeln.“

Ralph: „Entspann Dich doch mal und akzeptiere Dich, wie Du bist. Stell Dich vorne hin und sage: Ich bin nicht witzig. Aber wenn ihr was über die Zusammenhänge der Digitalisierung hören wollt, dann bleibt sitzen und hört mir zu. Keiner (!) wird Dir das übel nehmen, im Gegenteil – Du wirst die Herzen gewinnen, denn Du bist authentisch und steht zu Deinen Schwächen.“

Wer Schwächen zeigt, ist wahrhaftig und berührt Menschen

Ich habe noch oft an dieses Gespräch gedacht, erst nach Jahren habe ich verstanden, dass dies ein Schlüsselmoment für mich war. In Rhetorikschulungen wird oft gesagt: „Entscheidungen werden nicht über den Verstand, sondern über Emotionen getroffen. Also berührt Eure Zuhörer.“ Das sagt sich nur immer so leicht. Die wenigsten Vorträge oder Meetings lösen wirklich langfristig etwas aus in einem – schon beim Verlassen des Raumes haben wir das Meiste wieder vergessen. Als ich so darüber nachsann, welcher Vortrag mir wirklich lange im Gedächtnis geblieben ist, fiel mir die Microsoft TechEd2013 in Madrid ein – eine Nerd-Veranstaltung zu rein technologischen Themen. Einer davon wurde von einer herausragenden Expertin von Cloud-Architekturen gehalten – die Sprecherin war sichtlich aufgeregt und nicht gewohnt, vor mehreren tausend Leuten über ihr Thema zu referieren. Sie begann mit dem Satz: „Ich hasse es, im Rampenlicht zu stehen – ich bin aufgeregt. Aber ich habe heute etwas zu erzählen, dass mir das alles wert ist.“ Damit hat sie von Beginn an eine Verbindung zwischen sich und dem Publikum hergestellt, die dann nicht mehr abgerissen ist. Ich kann heute noch wesentliche Inhalte dieser Session wiedergeben.

Unser aller Urangst, es nicht wert zu sein, gemocht zu werden.

Und dann wurde ich auf die Soziologin Brené Brown aufmerksam, die mir ihrem berühmten TED-Talk, „The Power of Vulnerability“ genau das auf den Punkt bringt. Menschen, die tiefe Beziehungen zu anderen aufbauen können, haben alle zwei Eigenschaften gemein:

  • Die Großzügigkeit sich selber gegenüber, nicht perfekt zu sein
  • Verletzlichkeit zuzulassen (was unmöglich ist ohne Großzügigkeit zu sich selbst)

Heisst angewandt auf meine Geschichte in Athen: Kein perfektes Auftreten zu haben und trotzdem auf die Bühne steigen. Aufgeregt sein und es zuzulassen. Nicht allwissend zu sein, aber genug für ein Thema zu brennen, um trotzdem mit anderen seine Gedanken zu teilen.

Der Einsatz: das Risiko einzugehen, Scham zu empfinden – eines der schlimmsten Gefühle, die wir Menschen kennen. Sich komplett zu blamieren – für alle Zeiten in die Geschichte einzugehen, als diejenige, die damals auf der Schulung komplett versagt hat oder vielleicht noch schlimmer, über die sich alle lustig gemacht haben.

Der Gewinn: das pure Glück, andere begeistern zu können. Anerkennung zu bekommen. Und abseits dieses Beispiels natürlich auch, echte – wahrhaftige – Verbindungen mit anderen aufzubauen.

Nur eine Seite der Medaille haben zu wollen, funktioniert leider nicht

Die Erkenntnis aus dieser Geschichte: Nur eine Seite der Medaille haben zu wollen, funktioniert nicht. Entweder ich lasse Gefühle zu – oder ich lasse gar keine zu. Mit allen Konsequenzen. Und ja – das Leben ist nicht immer schwarz oder weiß. Man hat nicht immer Gespräche, Begegnungen, Vorträge, in denen man mit seinem Charisma alle umwirft oder sich komplett blamiert. Darum geht es mir auch nicht.

Meine Lektion für mein Leben ist – wer anderen etwas vorspielt, das er nicht ist, wird keine echten Verbindungen aufbauen. Wir haben nämlich alle ein Gespür für Wahrhaftigkeit.

Hat das etwas mit Digitalisierung zu tun? Mir kommen da natürlich direkt die „FuckUp Nights“ in den Sinn mit dem Motto „Live Life without Filter“. Immer wieder wird darüber berichtet, wie inspirierend die Menschen und ihre Geschichten empfunden wurden: der Grund – siehe oben. Es ist also folgerichtig, dass diese Veranstaltungen mittlerweile auch Einzug in Unternehmen halten. Am Ende des Tages doch eine Frage von echter Führung und was Bedingungen sind, unter denen wir alle unser Bestes geben können und bereit sind, das unbekannte Terrain der digitalen Welt zu betreten. Damit hat sich der Kreis geschlossen.

Design Thinking in der Organisation mit verteilten Teams

Eines der Grundprinzipien für den Erfolg in der heutigen Welt ist, wir müssen Innovationen beschleunigen und nicht Menschen. Ergebnisse anstelle Aktionismus. Ziemlich unbestritten hat Design Thinking hier einen festen Platz in vielen Unternehmen eingenommen – nicht nur in der Produktentwicklung.

Ich stelle mir schon länger die Frage (und teste gerade verschiedene Varianten), wie man Design Thinking auch remote durchführen kann. Selbst wenn ein inspirierender Raum für ein Team eigentlich zwingend dazu gehört, das skaliert eben nicht immer. Spätestens nach der “Ideation” Phase muss man auch verteilt arbeiten können. Für die virtuellen Tafeln hat sich ja Mural schon einigermaßen durchgesetzt. Allerdings müssen Abstimmungen auch komplett remote möglich sein und die Ergebnisse oder Erkenntnisse dann organisiert abgearbeitet werden können.

Ich benutze schon seit einiger Zeit Trello als “Personal Kanban Board”. In der modernen Aufgabenverwaltung gibt es (für mich) keine bessere Darstellungsweise, um die Aufgaben des Teams zu organisieren. Dies gilt vor allem für selbstorganisierende (selbstverantwortliche) Teams. Machen wir also einen kleinen Ausflug in die Kanban Welt.

Kanban beschreibt eine visuelle und effektive Methode des Aufgabenmanagements. Die Ursprünge dieser Methode liegen beim japanischen Autobauer Toyota und der Begriff Kanban bedeutet übersetzt so viel wie “Signalkarte”. Design Thinker werden sich also wohl fühlen, wenn man auch hier mit Karten arbeitet 🙂

Kanban ist kurz gefasst eine visuelle Methode zur Bearbeitung innerhalb einer Wertschöpfungskette. Letztendlich sollte es ja auch um die Wertschöpfungskette gehen, in der Theorie des Lean Management. Verschiedene Spalten stellen in Kanban unterschiedliche Status dar, wobei die erste Spalte den Anfangszustand einer Aufgabe darstellt – egal was es ist, wegen mir einfach nur eine Idee. Neue Aufgaben, in Form einer Karte, werden zuerst in dieser ersten Spalte abgelegt, und durchlaufen während der Bearbeitung die verschiedenen Status-Spalten des Kanban-Boards. Der große Vorteil hiervon: Es entsteht ein klarer Prozess zum Bearbeiten der Aufgaben. Teammitglieder wissen genau, was zu tun ist, wie ihre Arbeit mit derer anderer Personen in Verbindung steht und sie können in Echtzeit gemeinsam und gleichzeitig Projekte bearbeiten. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte heißt es.

Foto: Kanban Board zur Entwicklung eines AI Anwendungsfalles mit Design Thinking

Ich habe eine Idee die ich mit Kollegen evaluieren möchte. Wie ist dann der Arbeitsablauf (oder Flow, wenn man schön konzentriert ist) darzustellen? Im Team Kanban stellt man die Idee einfach zur Abstimmung ein. Durch positive Abstimmung und Rückmeldung in den Kommentaren möchte ich die Idee weiterverfolgen. Ich erstelle ein (mit der Idee verknüpftes) Kanban Board, hier im Beispiel zur Ausarbeitung einer Methode für AI Anwendungsfälle.

Alle Teilnehmer (oder Follower die sich informiert halten möchten) erhalten so Einblick in Echtzeit in den vollständigen Kontext, Diskussionen, relevante Dateien, Links oder Bilder, die bereits an die Aufgabe angehängt sind. Alle erforderlichen Informationen stehen immer und aktuell zur Verfügung. Als Ergänzung zum klassischen Kanban können Aufgaben zudem terminiert werden – also ein kleiner Schritt in das Projektmanagement. Ich sage dann “Office Kanban” dazu.

Warum ist das effektiv?

1. Man kann den vollständigen Arbeitsfluss im Kontext visualisieren. Die zu liefernden Projektergebnisse werden in Inkremente, die Projektlaufzeit wird in kurze Iterationen aufgeteilt.

2. Man fängt keine neue Aufgabe an, bevor nicht eine andere erledigt ist.

Das ist im Übrigen das Grundprinzip von “agil”, selbst bei Scrum. Begonnene Arbeiten werden nicht weg-priorisiert oder weg-hierarchiert. Man kann im Flow arbeiten, ohne ständige neue “Rüstzeiten” (erneute Aufnahme der Aufgabe und erneutes Hineindenken).

3. Man kann durch die Rückmeldung aus den Teams sehen, wie gut man von den Ressourcen für das Projekt aufgestellt ist. Es gibt keine vorherige Planung die weit weg von der Realität ist um dann durch Druck doch noch irgendwie umgesetzt zu werden – und so die Menschen verschleißt und/oder die Qualität beeinträchtigt.

4. Die durchschnittliche Zeit zwischen Beginn und Fertigstellung einer Aufgabe wird gemessen und man versucht ständig Wege zu finden, diese Zeit zu verringern oder Konstant zu machen. So kommt man zu einer gezielten Arbeitsweise, ständigen Übersicht bei hoher Qualität. Der Fokus liegt auf der Wertschöpfung.

Somit ist die Kanban Methode also bestens geeignet, um die Phasen und Ergebnisse aus Design Thinking Workshops aufzuteilen und in die jeweils nächste Phase zu bringen. Bis aus den Ideen Innovationen (z.B. neue Produkte) werden.

Mural als Werkzeug habe ich oben schon kurz erwähnt – damit kann man virtuell Ideen sammeln und Zettel “kleben”, Design Thinking Phasen wie “Persona” oder “Empathy Map” darstellen sowie eine “Business Model Canvas” gemeinsam ausfüllen.

Foto: Mural Board im Ideation Prozess bei der Kategorisierung

Jetzt geht es aber mit Kanban an die Umsetzung der Ideen oder Prototypen. Da ich als persönliches Kanban Board bisher “Trello” genutzt habe, lag es nahe, das hier auch mal zu testen. Damit kommt man auch recht weit und kann es mit anderen Werkzeugen von Atlassian verbinden. Zudem bietet es, ähnlich wie das Confluence Wiki, sogenannte “Power-Ups” an und es gibt auch noch Jira für Entwickler oder Scrum. Man kann also durch “In-App-Käufe” die Fähigkeiten erweitern oder auch eigene programmieren und hinzufügen. Wer bereits Atlassian im Hause hat, für den ist das wahrscheinlich auf die beste Lösung.

Es gibt aber auch noch andere starke Lösungen im Markt wie Wrike, Smartsheet, Kanbanize Slack oder auch GitHub für Programmierer. Durchweg brauchbare Werkzeuge mit eigenen Stärken und Schwächen. Mein persönlicher Favorit ist aber “Taskworld“. Der Name ist etwas irreführend, eigentlich müsste die Software oder App “KeepThingsDone” heißen oder so. Was mag ich daran? Es ist nahezu selbsterklärend in der Bedienung und grafisch auch recht klar. Es bietet verschiedene Kanban Templates als auch klassische Sichtweisen wie Gantt Charts und auch ein gutes Reporting – ebenso wie eine Sicht auf meine offenen Tasks.

Foto: Offene Tasks von Projekten und Personen

Ebenso beinhaltet es alle Komponenten die man für die Zusammenarbeit benötigt, von Chat (pro Karte, Projekt oder Generell) als auch Dateimanagement – inkl. Verbindungen zu Box, DropBox, … Man hat also nahezu keinen Integrationsaufwand – es sei denn, man mag zwingend unternehmensinterne Werkzeuge damit verbinden.

Noch mehr überzeugt hat mich aber der Support – es nimmt jemand ab ohne kompliziertes Telefonmenü, die Person ist auch noch kompetent und selbst per Mail kommt man schnell weiter. Ein weiteres Argument sind die Optionen die Software on prem, als dedizierten Server oder Cloud-Angebot zu erhalten. Dies löst auch eine ganz wichtige Frage: die der Datenablage und dem Datenschutz nach BDSG und der DSGVO.

Wenn ich meine ersten Design Thinking Projekte mit remote Teams abgeschlossen habe, melde ich mich zum Teil 2 des Erfahrungsberichtes. Es bleibt spannend. Wie immer.

Warum Lob der uncoole Verwandte der Anerkennung ist

Das Streben nach Anerkennung ist ja einer der größten Triebfedern menschlichen Handelns. Eine Steilvorlage für Führungskräfte – einfach Freitag mittags ein bisschen Bonuspunkte verteilen und schon klappt das mit Motivation und Teamspirit. Leider ist da der etwas peinliche Verwandte der Anerkennung – nämlich das Lob. Beide werden schnell mal miteinander verwechselt, sie sehen sich nämlich auf den ersten Blick ein wenig ähnlich. Leider lösen sie unterschiedliche Dinge aus – und da sind wir mitten im Thema.

Nähern wir uns dem Thema über die Synonyme (Woxikon), die man mit beiden Begriffen verbindet:

Anerkennung – Errungenschaft, Wertschätzung, Fortschritt, Durchbruch, Triumph

Lob –Belohnung, Prämie, Auszeichnung, Gegenleistung, Bestätigung

Lob erwartet Gegenleistung

Sie werden es schon erkannt haben: Gelobt wird, wenn jemand Vorgaben erfüllt hat. Dafür bekommt er eine Gegenleistung, nämlich Lob und Prämien. So wie etwa der Schüler, der eine Eins in Mathe hat und dafür mehr Taschengeld bekommt. Nicht umsonst haftet dem Lob etwas Streberhaftes an. Der Lobende übt eine Machtposition aus: Der Lehrer, der Vorgesetzte loben für erwartete und erwünschte Verhaltensweisen. Woran erinnert Sie das? Richtig – an die Hierarchie! Der Lobende ist nämlich zugleich immer in der Machtposition – also Lehrer oder Vorgesetzter. Der, der gelobt wird, hat vorher eine Gegenleistung erbracht – für die er den erwarteten Lohn erhalten möchte. Entweder in Form von Noten oder variablen Gehaltsanteilen. Ist das die außergewöhnliche Triebfeder, von der wir alle immer reden? Nein, natürlich nicht. Der Lobende hat ja vorher schon seinen Teil geleistet und hat das Lob sozusagen erwartet. Der Schüler, der im Diktat Null Fehler hat oder der Vertriebsmitarbeiter, der die Vorgaben zu 100% erfüllt hat, erwartet eine Note 1 oder die Auszahlung der variablen Gehaltsanteile. Beides löst keinen Motivationsschub aus oder verhilft zu besonders toller Arbeitsatmosphäre. Denn der Lobende selber lobt aus einem Kalkül heraus – Lob und Gegenleistung stehen im engen Zusammenhang.

Anders dagegen die Anerkennung. Die Synonyme aus Woxikon deuten es schon an: Anerkennung steht im Kontext von Dingen, die eben NICHT dem Erwartbaren entsprechen, sondern etwas Besonderes sind. Anerkennung hat mit der Erfüllung von Vorgaben nichts zu tun. Sie wird aus einer inneren Empfindung heraus ausgesprochen und genau deshalb ist sie für denjenigen, der Anerkennung bekommt, auch so euphorisierend. Wenn es sich um eine Empfindung handelt, dann kann man ja nicht bewusst Anerkennung spenden, oder? Sie müsste dann ja quasi ungeplant entstehen. Ganz so ist es nicht: Ein Klima, in dem Anerkennung gedeiht, kann man durchaus bewusst herbeiführen: Indem man sich mit dem Gegenüber befasst. Was sind die individuellen Stärken eines Menschen, was treibt ihn an? Dann wird einem viel eher bewusst, welche „Errungenschaften“ (siehe oben, Woxikon) jemand erreicht hat.

Ein Beispiel:

Ein Kollege – nennen wir in Markus – organisiert einen Event, der so noch nie stattgefunden hat: mit besonderen Sprechern, ungewöhnlicher Location und besonderem Catering. Markus musste für die Umsetzung kämpfen, denn die Vorgesetzten mussten Budgets freigeben. Er hat aber so überzeugend von der Idee gesprochen, dass er das nötige Geld bekommen hat.  Über Wochen hat Markus nicht nur seine Arbeitszeit für den Event eingesetzt, sondern sich auch in seiner Freizeit damit beschäftigt. Das Ergebnis: Viele Teilnehmer, teilweise sogar neue Kontakte und durch die Nachbereitung durch den Vertrieb haben sich neue Geschäftsmöglichkeiten ergeben.

Ein Lob würde so ausfallen:

„Heute möchte ich Markus für die besonderen Anstrengungen für die Eventorganisation danken. Wir konnten damit unsere Umsatzziele früher als erwartet erreichen. Deshalb möchte ich Markus als Dank einen Gutschein für ein Wochenende in Athen schenken. Markus, danke, dass Du in besonderer Weise zur Erreichung der Teamziele beigetragen hast.“ Michael, der Teamleiter.

Anerkennung sieht so aus:

„Markus, ich bin beeindruckt, mit welcher Hartnäckigkeit Du diesen Event vorangetrieben hast. Dass es solch ein Erfolg wurde, haben wir Dir zu verdanken: Du hast so überzeugend für Deine Idee eingestanden, dass Du das Budget dafür bekommen hast. Mit Deiner Persönlichkeit und Deiner Ausstrahlung hast Du besondere Redner gewinnen können. Ich habe viel daraus gelernt. Markus, wie schön, dass Du bei uns bist.“

Der Unterschied ist deutlich

Das Lob hat nicht den Adressaten im Fokus, die Anerkennung bezieht sich ausschließlich auf ihn.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass im wahren Leben die Grenzen zwischen Lob und Anerkennung auch einmal verschwimmen können. Wie es bei Ihnen mit der Arbeitskultur aussieht, können Sie daran erkennen, in welchem Ausmaß bei Ihnen Anerkennung gestiftet wird – also auch vom Mitarbeiter zur Führungskraft. Wenn dies möglich oder sogar üblich ist, sind Sie auf einem guten Weg.

Nur so werden Mitarbeiter die neuen Wege beschreiten, ihre Potentiale freisetzen und Risiken eingehen. Alles Dinge, die beim Kulturwandel so häufig herbeigewünscht werden.

Vom Zauber der Anerkennung

Fast immer spreche ich in meinen Vorträgen und Workshops zu Kulturwandel und Überdenken von Hierarchien davon, dass einer der wichtigsten Treiber für menschliches Handeln das Streben nach echter Anerkennung ist. Mit Betonung auf echter (!)  Anerkennung und nicht ein Lob der Führungskraft für die korrekte Erbringung von geforderten Leistungen. Was zeichnet dann Anerkennung aus, die diese Strahlkraft auf Menschen ausübt?

Vor wenigen Wochen war ich Zeugin eines wunderbaren Beispiels: Ich musste beruflich in die USA fliegen, was bedeutet, es lagen etwa 8 Stunden Flug vor mir. Das Boarding war so gut wie beendet, als ein Mann in der Reihe vor mir mit einer gut gefüllten Heinemann Tüte in der Hand zu zwei Stewardessen in der Nähe ging und den beiden die Tüte überreichte. „Ich habe der Crew Schokolade gekauft, damit möchte ich Ihnen den Flug versüßen. Als kleines Dankeschön für den außergewöhnlich freundlichen Service, den ich mit Lufthansa immer genießen darf.“  Die beiden Stewardessen waren erst einmal sprachlos vor Überraschung. Dann schauten sie in die Tüte und freuten sich über die wohl recht hochwertige Auswahl und die Freude darüber spiegelte sich in den Gesichtern wider. Die erste Reaktion war: „Wie können wir das gut machen? Möchten Sie etwas Besonderes zu essen oder haben Sie sonst einen Wunsch?“ Der Mann sagte nur schlicht: „Sie brauchen mir nichts als Gegenleistung bringen, ich möchte Ihnen einfach nur eine Freude machen.“ Ist ihm gelungen. Er ist sozusagen über das Ziel hinausgeschossen, denn ich habe mich gleich mit gefreut.

Als dann das Essen serviert war, kamen noch andere Crewmitglieder zu dem Mann. „Ich wollte Ihnen nur sagen, wie sehr wir alle uns über die Schokolade gefreut haben. Das ist mir in fast zwanzig Jahren Flugdienst noch nie passiert.“  Gegen Ende des Fluges hat die Crew Selfies mit sich und dem Mann gemacht. Bei jeder dieser Szenen habe ich mich wieder mitgefreut.

Warum mache ich mir die Mühe und erzähle das hier? Weil der Mann verstanden hat, was echte Anerkennung ausmacht: Etwas honorieren, das über das Erwartete hinaus ging. Oder anders gesagt: Engagement, gute Taten von anderen erkennen und wertschätzen – ohne Hintergedanken und ohne etwas als Gegenleistung zu erwarten.

Vielleicht ist mir diese Geste auch deshalb so prägnant im Gedächtnis geblieben, weil ich momentan in meinem ersten „Working out Loud“ -Circle mitmache. Bei dieser Methode von John Stepper geht es kurz gesagt darum, die Kraft von Netzwerken zu erfahren und vertrauensvolle Beziehungen zu anderen Kollegen/Menschen aufzubauen. Dabei bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass Lob und Geschäftsbeziehung die dunkle Seite von Anerkennung und Aufbau von Netzwerken sind, denn erstere erfolgen nur in Erwartung einer konkreten Gegenleistung. Anerkennung und Vernetzung dagegen basieren auf einem Vertrauensvorschuss. Und das wiederum macht die Strahlkraft der „Working Out Loud“ Circle aus. Wie schön, dass sich diese Methode gerade so rasant in Unternehmen verbreitet.